Ex-SPD-Abtrünnige treten als Wählergemeinschaft bei Kommunalwahl 2016 an

Lust auf mehr

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Günter Brockhoff (l.) und Andreas Schmidt sind guter Dinge, mit ihrer neu gegründeten Freien Wählergemeinschaft Syke bei den Kommunalwahlen im September 2016 eine wichtige Rolle zu spielen.

Syke - Von Frank Jaursch. „Es macht wieder Sinn. Es macht wieder Spaß.“ In der Stadtratsfraktion der BSF haben Günter Brockhoff und Andreas Schmidt die Freude an der Kommunalpolitik wiedergefunden. Die beiden haben Lust auf mehr – und mit ihnen rund zwei Dutzend Mitstreiter. Mit der neu gegründeten Freien Wählergemeinschaft Syke (FWS) wollen sie bei der Kommunalwahl am 11.September 2016 für Furore sorgen.

Als die SPD-Ratsmitglieder Brockhoff, Schmidt, Gaby Beständig, Jürgen Schmock und Ludwig Stöver Ende April 2014 ihren Austritt aus der SPD-Ratsfraktion bekanntgaben, sorgte das für ein politisches Erdbeben und hatte eine Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse in den politischen Gremien zur Folge.

Von Anfang an war die neu gebildete BS-Fraktion, gebildet aus den Anfangsbuchstaben der Abweichler-Nachnamen, als zeitlich begrenztes Konstrukt vorgesehen, betonte Brockhoff gestern. „Es ist sozusagen ein Auslaufmodell.“ Doch das Ende der Wahlperiode ist nicht das Ende ihrer kommunalpolitischen Aktivität: „Durch so eine Sache will ich nicht aufhören“, erklärt Schmidt.

Also wurde die Gruppe aktiv, suchte nach Mitstreitern für ihre Idee und stellte ihre Vorstellung von künftiger kommunalpolitischer Arbeit vor. Einige Kernpunkte sind eine sparsame Haushaltsführung, Transparenz für die Bürger und eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterin. Konkrete Inhalte gilt es gemeinsam mit den Kandidaten in den kommenden Monaten zu finden. Unabdingbares Element soll dabei der respektvolle Umgang miteinander sein. „Die totale Transparenz und Wertschätzung muss gelebt werden“, umreißt Brockhoff.

Die Bemühungen um Interessanten waren erfolgreich: „Stand heute haben wir 20 Kandidaten für den Stadtrat und 25 für die Ortsräte“, sagt Brockhoff, der zunächst als erster Vorsitzender der Gemeinschaft fungiert. Schmidt ist sein Stellvertreter. Und lobt das bunte Bewerberfeld: Junge und Ältere, Angestellte und Selbstständige, Männer und Frauen. „Einen Querschnitt der Bevölkerung“ habe man hinbekommen, freut sich Brockhoff. Und auch einige bekannte Syker Namen sind dabei. „Da werden einige schon gucken“, kündigt Schmidt an.

Die politische Herkunft spielt dabei keine Rolle. Im Gegenteil: Bedingung für eine Kandidatur ist, dass das Mitglied der FWS keiner Partei angehört.

Die neue Wählergemeinschaft möchte nicht nur in Syke, sondern auch in möglichst vielen Ortsteilen antreten und bereitet auch eine Vorschlagsliste für den Kreistag vor. Und geht mit Selbstbewusstsein an die Aufgabe heran. Ein konkretes Ziel wollen Schmidt und Brockhoff nicht ausgeben. Doch eine Aussage von Brockhoff lässt ahnen, wohin die Reise geht: „Wenn wir am Ende ein oder zwei Mandate bekommen, waren wir nicht erfolgreich.“

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