Forstexperte Lars Pump: Nachhaltigkeit ein „Grundprinzip der Forstwirtschaft“

Schatz unserer Wälder – vom Baum zur Palette

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Im Wertholzlager „Hurreler Sand“ in Hude lagern wertvolle Eichenstämme.

Landkreis Diepholz - Von Robin Grulke. Wenn der „Harvester“ ausrückt, geht es den Bäumen an den Kragen. Stück um Stück wird das Gehölz von dem 250 PS starken „Ponsse Fox“ gefällt – eine Holzernte-Maschine, die Bäume fixiert, fällt und entastet. Übrig bleibt nur der Stamm. Doch was passiert mit dem Holz aus dem Landkreis Diepholz, wenn die Maschine über die Natur triumphiert hat?

Am Tag produziert die Palettenfabrik Bassum rund 24000 Paletten. Das Holz dafür stammt zu 70 Prozent aus der näheren Umgebung, der Rest aus Osteuropa.

Der Weg, den ein Baum vom Stamm bis zur Verarbeitung zurücklegt, kann sehr unterschiedlich sein – natürlich erst, wenn sein Schicksal tatsächlich besiegelt ist. Denn kein Baum wird wahllos gefällt. „Wir wirtschaften nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit“, sagt Lars Pump, Forstoberinspektor vom Forstverband Grafschaft Hoya. „Wir wissen aus Stichproben, wie viel im Wald jährlich nachwächst.“ Danach werde beurteilt, wie viel Holz geschlagen werden kann. Das sei ein „Grundprinzip der Forstwirtschaft“. Grundsätzlich werde eher weniger geschlagen als nachwächst. Im vergangenen Jahr wurden rund 24000 Festmeter Holz im Zuständigkeitsbereich des Forstverbandes gefällt. Das sind dreieinhalb Festmeter pro Hektar Waldfläche.

Wenn Forstbesitzer ihre Bäume zu Wirtschafts-Holz machen wollen, wird darüber in den meisten Fällen der zuständige Forstoberinspektor informiert, der alles in die Wege leitet. Er kontaktiert Unternehmen, die sich auf das Schlagen von Bäumen spezialisiert haben – unter anderem mithilfe des „Harvesters“. Die kraftvolle Maschine schafft es, am Tag 60 bis 100 Festmeter zu schlagen, die jeweils einem Kubikmeter fester Holzmasse entsprechen. Besonders dicke Stämme werden vorzugsweise mit der Motorsense gefällt, da der „Harvester“ auf dünneres Gehölz spezialisiert ist.

Wenn die Bäume geschlagen und entastet sind, liefern Lastwagen das Holz zur Weiterverarbeitung in verschiedene Betriebe. In Sägewerken werden die Stämme zu Balken und Brettern zersägt, um später unter anderem für den Bau von Möbeln Verwendung zu finden.

Maschinen zerkleinern dünnere Stämme so weit, bis nur noch Sägespäne übrig sind. Diese werden mit Wasser und Leim vermischt, dünn ausgerollt und schließlich zu Papier verarbeitet.

Besonders dicke und daher wertvolle Stämme treten den Weg zum Wertholzlager „Hurreler Sand“ nach Hude an, in dem derzeit rund 692 Festmeter, vorwiegend Eichenholz, liegen.

Ein Rohstoff, der begehrt ist: Interessierte Käufer inspizieren die Stämme vor Ort und geben schriftliche Gebote ab, um in deren Besitz zu kommen. Neben der Herstellung von Brettern, Tiereinstreu, Bauholz und Papier dient das Holz aus dem Landkreis auch der Palettenherstellung. Die Palettenfabrik Bassum produziert täglich rund 24000 Paletten – unter anderem mit Holz aus der Region. 70 Prozent des Naturrohstoffs stammen laut Firmenchef Friedhelm Haase aus Wäldern im Umkreis von 200 Kilometern. Der Rest kommt aus Osteuropa.

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