SSK stellt Weichen für die Zukunft

Flucht nach vorn vor dem Gängeviertel

Syke - Von Dieter Niederheide und Michael Walter. Schützen ohne Schießstand: Ein absurdes Szenario. Aber eines, das für die Schießsportkameradschaft Syke (SSK) durchaus in den nächsten Jahren Wirklichkeit werden könnte. Kommt das Gängeviertel, ist ihr Schießstand mit einiger Wahrscheinlichkeit weg, denn er liegt mitten im Plangebiet für dieses städtebauliche Projekt.

Damit die SSK dann nicht praktisch obdachlos wird, stellte sie am Sonntag die Weichen für eine Vereinbarung mit dem Schützenverein über eine Mitbenutzung der Schießhalle am Waldstadion. Bei zwei Enthaltungen gab es auf der Mitgliederversammlung in Wessels Hotel ein klares Ja dazu.

Die Vereinbarung ist noch nicht in trockenen Tüchern: Der Schützenverein muss auf seiner eigenen Jahrestagung ebenfalls darüber beraten. Danach werden sich die Vorstände beider Vereine erneut an den Tisch setzen.

„Mit dem Votum der Mitglieder hat die Schießsportkameradschaft nunmehr ihren formellen Teil zum vorbereiteten Schritt in eine neue Zukunft getan“ stellte Schriftführer Rüdiger Jathe fest. SSK-Vorsitzender Gerhard Hoberg: „Das ist ein Thema, das uns alle berührt. Wir haben uns fleißig Gedanken darüber gemacht, was ist, wenn der Schießstand mal weg muss.“

Schriftführer Rüdiger Jathe, Gesprächsführer bei mehreren Zusammenkünften mit dem Vorstand des Schützenvereins, erläuterte ausführlich das Warum zum gewünschten Umzug Richtung Friedeholz. Das von der Stadt Syke in die Wege gebrachte Gängeviertel bedeute für die SSK ein Risiko. Das Projekt liegt politisch zwar derzeit auf Eis, es ist grundsätzlich aber nach wie vor erklärter Konsens einer breiten Mehrheit im Rat der Stadt.

Rüdiger Jathe zeigte auf der Leinwand den Planentwurf zum Gängeviertel. Darin ist der Schießstand schon gar nicht mehr eingezeichnet. Problematisch ist darüber hinaus auch der Zustand des Außenbereichs: „Es besteht ein akuter Sanierungsstau“, so Jathe. „Es gibt statische Probleme.“

Sanierungsstau und andere Probleme

Hinzu kommt: Es ist 50 Jahre her, dass die SSK – damals noch unter dem Etikett Krieger- und Soldatenkameradschaft – den nicht mehr benötigten Bierkeller von Wessels Hotel in einen Schießstand umbaute. Damals auf der Höhe der Zeit, sind die sportlichen Möglichkeiten dieser Anlage heute doch eher begrenzt.

Aber auch das ist noch nicht alles. Jathe gab zu bedenken, dass mit dem Abriss eines benachbarten baufälligen Gebäudes die Genehmigung zum Betreiben des Schießstandes hinfällig werde. „Es kann alles ganz schnell gehen, sozusagen von heute auf morgen, und wir sind schießstandlos.“

Von daher habe man sich nach einer Alternative umgeschaut, die dauerhaft, zukunftsorientiert und schießsportlich attraktiv sowie entwicklungsfördernd sein sollte. So sei die Idee mit dem Schützenverein entstanden.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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