Hunderte demonstrieren für mehr Klimaschutz

Fridays for Future: Ein Tag Stillstand

Die Demonstranten in Weyhe formen ein Fridays-for-Future-Emblem. Foto: Sigi Schritt

Landkreis – „Motor aus! Motor aus! Motor aus!“ schallt es über die Hauptstraße in Weyhe. Eigentlich sollen die Demonstranten auf der einen Fahrbahnseite über die Weyher Hauptstraße laufen, während die Autos auf der anderen weiter rollen. Doch der Plan geht nicht auf. Rund 500 Fridays-for-Future-Demonstranten belegen auf ihrem Marsch quer durch die Stadt sämtliche verfügbare Fahrbahnen und zwingen die Autos zum Halten. Dass bei einigen der Motor weiterläuft, ist den Demonstranten ein Dorn im Auge. Sie fordern die Fahrer auf, ihre Autos auszumachen – und sorgen so schlussendlich für einen Stillstand auf der Straße, wie es ihn beim globalen Klimastreik gestern in über 500 Städten weltweit gegegeben hat.

Auch in Syke zeigt sich, dass das Thema Klimaschutz in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Anfangs sind es nur kleine Grüppchen, doch innerhalb von 20 Minuten ist der komplette Rathausplatz voll mit Menschen. Rund 250 sind es, vermutet Erich Paul. Er ist Aktivist bei der Organisation Attac und hat dafür gesorgt, dass es auch in der Hachestadt eine Fridays-for-Future-Demo gibt. Dem Aufruf sind viele Erwachsene, aber auch einige Schüler gefolgt. In kurzen Reden fordern unter anderem die 23-jährige Aktivistin Nadine Otto, Bio-Bäuerin Elke Steding und Pastor Christian Kopp ein Umdenken beim Klimaschutz. Am Ende sind es über 120 Bürger, die in einer Petition die Ausrufung des Klimanotstands in Syke fordern.

Ein paar Kilometer weiter Richtung Süden: Tabea Peters strahlt. Neben ihr marschiert ein langer Menschenzug die Bahnhofstraße in Bassum entlang. „Es gibt kein Recht auf Kohlebaggerfahrten“, skandieren die Mädchen, Jungen, Männer und Frauen verschiedenen Alters, halten Schilder hoch, schwenken Fahnen und tragen Transparente. „Das ist so cool“, findet Tabea und ihr ehemaliger Mitschüler Dominik, der auch schon die vorherigen beiden Fridays-for-Future-Demos in Bassum mitorganisiert hat, sagt: „Wir wissen nicht, wo sie alle herkommen – aber es ist schön, dass sie da sind.“ Etwa 130 Menschen ziehen vom Bahnhof durch die Innenstadt bis zum Rathaus, wo es eine Kundgebung mit drei Redebeiträgen gibt. Dort sprechen unter anderem Professor Ralf Otterpohl von der Uni Hamburg und Lisa Born, Mitarbeiterin des Biolandhofs Steding in Bramstedt: „Seit Ostern müssen wir die Felder wässern, damit sie nicht vertrocknen. Unsere Hühner legen bei der extremen Hitze keine Eier mehr. Der Klimawandel betrifft uns alle, und eigentlich müssten hier 16.000 Menschen stehen – soviele leben in Bassum.“

Rund 130 Menschen marschieren durch Bassum.

Dass Protest auch anders geht, zeigt die KGS Brinkum. Mit großen, gerahmten Tafeln auf Staffeleien präsentieren die Schüler der Umwelt-AG aus den Jahrgängen fünf, sechs, acht und neun anhand von Texten und Grafiken, wie Umweltschutz funktioniert. Nachhaltigkeit, Erhalt von Biodiversität, Plastikvermeidung und eigene Handlungsmöglichkeiten stehen bei der Aktion „Wir spielen mit unserer Erde“ im Fokus. „Wir wollen bewusst machen, dass jeder etwas tun kann“, erklärt Sozialpädagogin Kirsten Nietzold. Vor der Schule gibt es kostenlos Blumenerde und Wildkrokusse. Schülerinnen haben mit bunter Kreide „Save the world“ auf den Platz vor der Schule gemalt. Am Stand der Schulimkerei können die Kinder kostenlos Honig probieren.

