Grafitti-Künstler Davis verwandelt Schulrucksäcke von der Stange in unverwechselbare Unikate

Mit Föhn und Sprühpistole

Leon (9) aus Achim freut sich über den Salamander, den Grafitti-Künstler Davis auf seinen Rucksack gesprüht hat. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Michael Walter. Wer einen einzigartigen Rucksack haben will, muss föhnen. Für Joana (10) aus Dreye ist das gar kein Problem. Geduldig trocknet sie eine Farbschicht nach der anderen, die Oliver Nebel alias Davis mit der Airbrush auf ihre Schultasche aufträgt.

Der freischaffende Grafitti-Maler aus Hamburg war gestern zu einer Werbe-Aktion bei Art-Creativ an der Ernst-Boden-Straße zu Gast. Kinder konnten sich dabei kostenlos ihren Schulrucksack von der Stange mit einem Motiv nach Wahl in ein unverwechselbares Einzelstück verwandeln lassen. Voraussetzung: Es handelt sich bei dem Rucksack um das Produkt eines bestimmten Herstellers.

Joana hatte im Internet von dieser Aktion erfahren und sich extra dafür so einen Rucksack von ihren Eltern gewünscht. Als Motiv für die Vorderseite hat sie sich jetzt die Freiheitsstatue ausgesucht. Bei der Gestaltung muss sie mithelfen: Immer wenn Davis eine Farbschicht fertig aufgesprüht hat, muss sie föhnen. „Das macht die Farbe wasserfest“, erklärt Davis, der währenddessen die nächste Farbe in seine Airbrush füllt.

Normalerweise macht der Hamburger Künstler Wandgestaltungen als Auftragsarbeit. Er bietet aber auch für Firmen Grafitti als teambildende Maßnahme an. Auch ein namhafter Hersteller von Schulrucksäcken hatte Davis dafür angeheuert. Und daraus ist anschließend diese Aktion entstanden. Der Hersteller war von dem Grafitti-Künstler so begeistert, dass er Davis eine langfristige Zusammenarbeit angeboten hat. Das war von zweieinhalb Jahren, und seitdem läuft es wie verrückt.

Mittlerweise hat Davis sich einen Partner suchen müssen. „Wir sind in ganz Deutschland und Österreich unterwegs“, sagt er. „Zusammen haben wir im Jahr um die 400 Termine.“

Nach der fünften Farbschicht ist Joanas Rucksack fertig und das nächste Kind stellt Davis seine Tasche auf den Tisch. Stina und ihre Mutter haben eine gute Stunde Anfahrt hinter sich: Sie kommen aus Espelkamp in Nähe von Minden. „Stina wollte unbedingt etwas Besonderes haben“, erklärt die Mama.

Gut, dass sie nicht ohne Anmeldung nach Syke gefahren sind: Damit niemand Schlange stehen muss, arbeitet Davis bei diesen Aktionen nur nach Termin. Gestern war er komplett ausgebucht. Art-Creativ-Inhaber Lutz Budelmann hat mit ihm bereits einen zweiten Termin Ende September abgemacht. Und weil auch der schon fast ausgebucht ist, suchen beide jetzt nach einem dritten.

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