Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum

„Der frühe Vogel kann mich mal“

Von Papier bis Metall: Der Fantasie waren bei den Materialien des Kunsthandwerkermarktes nahezu keine Grenzen gesetzt. - Foto: hu

Syke - Von Dieter Niederheide. Während es mancherorts überzogen ist von Verbotsschildern, war das beim Kunsthandwerkermarkt im und beim Kreismuseum eher das Gegenteil der Fall. An einigen Ständen waren Aufschriften wie „Berühren ausdrücklich erlaubt“ oder „Anfassen und Umprobieren erwünscht“ zu lesen.

Insbesondere die weiblichen Besucher machten davon gerne Gebrauch bei Schmuck oder Bekleidungen. Dietlinde Zacher, die für das Kreismuseum schon den 45.  Kunsthandwerkermarkt organisierte, hatte wieder für eine farbenfrohe, ideen- und phantasiereiche Welt aus Kunsthandwerk und Kunst gesorgt. Für rund 100 Aussteller stand sie am Sonntag in aller Herrgottsfrühe auf und war vom Einlass der Aussteller bis in den Abend hinein an allen Ecken und Enden zu finden.

Von weither kamen die Kunsthandwerker und Künstler, sogar die Berliner haben diese beeindruckende Veranstaltung für sich entdeckt. Beispiel: Stephan Roka, der mit einem Sortiment an handgefertigten Männermützen aus Stoffresten oder englischem Bezugsstoff aus der Hauptstadt angereist war. Patchwork-Mützen, passend für jeden Kopf, gefielen auch den Frauen, die sie vor dem Spiegel mutig anprobierten.

Reichhaltig war das Angebot an schönen Schmuckstücken von anspruchsvollen Anhängern, Armreifen, Ketten und Ringen. Eindrucksvoll, was Erika Friedland aus Bremen aus gedrehtem finnischen Papier für Kunstwerke zauberte, zum Beispiel Blumen in vielen Farben.

Beim Gang durch die Reihen der Stände gab es reichlich zu betrachten, zu erwerben und zu bestaunen. Filigranarbeit auf Porzellan demonstrierte mit einer feinen Schreibfeder Ute Krawinkel aus dem Emsland, die beispielsweise Porzellanteile mit Versen beschrieb. Auf einem stand: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, auf dem Teil daneben hieß es: „Der frühe Vogel kann mich mal“.

Beim Ziergarten des Kreismuseums hatte ein Aussteller ein Schild stehen mit dem Angebot „Unkraut zu verkaufen, wegen hoher Nachfrage nur an Selbstpflücker“. Mit Sprüchen arbeitete ein Künstler, bei dem Bilder ausgestellt waren. Auf einer Karte, die eine vollschlanke Damen zeigte, stand: „Ich habe keine Wespentaille, ich habe eine Hummelhüfte“.

Wer Süßes mag, war auf dem Kunsthandwerkermarkt ohne Zweifel gut aufgehoben. Gleich an mehreren Ständen gab es die feinsten und leckersten Marmeladen oder Obstliköre, mit französischer Dessertschokolade verfeinert oder aus Obstsorten der Region.

Richtig um Kunst ging es bei den ausgefallen Bronzearbeiten, die die Achimer Künstlerin Toby Wichmann ausstellte. Da Süßes auch als Nervennahrung gehandelt wird, konnten sich die Besucher am Ende des Besuches bei Brigitte Franke (Braunschweig) mit handgemachten leckeren weichen Marshmallows eindecken oder sich auf der Diele des Kreismuseums stärken.

Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke

Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding schaute ab und an zum Himmel auf. „Hoffentlich bleibt es so wie jetzt“, sagte er in der Mittagszeit. Mit der Besucherzahl wird er zufrieden gewesen sein. Es könnten um die 2.500 gewesen sein, die gestern den Weg zum Kreismuseum fanden.

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