Filmemacher Vilas Rodizio: „Auf der Suche nach dem alten Tibet“

Wo der Guru auf dem Tiger fliegt

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Filmemacher Vilas Rodizio am Hansa-Kino.

Syke - Von Dieter Niederheide. Das Ergebnis einer abenteuerlichen Reise zu Buddhas Erben ist der beeindruckende Dokumentarfilm „Auf der Suche nach dem alten Tibet“, den das Hansa-Kino am Sonntag präsentierte. Regisseur Vilas Rodizio gelangen darin tiefere Einblicke als manch anderem.

Die Tür zur Welt der Yogis im tibetanischen Hochland öffnete sich für den Filmemacher ungewöhnlich weit, weil er seit einigen Jahren selbst Buddhist ist. „Wir wurden als praktizierende Buddhisten ernst genommen“, berichtet er.

Der 50-jährige Hamburger stand im Hansa Kino den Besuchern Rede und Antwort auf deren Fragen. Mit der Kamera im Rucksack und als Tourist nahm er von der tibetischen Hauptstadt aus Kurs auf ein damals auch für ihn ungewisses Ziel. Hoch oben im Himalaja erlebte er ein geheimnisvolles, rätselhaftes und faszinierendes Land mit geheimen Meditationspraktiken. „Man kann so einen Film nicht planen, man muss es probieren“, sagt er.

Vilas Rodizio berichtet von Sagen und festigt die eine oder andere mit Bildern. Zum Beispiel von großen Fußabdrücken in den Felsen, die Meditationsmeister hinterlassen haben sollen, oder von Reliquien, die bedeutende Lamas bei ihrem Tod als Zeichen für die Nachwelt zurücklassen.

Bei der Begegnung mit dem großen Seher Mahasidda Tustrim Taschin antwortete dieser auf Rodizios Fragen: „Ihr seid weit gereist, um mich zu treffen. Ich kenne die Meditationen, mit denen ihr in diesem Leben die Erleuchtung erreichen könnt – und ihr macht bloß Fotos und stellt mir kindische Fragen!“

Rodizio berichtet in seinem Film über Yogis, die allein durch die Kraft ihres Geistes von der Kälte des tibetischen Winters (bis zu minus 30 Grad) unberührt bleiben. „Man denkt: Der ist noch auf der Welt, aber nicht mehr von dieser Welt.“

Inzwischen war er dreimal in Tibet und ist sich sicher, dass, wer einmal dort war, immer wieder zurück will. „Man sieht Sachen, die man kaum glauben kann.“ Er habe als Buddhist zum Beispiel Gespräche in Höhlen und Klöstern mit Lamas führen können, zu denen ein Nichtbuddhist keinen Zugang hat.

Etwa im Tigernest: Die Legende sagt, dass der Guru Rinpoche auf einer fliegenden Tigerin an diesem Felsabsatz auf 3120 Meter Höhe gelandet sei, dort drei Monate meditiert und dann den Menschen seine Erleuchtung vermittelt habe. 1692 wurde dort das Kloster gebaut, das 1998 bei einem Feuer zerstört und bis 2005 wieder aufgebaut worden ist.

Mit Fingerspitzengefühl, einfühlsam, aber auch spannend und informativ, skizzierte der Filmemacher eine Kultur, die mit unserem Weltbild nicht erklärbar ist. Das Hansa Kino reichte den Besuchern am Ende tibetanische Süßigkeiten und tibetanischen Tee.

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