Alle Generationen gemeinsam setzen in Sulingen ein Zeichen für den Klimaschutz: Der örtliche Organisator Andreas Richter, der niedersächsische Landtagsabgeordnete Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) und Waltraud Schmidt – als Lehrerin, Mutter und Oma – richten auf dem Neuen Markt ihre Appelle, die Politik beharrlich in die Pflicht zu nehmen, an eine große Menschenmenge. Nicht alle beteiligen sich dann am Demonstrationszug, aber laut Polizei marschieren annähernd 400 Personen durch die Innenstadt.

Das Tafeltheater beteiligte sich an der Klimademo in Bruchhausen-Vilsen.

Klassisch mit dem Protestschild auf die Straße geht es derweile in Diepholz. Dort ist es, wie auch in Bassum, die dritte Klima-Demo in diesem Jahr. Dieses Mal nehmen deutlich mehr Menschen daran teil, als bei den ersten beiden Ausgaben. Nach Schätzung der Veranstalter sind es zwischen 500 und 600 Menschen, die sich dem Zug anschließen und ihn damit zu einer der größten Demonstrationen der vergangenen zehn Jahre in der Kreisstadt machen. Nicht nur Schüler reihen sich ein, auch auffällig viele Erwachsene sind diesmal mit dabei. Der Zug startet am Schulzentrum und geht zum Marktgelände, wo zeitgleich die Gäste zum traditionellen Großmarkt-Frühschoppen eintreffen. Viele der Demonstrationsteilnehmer beteiligen sich an einer Mahnwache vor dem Festzelt. Festredner Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen), der frühere niedersächsische Landwirtschaftsminister, sucht auch hier das Gespräch mit den jungen Demonstranten. „Ihr seid ganz schön viele“, sagte er anerkennend.

#AlleFürsKlima-Streiks in der Region

Klimastreik in Bremen, Verden, Diepholz, Wildeshausen, Niedersachsen
 © Mediengruppe Kreiszeitung
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Klimastreik in Bremen, Verden, Diepholz, Wildeshausen, Niedersachsen
Eindrücke aus Kirchweyhe © Marvin Köhnken
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Klimastreik, Rotenburg
Nach einer Andacht in der Stadtkirche haben sich mehr als 50 Rotenburger an einer Mahnwache beteiligt, zu der die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit eingeladen hatte. © Guido Menker
Klimastreik, Rotenburg
Nach einer Andacht in der Stadtkirche haben sich mehr als 50 Rotenburger an einer Mahnwache beteiligt, zu der die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit eingeladen hatte. © Guido Menker
Klimastreik, Rotenburg
Nach einer Andacht in der Stadtkirche haben sich mehr als 50 Rotenburger an einer Mahnwache beteiligt, zu der die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit eingeladen hatte. © Guido Menker
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Die Melodie des Lieds „What a Wonderful World“ erklingt auf dem Bullenkampplatz in Bruchhausen-Vilsen. Dort haben sich neben Akteuren des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen viele Zuschauer eingefunden, um Teil der Demonstration zu sein. Tafeltheater-Projektleiter Peter Henze macht den etwa 100 Anwesenden deutlich: „Es ist fünf nach 12“. Es folgen eine Aufführung sowie ein gemeinsam gesungenes Lied. Einige Meter weiter wiederholen die Akteure das Prozedere.

Die Fridays-for-Future-Demo im 1700-Seelen-Dorf Ströhen kann mit den Großveranstaltungen der Region nicht ganz mithalten, doch das stört Organisator Andreas Lorch nicht. „Jeder kleine Mosaikstein zählt“, betont er. Etwa 30 Erwachsene und zehn Kinder sind seinem Aufruf gefolgt und machen am Dorfplatz, an der Kita und an der Grundschule mit Plakaten und Liedern auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam.

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