Organisatoren des Volksradfahrens stellen Routen aus mehr als vier Jahrzehnten online

Mit dem Fahrrad auf Zeitreise

Seit mehr als 40 Jahren gehört das Volksradfahren zu den beliebtesten Veranstaltungen in Barrien. Unser Archivbild zeigt die Siegerehrung 1984 durch (v.l.) Klaus und Manfred Nienaber sowie den damaligen TSV-Vorsitzenden Heinz Hüneke. Edith Heckmann (5.v.l.) nahm den Pokal für die Grundschule Barrien in Empfang. Ältester Teilnehmer war Heinrich Israel (mit Mütze). Foto: Heiner Büntemeyer

Barrien - Von Heiner Büntemeyer. Seit 1975 ist das Volksradfahren des TSV Barrien alljährlich am zweiten Sonntag im Juni bei vielen Radfahrfreunden ein fester Termin im Kalender. Und seit 1975 wird diese Großveranstaltung, an der sich Jahr für Jahr rund 500 Akteure beteiligen, von Klaus und Manfred Nienaber organisiert. Dabei werden sie von einem großen Team unterstützt.

Da die Verantwortlichen die diesjährige Auflage absagen mussten, möchten sie ihren Radsportfreunden wenigstens ein „Corona-Alternativ-Angebot“ unterbreiten: Auf der Homepage des TSV Barrien werden sie Streckenverläufe der vergangenen Jahrzehnte veröffentlichen, damit diese Rundstrecken von Radsportfreunden nachgefahren werden können. Mögliche zwischenzeitliche Änderungen bei der Wegführung sollten den Spaß an diesem Radfahrvergnügen auf landschaftlich reizvollen Strecken nicht trüben. Es besteht also gewissermaßen die Möglichkeit, mit dem Rad auf eine Zeitreise zu gehen.

Die erste Rundfahrt im August 1975 brachte 161 Teilnehmer an den Start. In den darauffolgenden Jahren stiegen die Teilnehmerzahlen: Schon 1979 gingen 444 Radfahrer auf die Rundstrecke. Das Volksradfahren hatte sich fest etabliert, der Ablauf gefiel den Radlern, das Programm blieb in 45 Jahren fast unverändert. Ab 1989 wurde die Veranstaltung um eine „Butterkuchentour“ erweitert, bei der Rad-Tourenfahrer bis zu 110 Kilometer lange Rundstrecken durch den Landkreis bewältigten.

Die Streckenlänge beim Volksradfahren variierte zwischen 22 und 28 Kilometer und wurde in jedem Jahr neu abgesteckt. Immer wieder erhielten Nienabers positive Rückmeldungen über die reizvollen Streckenführungen, bei denen selbst einheimische Teilnehmer oft unbekannte Ecken in der Umgebung entdeckten.

In jedem Jahr bekamen die Teilnehmer Medaillen. Zusätzlich wurden die ältesten und jüngsten Teilnehmer belohnt, für die größten teilnehmenden Gruppen gab es Preise. Um den Pokal der größten Gruppen entbrannten in den Straßen- und Siedlungsbereichen regelrechte Wettbewerbe. Gruppen aus Blumensiedlung, Moorheide, Siemerei und vom Bülten, aber auch Feuerwehr und Grundschule trugen sich in die Siegerlisten ein. Die größten Gruppen aller Zeiten stellten die Barrier Grundschule 1986 mit 130 und 1979 die Blumensiedlung mit 147 Teilnehmern.

Bei den ältesten Teilnehmern gab es richtige Seriensieger. Dazu zählte Heinrich Israel, der den „Preis des Ältesten“ 1977 zum ersten und 1987 mit 86 Jahren zum letzten Mal gewann. Bei den Frauen war Gertrud Brockmann zwischen 1976 und 1994 bei zehn Rundfahrten älteste Teilnehmerin. Ältester Teilnehmer überhaupt war Hermann Gehrke, der den Parcours 1991 im Alter von 88 Jahren bewältigte.

Die höchste Teilnehmerzahl verzeichneten die Organisatoren 2013: Als der TSV Barrien sein 100-jähriges Bestehen feierte, gingen 628 Radfahrer an den Start. Insgesamt zählte Klaus Nienaber fast 16 000 Teilnehmer. Noch glücklicher ist er darüber, dass es in all den Jahren keinen einzigen ernsthaften Unfall gegeben hat.

Kein Wunder, dass sich das Volksradfahren zu einem Volksfest entwickelt hat, bei dem die Teilnehmer nach der Rückkehr bei gutem Wetter oft noch stundenlang beisammensitzen und sich für die Heimfahrt stärken.

Info

www.tsv-barrien.de/ volksradfahrstrecken

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