Regionaler Anbau mit Methode

Familie Palkies aus Okel bietet gartenfrisches Gemüse im Jahresabo

Ein Mann und eine Frau stehen in einem kleinen Gemüsebeet und zeigen die Früchte ihrer Arbeit.
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Zeit für frische Luft: Melanie und Martin Palkies legen junge Kohlrabi- und Brokkoli-Pflanzen frei, die bisher von der Folie geschützt wuchsen.

Okel – „Effizient“ ist ein Wort, das Melanie Palkies häufig benutzt, um ihren Gemüseanbau zu beschreiben. Wer glaubt, dass naturnaher Gartenbau bedeutet, die Natur einfach sprießen zu lassen und aufs Ernteglück zu hoffen, liegt hier falsch.

Hier, das ist der Hof in Okel, den Melanie Palkies und Ehemann Martin vor acht Jahren bezogen haben. Das Gemüse, das sie hier anbauen, versorgt nicht mehr nur die eigene fünfköpfige Familie. Zu praktischen Bildungsprojekten und Führungen kommt am Palkieshof noch in diesem Frühjahr ein weiteres Angebot hinzu: gartenfrisches Gemüse im Jahresabo.

Platz fürs Pferd und mehr Platz für sich, die Kinder und zum Gärtnern als in der Doppelhaushälfte in Barrien haben die beiden vor acht Jahren in Okel gefunden. Inzwischen ist der Garten für die Palkies weit mehr als ein Hobby. Sie haben ein (vom Bund gefördertes) Bildungsprojekt über gemeinschaftliches Gärtnern entwickelt – und den Wunsch, sich mit dem Gemeinschaftsgarten selbst zu versorgen. Der Palkies-Hof ist heute ein Betrieb – Rechtsform GbR – mit zwei Mitarbeiterinnen, Melanie Palkies selbst sowie einer angestellten Gärtnerin. Ihr Anspruch war, „ein System zu schaffen, das sich selber trägt“ – damit meint sie nicht nur die ökologische, sondern auch die betriebswirtschaftliche Seite des Gemüsegärtners. Und in ihrem System gehen die Palkies streng konzeptuell vor –   mittlerweile.

Permakultur und „Market-Gardening“ sind hierfür die Oberbegriffe. Permakultur, erläutert Melanie Palkies, dreht sich um die Frage: „Wie möchte ich Haus und Umfeld gestalten?“ Also um ressourcenschonende Lebensraumgestaltung, um ökologische und soziale Aspekte.

Für die anfänglichen Laien war das Konzept Permakultur die Rettung. Der Garten machte neben all den anderen Verpflichtungen einfach zu viel Arbeit. Melanie Palkies erinnert sich, gedacht zu haben: „Wenn wir so weitermachen, geht uns irgendwann die Puste aus.“ Ihr Hof sei so angelegt, dass er nach Norden hin abgeschlossen und nach Süden hin offen ist, erklärt sie. Ergebnis sei ein günstigeres Mikroklima.

„Alles was Sie hier sehen, ist essbar“, sagt Palkies beim Blick in die Runde. Im Waldgarten wachsen Himbeeren, aber auch Nashi-Birnen oder Szechuanpfeffer. Neu hinzugekommen sind 825 Quadratmeter Gemüsebeet. Hier kommt die Anbaumethode „Market Gardening“ samt der anfangs erwähnten Effizienz ins Spiel: „Kleine Fläche, viel Ertrag“, aber „ohne den Boden zu schröpfen“, beschreibt Palkies das Prinzip.

Klassische „Market Gardening“-Utensilien: Melanie Palkies bringt Grünschnitt-Kompost aus, dahinter eine Grabegabel.

Als Dünger dient ausschließlich Grünschnitt-Kompost. Die Beete sind immer 80 Zentimeter breit, mit 40 Zentimeter breiten Wegen dazwischen. Die Hof-Betreiberin erläutert: „Der Clou am ,Market Gardening‘ sind standardisierte Verfahren.“ Die Beete werden im Laufe der Saison nacheinander mit verschiedenen Pflanzen, sozusagen im Rotationsprinzip bestellt.

Die Palkies können so während der gesamten Vegetationsperiode anbauen und ernten – und dadurch künftig über 25 Wochen im Jahr frisches Gemüse im Abo anbieten. Das soll so funktionieren: Einmal die Woche können Abonnenten ihre Kiste mit Gemüse für ein bis zwei Personen vom Palkieshof abholen, immer donnerstags von 16 bis 19 Uhr.

Schon Ende April/Anfang Mai soll das Gemüse-Abo starten. Frisch und regional heißt freilich auch, dass anders als im Supermarktregal nicht immer alles verfügbar sein wird. Stattdessen werde die Kiste zu Beginn und gegen Ende der Saison mehr grünes Gemüse enthalten, dafür zur Jahresmitte Sommergewächse wie Tomaten, Gurken oder Auberginen. Die Kiste an den persönlichen Geschmack anzupassen, soll über eine Tauschkiste möglich sein.

Wer einmal auf den Geschmack von gartenfrischem Gemüse gekommen ist, davon sind die Palkies überzeugt, werde nicht zu Gewächshaus-Produkten aus dem Supermarkt zurückkehren wollen. Auch sinke durch die wöchentliche Kiste automatisch der Fleischkonsum.

Die Gemüsekiste richtet sich allerdings nicht allein an Magen. Bio-Zertifizierung haben die Palkies beantragt (das Siegel ist aber noch nicht vergeben). Ihnen geht es auch darum, in Sachen Biodiversität und Klimaschutz mit gutem Beispiel voranzugehen, Nachahmung ist durchaus erwünscht. Das Angebot der Gemüsekiste fasst Melanie Palkies so zusammen: „Mit gutem Gewissen konsumieren.“

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