Nach zwölf Jahren

Traute Dittmann gibt Leitung der Syker Gästeführungen ab

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Mit (fast) 75 ist für Traute Dittmann der Zeitpunkt gekommen, kürzerzutreten.

Syke - Von Michael Walter. „Alles hat seine Zeit“, sagt Traute Dittmann. Zwölf Jahre lang war sie der Kopf der Syker Gästeführungen. Ende des Jahres wird sie 75 – und damit ist für sie auch der Punkt gekommen, sich in die zweite Reihe zurückzuziehen.

Zum Ende des Jahres übergibt Dittmann die Organisation der Gästeführungen in andere Hände. „Ich hatte manchmal einen strammen Büroalltag“, nennt sie einen der Gründe dafür. „Man muss wissen, wann man aufhören muss. Mein Gefühl sagt mir, dass es jetzt so weit ist. Man wird ja nicht schneller im Lauf der Zeit. Und ich habe ja auch noch Haus und Garten.“

Nur aus regionalgeschichtlichem Interesse habe sie 2005 diesen fast schon schicksalhaften Gästeführer-Lehrgang der Ländlichen Erwachsenenbildung besucht, erzählt Traute Dittmann. „Aber dabei habe ich Blut geleckt.“ Ebenso Martina Kahsnitz, Elke Butt und Kerstin Kopmann, mit denen sie sich auf dem Lehrgang angefreundet hatte.

„Ach, das wäre doch schade, wenn wir uns jetzt nicht mehr treffen würden“, hatten die vier Frauen anschließend befunden – und so im Juni 2005 den Arbeitskreis Gästeführungen für Syke, Weyhe und Stuhr begründet. Martina Kahsnitz sei es gewesen, die darauf bestanden habe, regelmäßige Angebote zu machen. „Daraus sind dann unsere Programme entstanden.“

Traute Dittmann (r.) in ihrem Element: im Januar 2016 während einer Führung bei der Seniorenresidenz Deutsche Eiche.

Gleich zu Beginn gab es eine dicke Panne: Die Pressemitteilung über die erste Gästeführung in Syke ist viel zu früh herausgegeben und missverständlich formuliert worden. Folge: Einen Monat vor dem eigentlichen Termin klingelte bei Traute Dittmann das Telefon. Wo sie denn stecke? Beim Torbogen am Kreishaus stünden doch schon die Gäste. „Ich hab mich sofort auf mein Rad geschwungen und diese erste Führung aus dem Stand absolviert“, erzählt Dittmann lachend.

Seitdem hat allein sie persönlich 200 Führungen geleitet. Von der Kleingruppe bis zur Busladung. Im Schnitt 20 Personen pro Führung.

Bürgerin des Jahres 2013

„Diese zwölf Jahre haben mir Freude gemacht und mir ein ganz anderes Verhältnis zu Syke gegeben“, sagt Traute Dittmann. Groß geworden ist sie in Spieka, einem kleinen Nest zwischen Bremerhaven und Cuxhaven. In Bremen studierte sie dann an der Pädagogischen Hochschule (PH), quasi dem Vorläufer der Bremer Uni, und wurde Grundschullehrerin. 1975 bekam ihr Mann eine leitende Stelle bei der VHS in Syke. Und so zog die Familie an die Hache. Anderthalb Jahre hat Traute Dittmann danach noch an der Grundschule am Lindhof unterrichtet. Dann kam das dritte Kind und damit die Entscheidung gegen den Beruf.

Als die Kinder älter wurden, fand sich auch wieder Zeit für andere Dinge. Zum Beispiel für die intensive Beschäftigung mit der plattdeutschen Sprache. Seit 1989 leitet Traute Dittmann das plattdeutsche Programm im Kreismuseum. „Ich bin zweisprachig aufgewachsen“, erzählt sie. „Mit meinem Bruder und mir haben meine Eltern Hochdeutsch gesprochen, mit meinen Großeltern Platt. Zur aktiven Sprecherin bin ich aber erst an der PH geworden. Man sagt, ich spreche Platt mit hochdeutschem Akzent.“

2013 wählte sie der Rat zur Bürgerin des Jahres. „Aber gemeint waren damit ja die Gästeführungen insgesamt“, sagt sie.

Neues Leitungsteam gefunden

Zum letzten Mal in alter Funktion ist Traute Dittmann am 27. Dezember, wenn die Gästeführerinnen der Presse das Programm für 2018 vorstellen. Gleichzeitig ist das dann auch der erste Auftritt für ihre Nachfolger: Brigitte Sundt und Ernst Bochnig teilen sich von da an die organisatorische Leitung. Beide sind Absolventen des Gästeführerlehrgangs von 2017 und somit noch neu im Team.

„Auch die Stadtverwaltung wird uns künftig stärker entlasten“, sagt Dittmann. Zum Beispiel sollen die Anmeldungen für Führungen mit begrenzter Teilnehmerzahl über das Bürgerbüro im Rathaus abgewickelt werden.

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