„Könnte ich besser“

FDP sieht sich vor Kommunalwahl im Aufwind: Selbstbewusste neue Kandidatinnen

FDP Syke stellt Großplakat auf.
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Die FDP Syke stellt ihre Großplakate selbst auf – zum Beispiel an der Kafu-Kreuzung. Von links Alexander Grafe (Bruchhausen-Vilsen), Brigitte Sundt, Erich Rieckers, Ralf Seedorf und Reinhard Hansemann.

Die Syker FDP sieht sich im Aufwind. Nicht zuletzt gute Umfragewerte auf Bundeseben sollen den Liberalen bei der Kommunalwahl am 12. September Rückenwind geben. Neben Urgestein Reinhard Hansemann treten auch eine Reihe neuer Kandidatinnen und Kandidaten für die FDP an. Darunter ist auch eine, deren Mutter schon im Syker Rat sitzt – aber für die CDU.

Syke – Wahlkampf ist harte Arbeit. Für die Syker FDP gilt das in buchstäblichem Sinne. Denn die Liberalen sind, so betont Reinhard Hansemann mit dem ihm eigenen Nachdruck, „der einzige Ortsverein, der seine eigenen Großflächenplakate aufklebt“. Vor rund zwei Jahrzehnten hätten sie die großen Gerüste dafür selbst gebaut, erklärt der Ortsvereinsvorsitzende.

Und nun werden sie alle paar Jahre zu den Wahlen aus der Scheune geholt und an prominenten Stellen aufgestellt.

Hansemann – in der zu Ende gehenden Wahlperiode FDP-Einzelkämpfer im Syker Stadtrat – ist längst im Wahlkampfmodus. „Die Stimmung ist gut“, erklärt er. Auch wegen der Entwicklung auf Bundesebene. Die Umfragen sähen die Liberalen deutschlandweit bei guten 12 bis 13 Prozent. „Das färbt ab auf die Kommunalpolitik, machen wir uns nichts vor.“

Vor fünf Jahren sei er schon mal Leidtragender dieses Phänomens gewesen, blickt er zurück. Die Bundes-FDP im Tief – das sorgte auch für ein schlechtes Ergebnis bei der Kommunalwahl. „Ich hätt’ heulen können“, erinnert sich Hansemann.

Das neunköpfige Kandidatenfeld der FDP für den Stadtrat weist ein paar durchaus spannende neue Namen auf. Brigitte Sundt etwa tritt auf Listenplatz 3 an. Sie ist (oder war) nicht nur als Gästeführerin, sondern auch im Flüchtlingscafé engagiert. „Ich bin zeit meines Lebens FDP-nah“, betont sie. Als Vertreterin des Integrationsbeirates habe sie als beratendes Mitglied an vielen Sitzungen des Bauausschusses teilgenommen. „Da hab ich gedacht: Manche Dinge könnte ich besser.“

Ein ordentliches Selbstbewusstsein stellt auch die Kandidatin auf dem FDP-Listenplatz 5 zur Schau: Tina Weinhold ist hier aufgewachsen und vor weniger als einem Jahr nach Hause zurückgekehrt. Jana Weinhold, die Mutter der 30-jährigen Barrierin, sitzt bereits im Stadtrat – allerdings für die CDU. „Ich habe mich immer mehr mit der FDP identifiziert“, sagt Weinhold. „Da lagen wir zu Hause nicht immer auf einer Wellenlänge. Aber wir lieben uns trotzdem!“

Mitmachen, statt nur rumzunörgeln: Auch diese Einstellung eint die beiden neuen FDP-Kandidatinnen. Sundt sieht ihren Schwerpunkt im Bildungsbereich, Weinholds Steckenpferde sind Wirtschaft und Soziales.

Wofür die Kandidatinnen und Kandidaten ihre erhaltenen Stimmen einsetzen wollen, steht auf dem FDP-Wahlflyer. Ein Punkt dabei: die Finanzen. Ein „langfristiger Schuldenabbau“ ist darin explizit genannt. „Ich kann’s auf den Tod nicht ab, wenn man Geld aus dem Fenster schmeißt“, sagt Hansemann. Er ist dafür, gerade bei freiwilligen Leistungen die „Notbremse zu ziehen“.

Gestärkt werden soll auf jeden Fall das Ehrenamt. Und auch das Thema Integration sei noch längst nicht abgeschlossen. „Zum Beispiel brauchen wir vernünftige Deutschkurse, an denen Frauen mit Kindern zugelassen sind“, meint Sundt.

Ob die „Neuen“ nervös sind vor ihrer ersten Wahl als Kandidatinnen? „Gespannt, nicht nervös“, sagt Tina Weinhold. Auch bei Reinhard Hansemann scheint die Vorfreude zu überwiegen. „Unser Ziel sind drei Sitze. Dann bin ich der glücklichste Mensch in ganz Syke.“

Von Frank Jaursch

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