Ortsbürgermeister fordert: Abknickende Vorfahrt in Gödestorf umbauen

„Es knallt immer“

Hier muss dringend was geschehen, meint Ortsbürgermeister Andreas Schmidt. Die abknickende Vorfahrt in Gödestorf muss seiner Ansicht nach entschärft werden. Am besten durch einen Kreisverkehr.
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Hier muss dringend was geschehen, meint Ortsbürgermeister Andreas Schmidt. Die abknickende Vorfahrt in Gödestorf muss seiner Ansicht nach entschärft werden. Am besten durch einen Kreisverkehr.

Gödestorf – Andreas Schmidt ist sauer: Seit Jahren läuft der Ortsbürgermeister der Drei-Dörfer-Gemeinschaft Osterholz, Gödestorf und Schnepke den Behörden hinterher wegen der Verkehrssituation an der Einmündung der Gödestorfer Straße auf den Gödestorfer Damm. Bisher ohne Erfolg. Zwei schwere Unfälle innerhalb weniger Tage sind für ihn der Beweis: So kann es da nicht weitergehen.

„Es knallt immer“, sagt Schmidt. „Mal weniger, mal mehr. Längst nicht alle Unfälle sind bei der Polizei bekannt. Wenn ein Auto nur von der Fahrbahn abkommt und dabei kein Fremdschaden entsteht, erfährt die das meist gar nicht.“ Schmidt weiß, wovon er spricht: Es ist selber Polizist. „Wir Anwohner kriegen aber alles mit.“ Er selbst wohnt keine 200 Meter von der Einmündung entfernt. Sein Nachbar Thomas Meyer wohnt direkt am Eckgrundstück und könnte ein Buch schreiben, was er da schon alles gesehen hat. Zuletzt waren das zwei schwere Unfälle innerhalb von sechs Tagen mit drei leicht- und drei schwerverletzten Personen (wir berichteten). „Das geht so nicht weiter“, sagt Schmidt.

Aus seiner Sicht gibt es gleich mehrere Probleme. Das erste ist die Verkehrsführung. Zwei verschieden eingestufte Straßen treffen an dieser Einmündung aufeinander. Die L 354 von Syke in Richtung Verden und die K 121, die von Okel kommt und in Gödestorf in die Landesstraße mündet. Die höher eingestufte Landesstraße hat Vorfahrt. Aber die knickt in einer 90-Grad-Kurve ab.

„Die Geschwindigkeiten werden häufig völlig falsch eingeschätzt“, sagt Schmidt. „Hier ist schon Tempolimit 70. Trotzdem fahren zu viele mit nicht angepasster Geschwindigkeit in den 90-Grad-Bereich.“

Hinzu kommt die Sache mit der abknickenden Vorfahrt: „Wer aus Richtung Syke kommt und die Landesstraße geradeaus verlässt, nimmt dem Verkehr von rechts oft die Vorfahrt“, hat Andreas Schmidt beobachtet.

Besonders brenzlig wird es oft für Fußgänger und Radfahrer. Denn auf der einmündenden Kreisstraße gibt es weder Geh- noch Radweg. Fußgänger müssen außerhalb geschlossener Ortschaften links gehen. Also dem Verkehr entgegen. „Das ist grundsätzlich richtig so“, sagt Schmidt. „An der Einmündung ist es aber so eng und schmal, dass Fußgänger einem nach rechts abbiegenden Fahrzeug aus Richtung Verden Aug" in Aug" gegenüberstehen.“ Und das kann durchaus schon mal ein Mähdrescher oder ein 30-Tonner sein.

Radfahrer haben das Problem, dass sie die Einmündung genau im 90-Grad-Bereich diagonal überqueren müssen, um von der Kreisstraße auf den Radweg an der gegenüberliegenden Seite der Landesstraße zu gelangen.

Bekannt sind die Probleme schon lange. 2016 haben Anwohner sie bei einer Anliegerversammlung in einer anderen Angelegenheit gegenüber dem Landkreis angesprochen. 2019 hat Schmidt sie im Ortsrat diskutiert. „Damit sie wenigstens mal aktenkundig werden.“ Passiert ist aber bisher nichts.

Jetzt nach den beiden aktuellen schweren Unfällen hofft Schmidt auf eine zeitnahe Verkehrsschau mit der Polizei, der Stadtverwaltung und den zuständigen übergeordneten Verkehrsbehörden. Ein paar Vorschläge, wie man diese Ecke entschärfen könne, hat Andreas Schmidt schon ausgetüftelt. Farbige Markierungen etwa, oder eine veränderte Vorfahrtregel. Wobei das beides für ihn nur Notnägel wären. Am liebsten wäre dem Ortsbürgermeister etwas ganz anderes: „Ein Kreisverkehr!“

Video auf

www.kreiszeitung.de

Von Michael Walter

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