Stadtrats-Bitte an zwei Vorstände

FC Gessel-Leerßen und TSV Barrien sollen über gemeinsame Neubau-Lösung reden

Nur rund 900 Meter Luftlinie liegen zwischen dem FC Gessel-Leerßen (links) und dem TSV Barrien. Beide Vereine planen einen Bau beziehungsweise eine Erweiterung ihres Bewegungszentrums.
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Nur rund 900 Meter Luftlinie liegen zwischen dem FC Gessel-Leerßen (links) und dem TSV Barrien. Beide Vereine planen einen Bau beziehungsweise eine Erweiterung ihres Bewegungszentrums.

Mit dem TSV Barrien und dem FC Gessel-Leerßen planen zwei Vereine in unmittelbarer Nachbarschaft größere Bauprojekte. Dabei geht es auch um Bezuschussung durch die Stadt. Der Rat hat jetzt die Bitte an die Vereinsvorstände formuliert, sich auf die Suche nach einer gemeinsamen Lösung zu machen.

Syke – Der Wahlkampf kommt langsam in die heiße Phase, die laufende Wahlperiode neigt sich dem Ende entgegen. Und auch wenn die Mitglieder des Syker Stadtrates sich noch zweimal zu Sitzungen treffen werden, nutzte der Ratsvorsitzende Karsten Bödeker die jüngste Sitzung im Ratssaal zu einem Rückblick auf fünf Jahre Kommunalpolitik in Syke.

Drei verschiedene Tagungsorte und mehrfach eine intensive Beschäftigung mit der Geschäftsordnung liegen hinter den Ratsmitgliedern. Bödeker lobte den „insgesamt sehr fairen und konstruktiven“ Umgang miteinander. Und er verdeutlichte an einer Zahl die Verantwortung, die mit der Tätigkeit als Bürgervertreter im Stadtrat einhergeht. „Wir haben in diesen fünf Jahren über 200 Millionen Euro entschieden“, so Bödeker. Auf der jüngsten Sitzung kamen noch einmal ein paar hunderttausend Euro hinzu.

Zum Teil sind die Kosten dabei noch nicht zu beziffern. Etwa beim einstimmig gefassten Beschluss, das Engagement der Schulen für die Intensivierung des Klimaschutzes zu unterstützen und die Maßnahmen zur Beantragung einer Auszeichnung zur „Klimaneutralen Schule“ zu erarbeiten.

Präziser wird es da schon bei der geplanten Sanierung des Jugendhauses am Lindhof – genauer des dortigen Obergeschosses. Für eine Reihe von Maßnahmen von Brandschutz bis zum neuen Bodenbelag soll ein Betrag von 100 000 Euro freigegeben werden, für den es bis dahin einen Sperrvermerk gegeben hatte. Bürgermeisterin Suse Laue betonte noch einmal, dass mit der Freigabe des Geldes „keine Wegwerf-Investition erfolgt“.

Ihren Schätzungen zufolge könnte die Immobilie nach den Ertüchtigungen weitere „zehn bis 15 Jahre“ genutzt werden – ein solches „Bekenntnis für eine langfristige Nutzung hatte beispielsweise der FWG-Fraktion laut Jochen Harries zuvor gefehlt. Der Sanierungsbeschluss ging einstimmig durch.

Etwas schwerer tat sich der Rat mit der Vorgehensweise in Sachen Bezuschussung der geplanten Bauvorhaben des FC Gessel-Leerßen und des TSV Barrien (wir berichteten). Ein Antrag der CDU-Gruppe sah eine konkrete Investitionsförderung der Gesseler Maßnahme bereits für 2022 vor, deren Höhe je nach finanziellem Spielraum noch festzulegen sei.

Eine Mehrheit fand dieser Antrag nicht; stattdessen gab es schließlich ein eindeutiges Votum für die Vorlage der Stadtverwaltung, die eine mögliche Bezuschussung generell von der coronabedingten Entwicklung des Haushalts abhängig macht. Der Anbau des FC Gessel-Leerßen soll – weil bereits vor mehreren Jahren gestellt – in jedem Fall gegenüber dem Barrier Projekt vorrangig berücksichtigt werden. Allerdings haben die Vorstände beider Vereine einen freundlichen Auftrag bekommen: Sie sollen miteinander ins Gespräch kommen, um gegebenenfalls den Neubau eines gemeinsamen Bewegungszentrums in Erwägung zu ziehen.

Es ist politisch kaum darstellbar, wenn zwei Vereine in räumlicher Nähe zwei solche Großprojekte starten.

Wilken Hartje (CDU) zu den Plänen des FC Gessel-Leerßen und des TSV Barrien

„Es ist politisch kaum darstellbar, wenn zwei Vereine in räumlicher Nähe zwei solche Großprojekte starten“, so Wilken Hartje (CDU). Seinem Wunsch nach einer „Aufforderung“ an die Clubvorstände kam der Stadtrat nicht nach – er sprach sich schließlich für die mildere Version einer „Bitte“ aus. Zudem soll im September eine Arbeitsgruppe gebildet werden, um „einen gemeinsamen Weg für eine Umsetzung der Neu- und/oder Anbauvorhaben zu erörtern und zu entwickeln“.

Zwei Formalitäten rundeten die Ratssitzung ab: Wie in den vorherigen Gremien bereits angedeutet, wird im Zuge des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek) das Förderungsgebiet Bahnhofstraße/Gartenstraße als „Stadtumbaugebiet“ festgelegt (wir berichteten). Zudem übt die Stadt ihr Vorkaufsrecht für ein gut 5000 Quadratmeter großes Grundstück aus, das als potenzielle Erweiterungsfläche für das Baugebiet Lerchenfeld dienen kann. Kostenpunkt: knapp 100 000 Euro.

Von Frank Jaursch

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