48 Fahrradabstellplätze am Bahnhof sind seit gestern abschließbar eingezäunt

Drahtesel hinter Gittern

+
André Zimmermann (r.) von Awo Trialog zeigt Bürgermeisterin Suse Laue und Lars Brunßen vom Tiefbauamt die Funktionsweise des Transponders, mit dem der Fahrradkäfig am Syker Bahnhof geöffnet werden kann.

Syke - Von Frank Jaursch. Die Zeit des freien Parkens ist vorbei – zumindest im Bereich des Fahrrad-Abstellplatzes beim Syker Bahnhof. Seit gestern ist die Abstellanlage gegenüber vom Eingang zum „Gleis 1“ verschlossen. Wer sein Fahrrad künftig überdacht abstellen möchte, muss Miete zahlen.

Die Errichtung des Fahrradkäfigs hat eine Vorgeschichte: „Es gab schon immer den Wunsch, hier eine abschließbare Möglichkeit zu schaffen“, erklärt Bürgermeisterin Suse Laue. Gerade Eigentümer von E-Bikes hatten eine größere Sicherheit für ihre kostspieligen Gefährte gefordert.

Nach dem kontinuierlichen Aufbau der Park+Ride-Anlage inklusive abschließbaren Fahrradboxen in den vergangenen Jahren habe die Stadt versucht, Fördermittel für weitere 39 Boxen zu erhalten. „Das wurde von der Förderstelle nicht genehmigt“, erklärt Lars Brunßen vom Bauamt, „weil der Bedarf nicht gesehen wurde.“ Angeblich sei am Bahnhof bereits eine Überkapazität vorhanden.

Tatsächlich verfügte die Abstellanlage über 32 Abstellbügel, also rechnerisch über 64 Plätze. Die Bügel aber standen so nahe zusammen, dass diese Anzahl an Rädern nie abgestellt werden konnte.

So machte die Stadtverwaltung aus der Not eine Tugend: Acht Bügel wurden abmontiert und in einem Bereich näher bei den Bahnsteigen neu aufgebaut. „Die werden schon gut genutzt“, weiß Suse Laue.

Die übrigen 24 Abstellbügel stehen so da, dass zwischen ihnen je zwei Fahrräder Platz haben. Ein Metallzaun sorgt zudem dafür, dass Diebstahl oder Vandalismus „im Vorbeigehen“ nicht mehr so leicht möglich sind wie bislang.

Der Fahrradkäfig ist abschließbar – und kann nur mit technischer Hilfe geöffnet werden. Wie das funktioniert, zeigt André Zimmermann von Awo Trialog: Er hält ein kleines, schwarzes Kunststoffobjekt – einen Transponder – an den Drehknauf der Tür. Ein Knopfdruck, ein Piepen, und die Tür lässt sich öffnen.

Wer sein Fahrrad künftig hier parken möchte, braucht so einen Transponder. Zu diesem Zweck hat die Stadtverwaltung Awo Trialog als Partner gewonnen. „Wer einen Stellplatz haben möchte“, so Zimmermann, „kann ihn zwischen 6 und 16.45 Uhr im Gleis 1 abholen.“

Die Miete kostet 25 Euro pro Stellplatz und Jahr, auch kürzere Mietzeiten sind möglich. Hinzu kommt ein Pfand von 50 Euro für den Transponder. „Wir machen damit keinen Gewinn“, betont Brunßen.

Knapp 10000 Euro haben die Umgestaltung der Anlage und die Beschaffung von bislang 30 Transpondern gekostet. Dafür sind die Drahtesel künftig besser gesichert. Auch wenn Brunßen weiß: „100-prozentigen Schutz gibt‘s nicht.“

Mehr zum Thema:

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Trump wendet sich radikal vom Klimaschutz ab

Trump wendet sich radikal vom Klimaschutz ab

Zyklon „Debbie“ verwüstet Australiens Küstenregion

Zyklon „Debbie“ verwüstet Australiens Küstenregion

New Model Army im Aladin

New Model Army im Aladin

Meistgelesene Artikel

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Unfallszenario mutet auf den ersten Blick etwas rätselhaft an

Unfallszenario mutet auf den ersten Blick etwas rätselhaft an

Kommentare