Freizeit-Ausschuss votiert gegen Eigenbetrieb-Konzept für das Theater

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Syke - Von Frank Jaursch. Kuriose Situation während der Sitzung des Ausschusses für Ehrenamt und Freizeit: Ein Grünen-Ratsherr plädiert vehement für die Marktwirtschaft, ein Liberaler spricht sich dagegen aus. Diesen scheinbaren Widerspruch lieferten am Mittwochabend Gerhard Thiel und Reinhard Hansemann. Ihr Diskussionsobjekt: die künftige Rechtsform des Syker Theaters.

Was wäre der richtige organisatorische Rahmen? Der Ausschuss votierte letztlich gegen die Einrichtung eines Eigenbetriebs und für den „optimierten Regiebetrieb“, also für einen Betrieb, der weiter in die Gemeindeverwaltung integriert bleibt. Die Unterschiede umriss der Erste Stadtrat Thomas Kuchem in der Beschlussvorlage. Auf seiner Klausurtagung im Februar 2014 hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, Einsparpotenziale zu finden.

Kuchem erläuterte die Gründe, die gegen eine Umwandlung sprächen. Im Unterschied zu einer Organisation in einem Regiebetrieb müssen zusätzliche Vorschriften beachtet werden – etwa zur Wirtschaftsführung und zum Jahresabschluss. Das führe zu höherem Personalbedarf – und das vor dem Hintergrund der „zurzeit überschaubaren Zahl an Mitarbeitern und Veranstaltungen“. Zudem kämen durch einen Wirtschaftprüfer höhere Kosten aufs Theater zu.

Der Erste Stadtrat favorisierte stattdessen die Einrichtung eines „optimierten Regiebetriebs“. Dieser „“ (Kuchem) würde dem Bereich eine gewisse Eigenständigkeit ermöglichen. Ein Ausschuss, der sich nur mit dem Theater befasse, könne dem Regiebetrieb zur Seite gestellt werden. Er könnte ein eigenes Budget erhalten und Vorgaben zur Kostenreduzierung machen.

Potenzielle Möglichkeiten zur „Optimierung des Budgets“ lieferte Kuchem auf der Sitzung gleich mit. So seien etwa Kooperationen mit Landesbühnen denkbar. Andere Stellschrauben: die Erhöhung von Eintrittsgeldern, das Einwerben von Sponsorengeldern oder eine häufigere Fremdvermietung – wobei Kuchem nicht vergaß, auch auf die Risiken solcher Maßnahmen hinzuweisen.

Gerhard Thiel (Grüne) war indes nicht überzeugt. Er hob den Vorteil eines Eigenbetriebs hervor, in dem man Bürokratie verhindern und so besser „auf den Markt reagieren“ könne.

Thiel beantragte die Vertagung des Punktes, um sich intensiver mit dem Thema zu befassen. Seine Fraktionskollegin Jutta Filikowski hob die größere Freiheit hervor, die Kathrin Wilken in einem Eigenbetrieb habe. „Da kann sie auch mal Experimente machen, ohne dass es abgesegnet sein muss.“ SPD und Grüne blieben aber die einzigen Skeptiker.

Andreas Schmidt (BSF) sah durch Kuchems Ausführungen „alle Zweifel beiseite geschoben“, Reinhard Hansemann (FDP) erkannte keinen Sinn darin, Personal „nach außen zu geben“, und lobte den vorgeschlagenen optimierten Regiebetrieb als „nachvollziehbare Struktur“. Christian Flor (SykePlus) erkannte in dem Vorschlag eine „Lösung, die unserer Größenordnung gerecht wird“.

Der Antrag auf Vertagung scheiterte mit 4:7 Stimmen; der Ausschuss gab stattdessen die Beschlussempfehlung der Sitzungsvorlage an den Verwaltungsausschuss weiter. Inhalt: optimierter Regiebetrieb mit eigenem Budget statt Eigenbetrieb; Bildung eines neuen Ausschusses; Erarbeiten eines Konzepts zur Kostenoptimierung, wobei auch die Anpassung der Eintrittsgelder überprüft wird.

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