Alternative Gastronomie in Zeiten des Lockdowns / Großes Lob für Steimker Hof

Essen gehen im Wohnmobil

„Stößchen!“ – Dinner im Wohnmobil sind im Lockdown der Renner. Auch der Steimker Hof hat diese Möglichkeit für sich entdeckt.
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„Stößchen!“ – Dinner im Wohnmobil sind im Lockdown der Renner. Auch der Steimker Hof hat diese Möglichkeit für sich entdeckt.

Steimke – „Das war sehr ansprechend. Wir haben uns vom Anfang bis zum Schluss gut aufgehoben gefühlt. Und das Essen war auch noch richtig lecker.“ Manuel Schreinert aus Delmenhorst ist voll des Lobs. Schon zum zweiten Mal war er jetzt mit seiner Frau Renate zum Dinner im Steimker Hof. Oder besser: vor dem Steimker Hof. Denn das Essen gab’s im eigenen Wohnmobil.

Chefin Ute Meyer hat damit nicht das Rad neu erfunden. Die Idee boomt im Moment. Schließlich sind solche Wohnmobil-Dinner neben dem Außer-Haus-Verkauf eine der wenigen Möglichkeiten für die Gastronomie, Umsatz zu machen.

„Ich hab’s im Netz entdeckt“, erzählt Ute Meyer. „Wir haben uns das angeschaut und überlegt: Wäre das nicht auch was für uns? Und wie’s der Zufall so will: Gleich am nächsten Tag bin ich von außerhalb angesprochen worden, ob wir das nicht auch mal anbieten wollen. Da war klar: Wenn uns jetzt schon die Gäste drauf ansprechen, dann machen wir das.“

Meyer hat sofort ein Konzept geschrieben. „Und am nächsten Wochenende ging’s los.“ Das war das letzte Wochenende vor Weihnachten. Über den Jahreswechsel war dann Pause. Aber am 8. Januar ging es weiter. Und seitdem gibt’s jedes Wochenende Wohnmobil-Dinner.

Das Prinzip ist ganz einfach: Die Gäste melden sich an, bekommen eine schriftliche Bestätigung und suchen sich vorab aus der Online-Karte aus, was sie essen möchten. Geschirr, Besteck, Getränke: Alles wird vor dem Wohnmobil auf einem Tischchen abgestellt. Das Service-Personal bleibt draußen. Auch das Essen kommt auf diese Weise. In einer Warmhaltebox. Haben die Gäste weitere Wünsche, melden sie sich per Telefon.

Service unter Lockdown-Bedingungen: Das Essen wird in einer Thermobox ans Wohnmobil gebracht und draußen auf einem Tischchen abgestellt. Reinholen und auftragen müssen es die Gäste selbst.

„Das macht richtig Spaß,“ sagt Ute Meyer. „Es ist ein ganz anderes Arbeiten. Und eine schöne Atmosphäre.“ Das gilt für beide Seiten, betont sie. Für die Gäste, die auf diese Weise ausgehen können, und für ihre Mitarbeiter, die so zumindest an drei Tagen in der Woche beschäftigt sind. „Ich freue mich, wenn die kommen“, sagt Ute Meyer. „Ich backe dann Kuchen, wir trinken alle zusammen Kaffee, und dann geht’s los.“

Im Steimker Hof stemmen sie die Wohnmobil-Dinner zu viert: zwei in der Küche und zwei im Service. Wobei Ute Meyer und ihre Köchin dabei die Rollen getauscht haben. „Unsere Köchin hat so eine positive Ausstrahlung und so eine herzliche Art – das passt einfach zu Wohnmobilisten“, findet die Chefin. „Und ich selbst bin zwar keine gelernte Köchin, mache den Job jetzt aber auch schon seit 30 Jahren, und nach Rezept kochen kann ich. Ich komme zurecht in der Küche.“

Und das funktioniert? – Muss es wohl. Ute Meyer lacht jedenfalls. „Die Kollegen sagen, sie hätten nie gedacht, dass das so gut läuft.“

Manuel Schreinert kann aus der Gast-Perspektive diesen Eindruck nur bestätigen. „Wir waren sehr angenehm überrascht“, sagt er. „Schon beim ersten Mal.“ In einer Facebook-Gruppe war ihm und seiner Frau der Steimker Hof empfohlen worden. „Und Syke ist von Delmenhorst ja nicht soweit weg. Da dachten wir, das probieren wir mal.“ Ein bisschen skeptisch sind Schreinerts schon gewesen, denn ein früheres Wohnmobil-Dinner an einem Restaurant bei Dinklage fanden sie beide „nicht so doll“. Dem Steimker Hof attestiert Manuel Schreinert dagegen „hohes Niveau“.

Renate und Manuel Schreinert sind für ihr Wohnmobil-Dinner jetzt schon zum zweiten Mal aus Delmenhorst nach Steimke gekommen. Weil’s ihnen beim ersten Mal so gut gefallen hat.

Ute Meyer und ihr Team werden’s gerne hören. Zumal das Konzept für sie ausbaufähig ist. Vier Wohnmobile hatten sie am vergangenen Samstag bei sich auf dem Parkplatz. „Bis zu zwölf könnten wir gleichzeitig annehmen“, sagt die Chefin. „Mehr wären vom Platz her zwar auch möglich, aber dann leidet die Qualität. Außerdem müssten wir dann auch mit mehr Personal arbeiten.“ Und dann steigen gleich wieder die Kosten.

Aktuell gibt es Wohnmobil-Dinner am Steimker Hof immer freitags und samstags, sowie sonntags ein Frühstück. Nur Übernachten ist verboten. Zum Valentinstag am nächsten Sonntag gibt es kein Frühstück, dafür abends ein Dinner. Und auf Wunsch auch ein Wohnmobil zum Leihen. Übernachten ist allerdings verboten. Meyer: „Das fiele unter touristisches Reisen, und das ist untersagt.“

Im Netz

www.hotelsteimkerhof.de

Von Michael Walter

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