Foto-Profi plaudert aus dem Nähkästchen

Schwester Manipulata

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Marion Nickig ist eine der begehrtesten Fotografinnen von Garten-Motiven.

Syke - Von Dieter Niederheide. „Ich mache höchst selten Fotos mit der Sonne im Rücken“, sagte Gartenfotografien Marion Nickig (60) am Freitagabend bei ihrem Referat zum Thema Gartenfotografie im Kreismuseum und lieferte den Grund gleich mit: „Wegen der zu starken Ausleuchtung.“ Den Besuchern riet sie: „Mehr seitlich stehen.“

In Kooperation mit dem Museum hatte die Arbeitsgemeinschaft Gartenkunst und Gartenkultur mit Marion Nickig eine außergewöhnliche Fotografin eingeladen. Ihre Liebe zum Fotografieren von Gärten, Blumen und Pflanzen entdeckte sie als Studentin an der Folkwangschule in Essen bei einem Seminar in der Toscana. Heute ist sie als Profifotografin für bekannte Gartenzeitschriften in Deutschland und dem Ausland unterwegs.

Marion Nickig erklärte, auf welche Weise Standort und Bildaufteilung eine Foto-Inszenierung bestimmen. Am liebsten ist sie in aller Herrgottsfrüh unterwegs. „Weil das Licht dann eine andere Qualität hat.“ Aber auch am Abend lasse sich eine gute Stimmung einfangen.

Mit einem großformatigen Bild auf der Leinband leitete sie ihr Referat ein. Im Vordergund des Fotos gelbe und weiße Narzissen, im hinteren Bildteil eine weiße Bank im Grünen. Den Zuhörern sprach sie aus dem Herzen, als sie gestand, dass es auch ihr schwerfällt aus vielen Bildern die Besten auszusuchen und sich dann von den anderen zu trennen.

Marion Nickig arbeitet gern mit Stativ und schießt nicht aus der Hüfte. Es sei wichtig, ein Motiv aus verschiedenen Blickwinkeln zu fotografieren. Insbesondere bei Gärten sei das entscheidend für die Ausbeute. Das demonstrierte sie anhand von Beispielen auf der Leinwand.

Beeindruckend ihre Nahaufnahmen. Dabei gesteht die Referentin dem Hintergrund durchaus Unschärfen zu.

Für ihre Arbeit sei es wichtig, auf den Punkt dort zu sein, wo sie fotografieren möchte. Dabei sei sie sehr vom Wetter abhängig. Und immer wieder gab sie den Hinweis, dass man sich beim Fotografieren Zeit nehmen soll. „Wenn Sie Zeit haben, gehen Sie von verschiedenen Seiten an das Motiv heran, der erste Blick kann trügerisch sein.“

Gegenlicht könne eine besondere Atmosphäre schaffen, sei aber auch sehr tückisch.

Nickig räumte ein, dass sie manchmal beim Motiv etwas nachhilft. Zum Beispiel, wenn sie Blumen aus dem Schnee schauen lässt und beim Motiv kein Schnee oder Eis liegt. Scherzhaft sagte sie: „Dann geht die Schwester Manipulata schon mal mit mir durch.“

Zur Aufbewahrung riet sie, Fotos lieber auf Festplatten zu lagern und nicht auf CDs zu brennen, weil darauf die Bilder nicht ewig halten.

Nach dem informativen Vortrag lud die Arbeitsgemeinschaft zum Essen ein, das Bio-Gärtnerin Jutta Grabowski (Schwarme) zubereitet hatte. Es gab unter anderem eine Lauchcremesuppe mit Rote Beete-Chips, Gemüsereis mit gebratenen Kürbisschnitten.

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