Nach Funkverkehr nun die Benachrichtigung

Alarmierung 2.0: Feuerwehren im Landkreis Diepholz digitalisieren sich

So sehen sie aus: die neuen digitalen Meldeempfänger der Feuerwehren im Landkreis Diepholz.
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So sehen sie aus: die neuen digitalen Meldeempfänger der Feuerwehren im Landkreis Diepholz.

Die Feuerwehren im Landkreis Diepholz werden digitalisiert. Funkverkehr und Alarmierungen laufen mittlerweile über ein neues digitales System.

Landkreis Diepholz – Die Feuerwehren im Landkreis Diepholz sind jetzt komplett im digitalen Zeitalter angekommen. Vorbei die teils unverständlichen Sprachnachrichten im analogen Alarmnetz, die auch jeder Nebenstehende noch mithören konnte. Nachdem der Funkverkehr bereits seit 2012 komplett digital abläuft, erfolgen seit Mitte Oktober auch Alarmierungen durch die Diepholzer Leitstelle komplett über ein neu installiertes digitales System.

LandkreisDiepholz
Fläche104,4 km²
Bevölkerung216.886
Postleitzahl49356

Fachdienstleiter Klaus Speckmann sieht die besonderen Vorteile des Systems in der Ausfallsicherheit, der Verschlüsselung des Textes und der Abhörsicherheit. Auch wenn im Moment vorsorglich noch zweigleisig, also sowohl analog als auch digital alarmiert wird, ist er vom neuen System überzeugt. „Wir haben den Rettungsdienst bereits im Frühjahr 2019 mit den digitalen Meldeempfängern ausgestattet und dabei nur positive Erfahrungen gesammelt“, berichtet er.

Neues Netzwerk: Ein Jahr Probezeit

„Seit Mitte Oktober sind jetzt auch alle Einheiten von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) im Landkreis mit den neuen Meldeempfängern ausgestattet. Neben dem Rettungsdienst und den Feuerwehren gehören beispielsweise auch das THW, DRK-Bereitschaften oder die DLRG dazu. Da wir ein komplettes Netzwerk mit Sendern und Empfängern neu aufgebaut haben, soll für etwa ein Jahr getestet werden, ob dieses Netz auch bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen und vor allem auch flächendeckend stabil ist“, ergänzt er.

Rettungsdienste im Landkreis Diepholz sind mit den neuen Meldeempfängern ausgestattet.

Die Kosten des Netzes in Höhe von etwa 1,1 Millionen Euro trägt der Landkreis alleine. Bei den Meldeempfängern sind die Kommunen, als Träger der freiwilligen Feuerwehren, sowie die einzelnen Organisationen mit im Boot. Durch eine zentrale Ausschreibung konnten für die Endgeräte sehr günstige Preise erzielt werden. Das führte dazu, dass alle Städte und Gemeinden im Landkreis ihre aktiven Feuerwehrangehörigen weitestgehend mit den neuen Meldeempfängern ausgestattet haben.

4593 digitale Meldeempfänger programmiert

Insgesamt sind jetzt 4593 digitale Meldeempfänger in den Feuerwehrtechnischen Zentralen in Wehrbleck und in Barrien programmiert und personalisiert an die Einheiten ausgeliefert worden. Etwas mehr als 200 Geräte für Einsatzkräfte des Landkreises und knapp 4 400 für sonstige Einheiten, überwiegend kommunale Feuerwehrkräfte.

Die Wartung der Geräte sowie eventuell notwendige Programmierungen erfolgen auch künftig zentral in den Feuerwehrtechnischen Zentralen. Mit Andy Bredemeier (FTZ Wehrbleck) und Hans-Erich Brinkmann (FTZ Barrien) stehen dort Fachleute zur Verfügung, die für diese Aufgabe speziell geschult sind.

Kreisbrandmeister erfreut über Systemwechsel

Kreisbrandmeister Michael Wessels zeigt sich erfreut über den Systemwechsel. Eine Arbeitsgruppe der Kreisfeuerwehr hat sich intensiv mit dem Umstieg auf das neue System beschäftigt. Dabei entstand auf Basis der von den einzelnen Einheiten gelieferten Alarm- und Ausrücke-Ordnungen der Rahmen für die individuellen Alarmierungen. „Ein wesentlicher Vorteil des neuen Systems besteht auch darin, dass größere Einheiten, die aus Angehörigen verschiedener Ortsfeuerwehren bestehen, deutlich schneller zu alarmieren sind.

Im analogen System erfolgte die Alarmierung dieser Einheiten nacheinander, sodass die ersten Kräfte schon ausrückten, während die letzten noch alarmiert wurden“, schildert er. „Auch einzelne Fahrzeuge wie beispielsweise das Personal einer Drehleiter kann jetzt separat angesprochen werden. Hinzu kommt, dass auch einsatzrelevante Informationen oder einfache Mitteilungen mit dem System möglich sind“, ergänzt Michael Wessels.

Ausrückende Einsatzkräfte können beispielsweise vor Glatteisbildung gewarnt werden. Der Kreisbrandmeister ist davon überzeugt, dass der Echtbetrieb jetzt sehr schnell zeigen wird, dass das System funktioniert, der Probebetrieb bereits vor Ablauf eines Jahres abgeschlossen und das alte analoge Netz dann endgültig abgeschaltet werden kann.

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