Ausschuss empfiehlt neue Zuschläge

Mit dem Fahrrad ins Taxi kostet mehr

Landkreis - Eine Lösung finden, die sowohl für die Bürger des Landkreises Diepholz als auch für die Taxiunternehmen passt. Gar nicht so einfach, denn der Geldbeutel der Ersteren soll nicht überstrapaziert – doch Letztere sollen für ihre Arbeit gerecht entlohnt werden.

Die Mitglieder des Ausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit waren sich am Donnerstagabend in ihrer Sitzung einig, dass der Kompromiss gelungen ist, denn es gab lobende Worte für die Verwaltung. Das Gremium empfahl geschlossen, die Beförderungsentgelte zu erhöhen (wir berichteten). Doch was heißt das für den Bürger, der sich ein Taxi ruft?

Vorher galten die Grundbeträge für eine Fahrstrecke von 1,25 Kilometer. Diese wurde nun auf einen Kilometer gekürzt. Das heißt, für ein normales Taxi zahlt der Gast auf dieser Strecke 5,50 Euro und für ein Großraumtaxi 7,50 Euro, denn die Beträge bleiben gleich. Das bedeutet: Für jeden weiteren Kilometer sind zwei Euro fällig.

Bislang wurden die Tarife ab 12,01 Kilometer gesenkt. Das passiert jetzt erst ab 15,01 Kilometer und sei der Größe des Landkreises geschuldet, erläutert Wolfgang Nogga, Fachdienstleiter für Bürgerservice und Straßenverkehr. Für ein Taxi zahlen Kunden 1,80 statt 1,70 Euro, für das Großraumtaxi zwei Euro wie gehabt. Durch dieses Angebot der Verwaltung hat die Taxiunternehmerschaft auf die zuerst angedachte vollständige Streichung der Ermäßigung bei einer Langstrecke verzichtet.

Wer seinen Taxifahrer warten lässt, wird künftig auch tiefer in die Tasche greifen müssen, denn statt 30 Euro je Stunde wurde der Satz auf 32 Euro erhoben. Die Unternehmen hatten ursprünglich 35 Euro gefordert.

Von „umsatzstarken“ und „umsatzschwachen“ Nächten

Bei den Nachtfahrten wird nun zwischen „umsatzstarken“ und „umsatzschwachen“ Nächten unterschieden. Umsatzstark sind die Nächte von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag (22 bis 6 Uhr). Dort beträgt der Aufschlag einen Euro wie bisher. In den übrigen Nächten (von Sonntag ab 22 Uhr bis Freitag 6 Uhr) zahlen die Kunden einen Zuschlag von drei statt einem Euro. „Damit soll auch nachhaltig die Beförderung sichergestellt werden“, so Nogga. Zuschläge für Sonntags-/Feiertagsfahrten werden auch künftig nicht erhoben.

Ebenfalls neu sind die Zuschläge für Fahrten mit nicht umsetzbaren Rollstühlen in Höhe von zehn Euro, den Transport von nicht klappbaren Fahrrädern in Höhe von fünf Euro und die Bezahlung über ein Kreditkartenlesegerät in Höhe von einem Euro. „Durch den Zuschlag für die Fahrräder hoffen wir, die Taxifahrer zu animieren, Kunden mitzunehmen, die sie aufgrund des schwierigen Transportes vielleicht abgelehnt hätten“, so der Fachdienstleiter. Man habe dabei auch den Tourismus im Blick, für den man so das Angebot erweitere.

Bisher habe im Raum gestanden, ein Gutachten für den Bereich des Taxenverkehrs erstellen zu lassen. Das hätte mit 40 000 Euro zu Buche geschlagen. Verwaltung und der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen haben sich darauf geeinigt, vorerst darauf zu verzichten. „Sollte jedoch ein Unternehmer Konzessionen einfordern, werden wir das Gutachten machen müssen. Das liegt dann nicht mehr in unserer Hand“, erläuterte Wolfgang Nogga. 

 juk

Rubriklistenbild: © dpa

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