Frühmittelalter-Markt im Kreismuseum bleibt spannend für Aussteller und Gäste

Wirkliches Interesse

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Walter Schwarze (l.) zeigt einem Besucher die Funktionsweise seiner Bögen.

Syke - Von Dieter Niederheide. Mit dem Besuch hatte beim frühmittelalterlichen Markt am Samstag keiner gerechnet. Siebzehn Flüchtlingskinder, darunter eine Mutter aus dem Sudan mit ihren neun Kindern, waren mit Begleitern der Hilfsaktion „Angekommen in Thedinghausen“ angereist.

Trotz einiger Sprachprobleme waren die Kinder und Jugendlichen aus dem Sudan, Kosovo oder Montenegro wissbegierig Rahin (10) aus dem Kosovo sagte in klarem Deutsch: „Das ist hier schön, das macht Spaß, was hier los ist.“

Die rund 35 Handwerker, welche die Wikingerzeit symbolisierten, standen gerne Rede und Antwort. Für Organisatorin Anja Stolzmann (45), OP-Schwester aus Scheeßel, war es sozusagen eine Feuertaufe. Es war ihr erster Mittelaltermarkt, den sie auf dem Gelände des Kreismuseums organisierte – als Nachfolgerin von Lutz Milferstedt, der als Schmied dabei war. Gestern war klar: Sie hat ihr Debüt gemeistert, und ihre Filzarbeiten gefielen den Besuchern auch.

An beiden Tagen zeigten die Darsteller, wie das Leben und Handwerk in der Wikingerzeit so ablief. Einer von ihnen war Jörg Bartsch (51), Schwimmmeister aus Flensburg, der an einem urigen Holzgestell, dem Nachbau einer Drechslerbank aus dem 13./14. Jahrhundert, unter anderem Holzlöffel drechselte. Er machte bereits das zehnte Mal mit beim Mittelalter markt. „Es ist so ein gemütlicher Markt, es macht Spaß, hier zu sein.“ Deshalb waren auch Ehefrau Anja und Sohn Christoph mit dabei.

In zeittypischen Gewändern saßen, hockten und arbeiteten Bogenbauer, Holzschnitzer, Drechsler, Schmied, Färberin, Spinnerin und Schmuckherstellerin vor ihren Zelten. Sie ließen sich gerne auf die flinken Finger schauen.

Wer als Besucher Lust hatte, durfte selber probieren, ob er mit Leinen, Holz, Wolle und anderen Materialien umgehen kann. Walter Schwarze (62) aus Aurich war einer von jenen, die von Anfang am Kreismuseum dabei sind. Er baut Bogen aus Ulmen-, Eschen- oder Eibenholz, die Sehnen fertigt er aus Leinen an. „Dieser Markt ist nicht so kommerziell“, lobt der ehemalige Grabungstechniker.

Stolzmann: „Der Markt am Kreismuseum hat so eine freundliche Atmosphäre, und die Besucher sind an unserem Tun hier wirklich interessiert.“ Durch das Zeltdorf führte Torsten Skopnik die Besuchergruppen. Nicht müßig waren Museumsbäcker und Museumspädagoginnen, die an beiden Tagen ebenfalls voll zu tun hatten.

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