Wohnungen müssen geräumt werden

Feuer in Syker Seniorenheim: Angehörige kritisiert Hausverwaltung – „Hilflos und allein gelassen“

Ein Seniorenheim in Syke ist am Mittwoch in Brand geraten. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot angerückt. Einige Tage später drangen Einbrecher in das Gebäude ein. Alle Bewohner konnten inzwischen angemessen untergebracht werden. Nun kritisiert eine Angehörige die Hausverwaltung des Heims.

  • Feuer in Seniorenheim in Syke löst Großeinsatz der Feuerwehr aus
  • Rauchwolke zieht weit sichtbar über die Syke
  • Angehörige kritisiert die Hausverwaltung des Seniorenheims

Update, 13. Mai: Nach dem Feuer in einem Syker Seniorenheim stehen sowohl die Bewohner als auch ihre Angehörigen vor einem Scherbenhaufen. Wortwörtlich, denn nun sollen die privaten Zimmer geräumt werden. „Dafür müssen wir teilweise über Scherben und Sandsäcke laufen“, erzählt Sabine Hofmann (Name geändert). Sie ist die Tochter einer ehemaligen Bewohnerin des Seniorenheims.

Zuerst hätte sie bloß über den Hausmeister gehört, dass die Wohnungen geräumt werden müssen. Ein offizielles Schreiben der Hausverwaltung blieb lange Zeit aus. Nun, mehr als zwei Wochen nach dem Feuer, wurden die Mieter über die Räumung informiert – bis zum 15. Mai müssen die Wohnungen leer sein. Dafür hatten sie also eine Woche Zeit. Eine andere Wohnung hätte die Info bekommen, dass die Möbel bleiben können. „Jeder bekommt eine andere Mitteilung“, bemängelt Hofmann. Sie kritisiert scharf die schwache Kommunikation seitens des Seniorenheims

Da sie nicht weiß, wo sie mit den Habseligkeiten ihrer Mutter bleiben soll, startete sie einen Aufruf bei Facebook. Daraufhin hätte sich ein Mann gemeldet, der ihr seine Garage als Unterstand „ausleihen“ würde, erzählt Hofmann. Die Unterstützung, die sie nun über soziale Medien erfährt, wünscht sie sich eigentlich vom Syker Seniorenheim. Ihr sei durchaus bewusst, dass die Mitarbeiter „überfordert“ seien. Trotz allem dürften sie die Betroffenen nicht so im Regen stehen lassen. „Wir fühlen uns so hilflos und allein gelassen“, sagt sie.

Update, 30. April: Die Senioren der Syker Senioreneinrichtung, in dem zuerst ein Feuer und dann Einbrecher gewütet haben, sollen auch mithilfe von Angehörigen angeben, was gestohlen wurde, sagte Polizeisprecher Thomas Gissing am Donnerstag gegenüber der Deutschen Presseagentur. Nach dem Brand vor einer Woche waren in der Nacht zum Montag unbekannte Täter in Wohneinheiten und Büroräume eingedrungen.

„So eine Tat gehört überhaupt nicht zu unserem Arbeitsalltag“, sagte der Polizeisprecher. Die Täter hätten sich g ewaltsam Zutritt zu dem geräumten und abgeriegelten Gebäude verschafft und die Räumlichkeiten durchsucht. Die Höhe des Schadens durch den Einbruch müsse weiterhin erst ermittelt werden.

Update, vom 28. April, 16 Uhr: Knapp eine Woche nach dem Brand in einem Seniorenheim in Syke konnte allen Bewohnern eine Weitervermittlung angeboten und somit auch eine Perspektive aufgezeigt werden. Mit wenigen Ausnahmen seien die Seniorinnen und Senioren in Bremen und im Bremer Umland, in Bassum und zum Teil auch bei Angehörigen untergebracht worden, teilt der Landkreis Diepholz am Dienstag mit.

Wohnpark-Senioreneinrichtung Syke umfasst Wohnungen und WGs

Im Wohnpark Syke, der von der Wohnpark Convivo Unternehmensgruppe in Bremen betrieben wird, wohnten insgesamt 60 Bewohnerinnen und Bewohner in zwei Seniorenwohngemeinschaften sowie in einzelnen Wohnungen mit Serviceleistungen. „Convivo, die Stadt Syke und der Landkreis Diepholz stimmen sich auch weiterhin ab, um passende, dauerhafte Lösungen für alle Seniorinnen und Senioren zu finden“, erklärt Landrat Cord Bockhop.

Update vom 28. April: Unbekannte Täter sind in der Nacht auf Montag zwischen 2 und 7.45 Uhr in das Seniorenzentrum in Syke an der Waldstraße eingebrochen, in dem es am 22. April gebrannt hatte. Das teilte die Polizei am Dienstag mit. Seit dem Brand ist das Seniorenzentrum unbewohnt. 

