Fotograf Ingo Balke lässt sich stilistisch nicht gern festlegen / Ausstellung läuft bis 31. Januar

Der Blick schärft sich im Lauf der Jahre

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Ingo Balke zeigt seine Fotos noch bis Ende Januar in der Stadtbibliothek.

Syke - Von Detlef Voges. Wo immer Ingo Balke steht oder geht, schweift sein Blick umher. Der Mann ist begeisterter Fotograf. „Motive gibt es überall“, sagt er. Seine Kamera hat der 60-Jährige stets dabei. Macht es bei ihm Klick, entsteht im Kopf schon sein fertiges Foto. Die konkrete Umsetzung erfolgt dann später am PC.

Es hat schon oft Klick gemacht bei Ingo Balke. Davon können sich die Besucher der Bibliothek zurzeit überzeugen. Balke zeigt bis zum 31. Januar eine Auswahl großformatiger Bilder. Die Farbe dominiert. Es gibt aber auch Sepia-braune Tier-Fotos.

Der 60-Jährige legt sich fotografisch nicht gern fest. Er experimentiert mit Farben, Formen und Flächen. Da erscheint der Fliegenpilz realistisch, ebenso die Motive von Schaf und Kuh. Andere Bilder sehen aus wie abstrakte Farblandschaften, expressiv und intensiv. Da hebt Balke den Realismus auf. Dabei ist die Realität stets Ausgangspunkt seines Schaffens. Mögen die Bilder letztendlich auch noch so abstrakt oder gegenstandslos wirken: Der Anfang war realistisch.

„Das war alles Herbstlaub“, sagt Balke und zeigt auf ein farbenfrohes Foto, bunt und vielfältig. Das Laub hat er rangezoomt und das Foto am PC noch bearbeitet.

Atmosphärisch dicht wirken die Baum- und Waldmotive. Realistische Sujets, bei denen Balke das herbstliche Flair durch Intensivierung der Farben erhöht hat – etwa durch mehr Rot und Grün. So wirken manche Baumgruppen fast märchenhaft in ihrer neuen Farbigkeit und grafischen Betonung der Formen.

Was braucht man eigentlich als Fotograf? „Den richtigen Blick, und der schärft sich im Laufe der Jahre“, erklärt der 60-Jährige. Die beste Technik helfe nichts, wenn man dieses Gefühl für das Motiv nicht habe, betont Balke, der mit der Motivsuche schon als Fünfjähriger begann. Sein Vater hatte eine eigene Dunkelkammer. Der Sohn kam also schon früh mit dem Fotografieren und Entwickeln von Bildern in Berührung. Später richtete er sich eine eigene Dunkelkammer ein.

Das Künstlerische stand bei ihm auch beruflich eigentlich immer oben an. Dann kam die Flugsicherung dazwischen. Balke wurde Fluglotse, später Safety Manager. Als Vorruheständler rückt jetzt wieder das Künstlerische in den Mittelpunkt des Lebens. Das Fotografieren ohnehin.

Aber nicht nur. Der rührige Ruheständler drückt in Bremen an der Uni die Ausbildungsbänke, hat sich im Fach Kunstgeschichte eingeschrieben. „Ich will noch einmal meinen Horizont erweitern“, sagt er. Wer weiß, wo es ihn noch hintreibt.

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