Bürgerinitiative appelliert an Politiker

Fehlender Radweg an der L 333: „Dann lasst euch was einfallen!“

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Zwischen Felde und Okel gibt es keinen Radweg – sehr zum Unmut einer Bürgerinitiative.

Landkreis - Von Detlef Voges. Der Radweg zwischen Riede (Landkreis Verden) und Syke-Okel (Landkreis Diepholz) an der Landesstraße 333 bleibt vorläufig eine Utopie. Diepholz hat das Objekt überhaupt nicht auf der Prioritätenliste der zuständigen Straßenbaubehörde, Verden nur auf Platz 5 des Ausbauprogramms. Die Enttäuschung der Bürgerinitiative (BI) „Schulwegsicherheit Riede“ auf der jüngsten Versammlung war greifbar. „Bemüht euch“, erklärte die BI-Vorsitzende Ilse Lange am Dienstagabend im Schützen- und Reiterhof Okel an die Adresse der Politiker.

Seit 2012 bemüht sich die BI um einen Radweg (4,2 Kilometer) an der L  333 als Lückenschluss zwischen beiden Landkreisen, besonders aber wegen der Schulsicherheit. Denn: Kinder aus Riede-Felde besuchen Syker Schulen. Die Benutzung der Straße ist aber nach Ansicht der Eltern hochgefährlich. „Dort wird gerast“, sagt Okels Ortsbürgermeister Jürgen Schmock, der einem Radweg zustimmt, weil auch Okel ab Ortseingang Friedhof weder über Fuß- noch Radweg im Ortsteil verfügt.

Hoffnung hegte die BI über eine Petition im Landtag. Der Wirtschaftsausschuss bewertete sie positiv, der Haushaltsausschuss legte sie auf Eis. „Es passierte nichts, und ich habe gelernt, man muss selbst handeln“, so Ilse Lange. Für die BI-Vorsitzende steht fest, dass das Projekt nur realisiert werden kann, wenn die Straßenbauverwaltungen beider Landkreise die Priorität für den Radweg anerkennen. Bislang schöben beide aber den schwarzen Peter hin und her. Und niemand übernehme Kosten, auch nicht die der Planung als Einstieg. Eine Summe von etwa 20.000 Euro.

Müsse es erst weitere Tote geben? 

Ein Signal kommt aus Riede. Der Gemeinderat will sich an den Planungskosten beteiligen und hofft auf Beteiligungen auch aus Syke. „Ohne diese Vorleistung können wir wahrscheinlich noch Jahre auf den Radweg warten“, erklärte Riedes Bürgermeister Jürgen Winkelmann.

Schmock begrüßte die Initiative, erinnerte aber daran, dass die Stadt Syke einen Beschluss gefasst habe, sich nicht an den Planungskosten zu beteiligen. Die Initiative müsse von Verden ausgehen, betonte Volker Meyer, Mitglied im Kreis- und Landtag. Die Gemeinden hätten mit den Straßenbaubehörden das Bauprogramm besprochen. Für Diepholz sei der Radweg an der L 333 zurzeit nicht im vorderen Bedarf, so Meyer.

Ob Politiker nicht anders entscheiden könnten, wenn es um die Sicherheit von Kindern gehe, fragte ein BI-Mitglied. Oder müsse es erst weitere Tote geben? 

„Wenn wir die Prioritäten ändern, machen wir woanders eine Baustelle auf. Andere haben das gleiche Interesse an Radwegen“, entgegnete der Syker Ratsherr Peter Jahnke, der die Absage der Hachestadt an die Planungskosten mit hohen städtischen Investitionen, zum Beispiel am Syker Hallenbad, begründete.

Noch keine Anfrage in Nienburg

„Wenn nicht genug Geld zusammenkommt, können wir ja noch mal mit dem Klingelbeutel rumgehen“, meinte Ilse Lange etwas süffisant.

Irgendjemand müsse bei der Straßenbaubehörde Verden planen und prüfen, ob es bei dem Ranking von Platz 5 für den Radweg an der L 333 bleibe, erklärte Meyer. In sechs Monaten gebe es ein Ergebnis. Wenn Verden anfange, sieht Meyer durchaus eine Chance, dass sich dann auch Nienburg einen Lückenschluss vorstellen könne. Bislang habe es aus Verden aber noch keine Anfrage in Nienburg gegeben, betonte der Kreistagsabgeordnete. 

„Von der Straßenbaubehörde Verden erfahren wir wenig Kooperationsbereitschaft“, klagte Ilse Lange. Die BI setzt ihre Hoffnung jetzt auf die Bereitstellung der Bauplanungskosten in Höhe von 20.000 Euro. Wenn Riede 10.000 Euro beisteuere und die BI die anderen 10.000 Euro, dann könnte doch geplant werden, äußerte Lange. Die Behörde müsse den Planer aber auch akzeptieren, entgegnete Winkelmann, der nach wie vor auch auf die politischen Nachbarn setzt und auf die Gesprächsbereitschaft. „Dann lasst euch was einfallen“, betonte die BI-Vorsitzende mit Blick in die Politiker-Runde.

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