Mehrere Wohneinheiten und Büroräume wurden laut der Polizei von den Tätern aufgesucht. Diese verschafften sich gewaltsam Zutritt und durchsuchten die Räumlichkeiten. Der Schaden und eventuelles Diebesgut standen am Dienstagmittag noch nicht fest. Hinweise nimmt die Polizei Syke unter Telefon 04242/9690 entgegen.

Update von 17.15 Uhr: Nach dem Feuer in einem Syker Seniorenheim waren Ermittler der Polizei erstmals am Donnerstagnachmittag in dem betroffenen Gebäudeteil. Bürgermeisterin Suse Laue sprach davon, dass der in Brand geratene Abschnitt des Hauses vermutlich komplett zerstört worden sei. Aber auch die beiden übrigen Teile der Senioreneinrichtung seinen durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Bewohner des Seniorenheims wurden vorübergehend in zwei Krankenhäusern in Bassum und Sulingen sowie in einer Corona-Notfalleinrichtung des DRK in Bruchhausen-Vilsen untergebracht. Nur einige von ihnen mussten wegen leichter Rauchvergiftungen behandelt werden.

Syke lag am Mittwoch teilweise unter dichtem Rauch verborgen.

Einige der alten Menschen sollten in Kürze zu ihren Familien umziehen. Wegen des geltenden Aufnahmestopps in Senioreneinrichtungen werde es dann aber schwierig mit einer Rückkehr in ein Heim, sagte eine Sprecherin des Landkreises Diepholz am Donnerstag. Der genaue Schaden am Gebäude war am Donnerstag weiterhin offen, er beträgt aber vermutlich mehrere Hunderttausend Euro.

Update, 23. April, 9 Uhr: Warum das Feuer im Seniorenheim in Syke ausgebrochen war, ist noch unklar. Die Polizei hat den Brandort beschlagnahmt. Im Verlauf des Tages sollten die Ermittlungen zur Brandursache beginnen, wie ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen sagte.

Originalmeldung, 22. April: Syke - Ein Feuer in einem Wohnheim für Senioren an der Waldstraße in Syke beschäftigte am Mittwochnachmittag alle Feuerwehren der Stadt und zudem welche aus benachbarten Gemeinden. Unter anderem war die Drehleiter der örtlichen Einsatzkräfte zum Einsatz ausgerückt. Dichter Rauch zog über die Stadt. Die Löscharbeiten waren auch am Abend noch nicht beendet und sollten bis in die Nacht hinein andauern.

Das Feuer war nach ersten Informationen der Feuerwehr aus noch unbekannter Ursache im Dachgeschoss eines Gebäudetrakts der Senioreneinrichtung ausgebrochen. Die Einsatzkräfte rückten gegen 17.40 Uhr zur Waldstraße aus. Mithilfe des Personals konnte eine geordnete Evakuierung stattfinden, heißt es. Zahlreiche Trupps unter Atemschutz gingen in das Gebäude und übergaben die Heimbewohner draußen an den Rettungsdienst. Die 61 Bewohner und alle Mitarbeiter des Wohnheims haben das Gebäude unverletzt verlassen. Lediglich bei zwei Mitarbeitern gab es Anzeichen einer leichten Rauchgasvergiftung, teilt die Feuerwehr mit.

Zum Brand des Seniorenheims ist unter anderem eine Drehleiter gerufen worden.

Eine benachbarte Gaststätte der Senioreneinrichtung nahm die Bewohner kurzfristig auf, anschließend wurden die Senioren laut Angaben des Landkreises Diepholz für die Nacht im Krankenhaus in Bassum oder in einem Altenheim in Bruchhausen-Vilsen untergebracht. In der Klinik in Bassum könnten die Kapazitäten genutzt werden, die derzeit wegen der Corona-Pandemie vorgehalten würden, sagte eine Sprecherin des Landkreises.

Größter Einsatz der Feuerwehr in Syke seit Langem

Bei einem der größten Einsätze in Syke seien auch benachbarte Häuser evakuiert worden, berichtete Polizei-Sprecher Thomas Gissing. Bei einem ersten Alarm gingen die Einsatzkräfte der Feuerwehr noch davon aus, es handele sich bei dem Einsatz um einen Küchenbrand, schnell stellte sich laut Thomas Gissing aber heraus, dass ein ganzer Gebäudeteil in Brand geraten war. Das Feuer war gegen 23.30 Uhr unter Kontrolle, einige Einsatzkräfte führten aber auch in der Nacht Kontrollen durch.

Seniorenheim an der Waldstraße in Syke gerät in Flammen

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Angaben über die Höhe des Schadens an dem Gebäude konnten am Abend noch nicht gemacht werden. Das Haus ist wegen des Feuers bis auf Weiteres unbewohnbar. Insgesamt waren rund 380 Kräfte der Feuerwehr, 100 Kräfte des Rettungsdienstes sowie etwa 20 Beamte der Polizei an der Einsatzstelle. Die Bundesstraße 6 wurde für mehrere Stunden wegen der starken Rauchentwicklung und für Evakuierungsmaßnahmen voll gesperrt.

Mit Material der dpa

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