F.W. Bernstein schwärmt vom feinen Händchen seiner Künstler-Kollegin

„Alles Heikes Organisation“

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Doppelter Mittelpunkt der Vernissage in der Syker VHS: F.W.Bernstein und Heike Drewelow.

Syke - Von Michael Walter. Der lange grauhaarige Gentleman wirkt fast ein wenig verloren, wie er da so im Treppenhaus der Alten Posthalterei steht. Dabei ist Fritz Weigle eine der beiden Hauptpersonen an diesem Abend. Bekannter ist er unter seinem Pseudonym: F. W. Bernstein.

Gemeinsam mit seiner ehemaligen Schülerin und langjährigen Kollegin Heike Drewelow eröffnete der Satiriker, Zeichner und Literat am Donnerstag Abend die Ausstellung „Neue Bilder und alte Hüte“.

Etwa 90 Zeichnungen an denen beide – teils gleichzeitig, teils abwechselnd – über einen Zeitraum von etwa fünf bis sechs Jahren gemeinsam gearbeitet haben, sind bis Ende Januar im Hauptgebäude der Volkshochschule ausgestellt. wurde Bernstein nicht müde, seine Kollegin zu loben. Denn die hatte die ausgestellten Zeichnungen und Skizzen ausgesucht, miteinander kombiniert –teils vier im gleichen Rahmen – und gehängt.

„Erst wenn die Sachen gut gerahmt sind, erhalten sie ihre eigentliche Wirkung“, so Bernstein. „Sie gewinnen dann unglaublich. Man meint immer, dass die Originale das Wichtigste seien. Das würde ich mittlerweile gar nicht mehr sagen. Allein der Katalog zu dieser Ausstellung ist so unglaublich gut gemacht, dass das einzelne Original daneben gar nicht so richtig zur Geltung käme.“

Bis vor ein paar Jahren haben sich Bernstein und Drewelow noch regelmäßig jeden Donnerstag getroffen, um gemeinsam zu arbeiten. „Dann ist Heike weggezogen und wir haben von da an unsere Zeichnungen mit der Post hin und her geschickt. Das hat genauso gut funktioniert, nur etwas länger gedauert“, sagt Bernstein. Vom Prinzip sei es dasselbe gewesen. Einer machte eine Vorgabe, der andere ergänzte sie und spielt den Ball dann wieder zum anderen zurück. Und so entstanden mitunter recht skurile Gestalten wie Krötes Faust, Effi Biest, der Möhrensittich oder die Jungsau von Orleans.

Aktuell beschränkt sich Bernsteins künstlerisches Schaffen nach eigener Aussage auf Tee kochen und Tee trinken.

Doch der Schalk im Nacken lässt ihn nicht los: „Ich nehme mir jeden Tag vor, mit meinem Spätwerk zu beginnen“, sagt der 76-Jährige mit einem verräterischen Blitzen in den Augen. „Aber diese Gedanken habe ich immer erst nach 22 Uhr. Und das ist mir dann doch zu spät.“

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