Fachverkäufer als diebische Elster

Sieben Monate Gefängnis auf Bewährung wegen Unterschlagung

Syke - Von Dieter Niederheide. Wegen Unterschlagung in zehn Fällen verurteilte das Amtsgericht Syke jetzt einen früheren Mitarbeiter eines Baumarkts in Syke zu sieben Monaten Gefängnis. Das Gericht setzte die Strafe zur Bewährung aus.

Außerdem ordnete die Strafrichterin die Einziehung des aus den Straftaten erzielten Werts in Höhe von 11.412 Euro an.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr Gefängnis mit Bewährung gefordert.

Strafmildernd wertete die Richterin die Kooperation des Angeklagten (39) bei der Aufklärung der Straftaten sowie das Geständnis des Mannes und das Bemühen um Schadensbegrenzung. Auf der anderen Seite hielt sie ihm vor: „Sie haben in erheblichem Maße das von ihrem Arbeitgeber in Sie gesetzte Vertrauen ausgenutzt.“

Der Angeklagte war aus seinem jetzigen Wohnort bei Düsseldorf zum Strafprozess nach Syke angereist. Laut Vorwurf der Anklage hatte er sich im Zeitraum von Herbst 2014 bis Mitte 2017 in großem Umfang aus dem Warensortiment des Baumarkts bedient und mit dem erbeuteten Material ein von ihm mitbewohntes Haus in Uchte ausgestattet. Gleich, ob es ihm darum ging das Badezimmer mit entsprechenden Teilen zu verfeinern oder ein Carport einzurichten: Er konnte fast alles gebrauchen, was sein Arbeitgeber in dieser Hinsicht im Sortiment hatte. Die Anklageschrift zählt unter anderem Tapeten, Farben und WC-Einbauspülkästen auf, aber auch eine Hollywoodschaukel und einen Rasenmäher. Das eine oder andere Beutestück konnte der Baumarkt noch sichern, andere waren bereits fest im Haus verbaut.

Kopfrechnen war angesagt

Im Gerichtssaal war bei Strafrichterin, Staatsanwältin und Verteidiger Kopfrechnen angesagt, um am Ende auf die Schadenssumme zu kommen. Die ursprünglich von der Staatsanwaltschaft laut Anklageschrift geforderte Einziehung des Wertes lag bei rund 21 500 Euro und wurde um den Wert der Beuteteile, die an den Markt zurückgegangen sein sollen, reduziert.

Der Angeklagte hat ein Schuldanerkenntnis unterschrieben. Bezüglich der Tilgung der Schadenssumme muss er sich mit der Versicherung des Baumarkts auseinandersetzen. Er soll dabei sein, den Schaden in Raten abzuzahlen.

Der Verteidiger bat um Milderung der von der Staatsanwältin beantragten Freiheitsstrafe. Das kriminelle Handeln habe seinem Mandanten den Verlust des Arbeitsplatzes eingebracht. Inzwischen sei sein Mandant in seiner rheinischen Heimat wieder in einem Beschäftigungsverhältnis.

In ihrer Urteilsbegründung ging die Strafrichterin auch noch kurz auf die juristische Frage ein, ob die zehn Taten als Diebstahl oder Unterschlagung zu werten seien. Ihre Antwort: Das könne dahingestellt bleiben, da der Strafrahmen in beiden Fällen in etwa der gleiche sei.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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