„Für die Kleinbürger“

Roman Wohlgemuth sucht Mit-Sponsoren: Sonnensegel für den Spielplatz am Mühlenteich

Roman Wohlgemuth zeigt es an: Über die gesamte Breite des Kleinkinderspielplatzes beim Edgar-Deichmann-Park soll sich das Sonnensegel erstrecken.
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Roman Wohlgemuth zeigt es an: Über die gesamte Breite des Kleinkinderspielplatzes beim Edgar-Deichmann-Park soll sich das Sonnensegel erstrecken.

Syke – Einmal kräftig schlucken müssen hat Roman Wohlgemuth ja schon, als die Summe unten auf dem Angebot langsam vom Sehnerv ins Großhirn durchgesickert ist. Aber eine gewisse Dickköpfigkeit ist dem 54-Jährigen eigen. Wenn er sich einmal was in den Kopf gesetzt hat, bleibt er dabei. Und das gilt dann halt auch in solchen Fällen. Roman Wohlgemuth möchte dem Kinderspielplatz im Edgar-Deichmann-Park ein Sonnensegel spendieren. Aber das kann er nicht allein.

„Ich sitze oft hier“, erzählt er. „Ich habe drei Enkel. Die beiden Kleinen sind drei und anderthalb und wollen immer zum Spielen an den Mühlenteich.“ Im Hochsommer ist das durchaus speziell: „Oma und Opa sitzen dann auf der Bank, der Opa hat nach fünf Minuten genug von der Sonne und die Kleinen verbrennen sich entweder den Hintern auf der Rutsche oder die Füße im Sand.“

Da muss man doch was machen, stand für den Unternehmer fest, als genau das neulich wieder mal passiert ist. Seine Frau und er kamen zu dem Entschluss: „Wir hätten hier gerne ein Sonnensegel.“ Und für beide war völlig klar, sie würden sich jetzt nicht hinstellen und sagen: Stadt Syke, zahl du mal! Sondern sie wollten das selber bezahlen.

Die Stadtverwaltung habe sehr aufgeschlossen auf seinen Vorschlag reagiert, sagt Wohlgemuth. Und dann hat er Angebote eingeholt.

Als die schließlich kamen, hat es ihn allerdings fast vom Stuhl gehauen. „Ich hatte mit 2 000 bis 3 000 Euro gerechnet“, erzählt er. Tatsächlich kommen 10- bis 11 000 Euro dabei raus.

Im ersten Moment hat er gedacht: Okay, das kann ich nicht. Das war’s. Idee gestorben. Aber dann kam der Dickkopf wieder durch. „Ich möchte das trotzdem“, sagt Wohlgemuth. „Ich muss es ja vielleicht nicht alleine machen. Vielleicht gibt es ja noch andere Leute in Syke, die so ähnlich ticken.“ Und tatsächlich: Allein am letzten Wochenende hat er aus seinem Bekanntenkreis Zusagen über Beteiligungen von über 2000 Euro bekommen.

Zu dem Zeitpunkt war er allerdings noch von weit geringeren Anschaffungspreisen ausgegangen. Aber: Das gibt ihm Hoffnung, und deshalb geht Roman Wohlgemuth jetzt an die Öffentlichkeit. „Die Hälfte der Kosten zahle ich selbst. Und wenn wir für die andere Hälfte Sponsoren finden, setzen wir es um. Wenn nicht, dann nicht.“

Roman Wohlgemuth betont „Ich mache das nicht als Spende über meine Firma, sondern als Privatmann und Großvater. Ohne Spendenbescheinigung oder sonst etwas in der Richtung. Einfach als Bürger für Bürger. Oder in diesem Fall gewissermaßen: Für die Kleinbürger.“

Im Idealfall könnte aus diesem einen Kostenvoranschlag, der den Rahmen des Erwarteten gesprengt hat, sogar auf Dauer etwas Gutes entstehen. Roman Wohlgemuth überlegt einfach mal ein bisschen laut: „Man könnte in Syke sehr viel mehr für Kinder tun. Ich sehe zum Beispiel, wie viele Kinder jeden Tag am Wasserspiel bei Schüttert sind. Aber das ist das einzige in der ganzen Stadt.“ Dass so was erstens ein Heidengeld kostet, das die Stadt zweitens grade nicht hat, ist ihm bewusst. Gerade deshalb schlägt er ja die Werbetrommel für private Initiative. „Wir haben 25 000 Einwohner in Syke. Wenn sich jedesmal nur 100 Leute zusammentun und jeder nur ‘n Fuffi gibt, ist das sehr viel Geld, was da zusammenkommt.“ Es müssten ja nicht jedesmal die gleichen 100 Leute sein.

Mit dem Sonnensegel für den Kinderspielplatz will er jetzt ausprobieren, ob er mit seiner Denke richtig liegt.

Kontakt

0172 / 443 441 4

Von Michael Walter

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