Flüchtlinge: Verwaltung wird verstärkt

Herausforderung für die Stadt

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Die Syker Stadtverwaltung steht vor großen Herausforderungen.

Von Frank Jaursch. „Wir wollen gerüstet sein, auch wenn mal 50 Flüchtlinge auf einmal kommen.“ Bürgermeisterin Suse Laue lässt keinen Zweifel: In der Syker Stadtverwaltung arbeiten viele Kräfte mit großem Einsatz daran, der Herausforderung Herr zu bleiben, welche die Flüchtlingssituation für die Kommunen darstellt.

Was dabei jetzt schon auf vielen Ebenen geleistet wird, erfüllt die Verwaltungschefin mit sichtbarem Stolz. „Die Zahnräder greifen ineinander“, betont Suse Laue im Gespräch mit der Kreiszeitung immer wieder.

Die Verwaltung stellt dieser Kraftakt aber vor große Aufgaben. Insbesondere die Mitarbeiter des Bauamts und des Sozialamtes sind vorrangig mit diesem Thema, das es in den vergangenen Jahren kaum gab, beschäftigt. Die übrige Arbeit bleibe da ein Stück weit auf der Strecke, räumt Laue ein. Sie bittet dafür um Verständnis. „Wir müssen unsere Kräfte bündeln, uns neu orientieren, da müssen einige Mitarbeiter andere Arbeiten liegen lassen.“

Auch personell hat die Stadt auf den enormen Aufwand reagiert: Hilde Hemmer, bei der Stadt für den Bereich Flüchtlinge zuständig, bekommt in den kommenden Wochen einen weiteren Mitarbeiter an die Seite gestellt. Die vorerst auf zwei Jahre befristete Stelle soll so schnell wie möglich ausgeschrieben und besetzt werden. „Wir wollen alles auf den Weg bringen – und zwar bevor die Welle kommt“, sagt die Bürgermeisterin.

Und dass diese Welle kommt, bezweifelt kaum jemand. 191 neue Flüchtlinge hat Syke bis Ende Januar zugeordnet bekommen – vorerst. „Wir werden noch weitaus mehr bekommen“, kündigt sie an. Kein Wunder angesichts des Umstandes, dass täglich rund 1000 neue Flüchtlinge in Niedersachsen eintreffen.

Auf mehr als 100 schätzen Hemmer und Laue die Zahl der ehrenamtlichen Helfer in Syke. Die Stimmung ist weiter gut, die Hilfsbereitschaft enorm. Die Ankunft in Syke ist für viele der erste Schritt in ein neues Leben. „Die Menschen wachsen langsam in die Gesellschaft hinein“, so Laue.

Als wichtigste Aufgabe für die Neubürger sieht sie den Spracherwerb. „Wir gehen einen Schritt auf die Menschen zu, aber die müssen auch einen Schritt machen“, fordert sie ein.

Hervorragend funktioniert das in Kindergärten und Schulen. Die größeren Kinder besuchen in Bassum eine Sprachförder-Klasse, bis sie die Sprache besser verstehen und in ihre Heimatschulen gehen. Bei den Kleinen klappt das ohnehin meist wie von selbst. „Die lernen wahnsinnig schnell Deutsch“, so Hemmer.

Bei den Erwachsenen ist der Spracherwerb über freiwillige Teilnahme an Kursen geregelt. „Die Sprache ist der Schlüssel“, sagt Suse Laue. Er öffnet ihnen neue Türen in die Zukunft, erste Schritte in die Arbeitswelt.

Für die Flüchtlinge sind in den letzten Wochen zahlreiche Elemente parallel in Gang gebracht worden. Jobcenter und Erlenschule, Diakonie und Freie Gemeinde, Familienpaten und Freiwilligenagentur. Und die vielen Syker, die einfach machen. Ohne nach einer Gegenleistung zu fragen. „Diese Herausforderung“, verkündet Laue, „kann eine große Bereicherung für uns alle werden.“

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