Geld für Sonnensegel am Mühlenteich nach drei Wochen Crowdfunding beisammen

„Fast ein Selbstläufer“

Roman Wohlgemuth hat sie alle beisammen: 10 131 Euro und 17 Cent.
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Roman Wohlgemuth hat sie alle beisammen: 10 131 Euro und 17 Cent.

Syke – Dickköpfigkeit zahlt sich manchmal aus: Unter der Überschrift „Für die Kleinbürger“ hatten wir Anfang Juli über Roman Wohlgemuth berichtet, der für den Kinderspielplatz am Mühlenteich ein Sonnensegel spenden wollte. Als er feststellen musste, dass die Preise dafür seinen persönlichen finanziellen Rahmen sprengen würden, mochte er nicht einfach aufgeben und rief zum Crowdfunding auf. Er hat das Geld zusammen!

Kurzer Blick zurück: Statt der erwarteten 3 000 Euro sollte das Sonnensegel über 10. 000 Euro kosten. „Die Hälfte zahle ich selbst. Vielleicht gibt es ja noch andere Leute in Syke, die so ähnlich ticken“, hatte Wohlgemuth gesagt. „Wenn wir für die andere Hälfte Sponsoren finden, setzen wir es um.“

Was dann passierte, hat ihn schier umgehauen: „Schon eine Woche nach dem Artikel in der Kreiszeitung hatte ich Zusagen für die gesamte Summe“, sagt Roman Wohlgemuth. Und seit Montag hat er alle zugesagten Gelder komplett auf dem Konto. „Ich hatte darauf gehofft, aber ich hätte nie damit gerechnet, dass es so schnell geht.“

Insgesamt 23 Spender weist seine Liste aus. Nur zwei Firmenspenden sind darunter und eine institutionelle: von Inner Wheel. Der große Rest kommt von Privat. „Das Rewe-Team hat gespendet“, zählt Wohlgemuth auf. „Die schönste Spende waren 1,46 Euro, die mir ein kleiner Junge im Büro vorbeigebracht hat“, erzählt Wohlgemuth. „Da hatte ich Tränen in den Augen.“ Mehr darf er dazu nicht verraten. Da steht er bei den Eltern im Wort.

Die größte Einzelspende kommt von einem befreundeten Unternehmer aus Polen. „Ich hatte ihm am Telefon ganz beiläufig von der Sache erzählt. Da hat er gesagt: Er kennt das gar nicht anders. Ohne solche privaten Initiativen würde in Polen kaum etwas gehen, weil die Kommunen alle kein Geld hätten. Und dann hat er mir 1000 Euro überwiesen. Das hat mich total überrascht und sehr gerührt.“

Die weiteste Spende kommt aus Bergen in Norwegen. „100 Euro von einer ehemaligen Sykerin, die bis vor ein paar Jahren noch mit uns im gleichen Haus gewohnt hat. Sie hatte im Internet den Artikel gelesen und gleich Kontakt aufgenommen.“

Die Syker Bürgerstiftung und die Rotarier hatten ebenfalls Spenden zugesagt. Und die Werbegemeinschaft wollte das Thema zumindest bei ihren Mitgliedern ansprechen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Roman Wohlgemuth die erforderliche Summe von 10 131 Euro und 17 Cent aber schon komplett beisammen. „Und ich habe auch noch weitere Zusagen erhalten, die gar nicht mehr erforderlich waren.“

Wie geht’s jetzt weiter? Darüber hat Roman Wohlgemuth sich schon mit der Stadtverwaltung abgestimmt. „Ich werde das Geld komplett an die Stadt überweisen, die bestellt dann das Sonnensegel und bezahlt es auch.“ Dafür muss Wohlgemuth einen Sponsorenvertrag mit der Stadt abschließen und der Rat der Stadt muss die Annahme der Spende formell genehmigen.

„Der Hersteller spricht von einer Lieferzeit von etwa acht Wochen“, sagt Wohlgemuth. Dann hätten wir Ende September, Anfang Oktober. Nicht mehr unbedingt die operative Kernzeit für ein Sonnensegel. „Ich hoffe, dass wir es dann noch einweihen können“, sagt Roman Wohlgemuth. „Auf jeden Fall müssen wir es zumindest einmal aufbauen, um zu sehen, ob alles passt.“

Unterm Strich steht für Roman Wohlgemuth nur Positives bei dieser Spendenaktion. „Ich habe nicht eine einzige negative Äußerung dazu gehört. Das war fast ein Selbstläufer. Ich kann mich jetzt auch nicht unbedingt erinnern, dass so was schon öfter auf diese Weise in Syke passiert ist.“

Von Michael Walter

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