Fünf Jahre Café Alte Posthalterei / „Rund ums Syker Rathaus“ hält Rückblick und Ausblick

Vom Schandfleck zum Schmuckstück

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Seit der Eröffnung vor fünf Jahren ist das Café Alte Posthalterei jetzt ein kleines Schmuckstück.

Syke - Von Michael Walter. Irgendwie sind es doch drei große Jungs, wie sie da sitzen, sich gegenseitig ins Wort fallen und sich darüber anfrotzeln: Johannes Huljus (73), Bernd Brümmer (71) und Gerhard Thiel (66) vom Verein Rund ums Syker Rathaus.

Eigentlich wollen sie in diesem Pressegespräch darauf hinweisen, dass das Café Alte Posthalterei im September fünf Jahre alt wird und das zum Anlass nehmen, auf die Entstehungsgeschichte zurückzublicken sowie ein bisschen in die Zukunft zu schauen. Aber das ist gar nicht so einfach: Wenn einer von ihnen gerade etwas erzählt, fällt garantiert mindestens einem der beiden anderen noch ein ganz wichtiges Detail ein, das da unbedingt noch dazugehört.

Die Botschaft lautet: „Damals hatten wir das Gefühl, wir müssen um jeden Gast kämpfen. Heute kommen sie einfach so.“ Johannes Huljus geht sogar noch weiter: „Wir sind jetzt fast an die Grenzen dessen gelangt, was wir leisten können.“

15000 Gäste im Jahr hat das Café. An den Wochenenden gerne mal bis zu 100 am Tag. Und das bei nur 40 Plätzen. 35 Freiwillige kümmern sich darum, dass alles läuft. Vom Rasenmähen bis zur Organisation und Durchführung von Veranstaltungen. „Das klappt prima“, sagt Huljus. „Wir haben viele kleine gute Teams.“

Als Huljus 2005 dem Verein beitrat, war daran noch nicht einmal zu denken gewesen. Zu dieser Zeit stand das Fachwerkhaus an der Waldstraße3 schon seit Jahren leer. „Für viele war das ein Schandfleck“, sagt er. Die vorherrschende Meinung im Rat der Stadt lautete damals: Das reißen wir ab. Vor allem, weil die Stadt eine Sanierung nicht hätte finanzieren können.

Und so sprang der Verein Rund ums Syker Rathaus in diese Bresche. Die Politik sicherte zu: Die Hälfte der veranschlagten Sanierungskosten würde die Stadt übernehmen, wenn der Verein die andere Hälfte aufbrächte und die Sanierung leiten würde.

Drei Jahre hat es dann gedauert, bis der Verein das Geld zusammen hatte. Nicht ganz unwesentlich beteiligt war daran Gerhard Thiel, der damals in Personalunion Mitglied des Vereinsvorstands und Leiter der Volkshochschule war. 2008 trat die VHS federführend in die Sanierung ein. Im Gegenzug darf sie die Räume 30 Jahre lang kostenfrei nutzen.

Im Oktober 2008 begann die Entrümpelung. Bernd Brümmer brachte damals die „rüstige Rentnergang“ zusammen, die ehrenamtlich einen Großteil aller handwerklichen Arbeit leistete. Und im September 2010 eröffnete das Café, dessen Betrieb die VHS an den Verein übertragen hat.

Und wie geht es weiter? Das Café soll weiterhin als Kulturcafé und Ort der Begegnung arbeiten. Aber: „Wir werden nicht weiter expandieren“, sagt Huljus mit Blick auf die hohe Auslastung seiner Mitarbeiter. Gerhard Thiel würde in Zukunft gerne wieder Schülerfirmen oder AGs einbinden, wie das schon einmal mit der Realschule gut funktioniert hat.

Und persönlich? „So lange es uns noch Spaß macht, machen wir weiter“, sagt Huljus. Und ausnahmsweise fällt keinem seiner beiden Mitstreiter dazu etwas anderes ein.

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