Berufsparcours an den BBS

Erste Begegnung mit der Lüsterklemme

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Handwerkliches Können war bei einigen Ständen gefragt. Bei der Post galt es, eine defekte Beleuchtungsanlage wieder in Gang zu bringen. 

Syke - Von Frank Jaursch. Jessika braucht nur ein paar Minuten bis zum Erfolgserlebnis. Geschickt werkelt die Jugendliche mit Kabeln, Lüsterklemme und Schraubendreher. Dann leuchtet die Fahrradlampe vor ihr wieder. Defekt behoben. „Zu Hause renovieren wir, da krieg’ ich immer einen gewischt“, erzählt die Realschülerin lächelnd, „hier nicht. Vielleicht wäre es ja doch was für mich?!“

Berufswunsch Mechatronikerin – warum eigentlich nicht? Beim dritten Berufsparcours in der Mehrzweckhalle der BBS Syke erhielten 438 Schüler von sieben Schulen (aus Stuhr, Weyhe, Syke und Bassum) Gelegenheit, in 20 verschiedene Berufsbilder hineinzuschnuppern. Vom Dachdecker bis zum Ergotherapeuten, vom Bäcker bis zum Landschaftsgärtner, vom Soldaten bis zum IT-Kaufmann: Die zwölf Arbeitgeber aus der Region deckten ein breites Berufsspektrum ab.

„Die Unternehmen erleben die Kinder, und die Kinder erleben die Berufe“: So fasst Organisatorin Karin Ressel den Nutzen dieser Veranstaltung zusammen. Etwa zehn Minuten hat ein Schüler, um eine kleine Praxisaufgabe zu bewältigen – und mit den Anbietern der Betriebe ins Gespräch zu kommen.

Zehn Minuten reichen fürs Kennenlernen aus

Hier wird an der Station der Bäckerei Weymann ein Hefezopf geflochten, dort decken die Schüler ein kleines Stück Dach ein. Bei Straschu löten die Schüler kleine Bauteile auf eine Leiterplatte, draußen am Stand des städtischen Bauhofs werden Straßenschilder montiert. Bis zu zehn Berufe schaffen die Fleißigsten an diesem Vormittag.

Die zehn Minuten reichen fürs Kennenlernen aus, ist sich Ressel sicher: „Die Arbeitgeber brauchen nur drei bis sieben Minuten, um zu erkennen, ob ein Talent ansatzweise vorhanden ist.“ Meist sagor noch weniger: Schließlich spielt der „Nasenfaktor“ eine noch viel größere Rolle. Genau der kommt in der ungezwungenen Atmosphäre authentischer herüber als im Vorstellungsgespräch.

Astrid Oetken, stellvertretende Leiterin der Personalabteilung bei Straschu, ist angetan von den Schülern. „Sehr höflich, sehr interessiert“, lobt sie. Sie hätte gern ein bisschen mehr Zeit mit potenziellen Praktikanten in spe gehabt. „Aber für einen Schnuppertag ist es okay.“

Berufsparcours in Syke

Die Agentur für Arbeit und der Rotary Club Syke teilen sich die Kosten für den Parcours. „Es ist erfreulich zu sehen, mit wie viel Interesse die Jugendlichen das wahrnehmen“, lobt Rotary-Präsident Jürgen Falck. Berufsberaterin Kerstin Lübbering würdigt die Chance, auch mal einen Beruf wahrzunehmen, „an den man vielleicht überhaupt noch nicht gedacht hatte“.

Gerade in technischen Berufen entdeckten Mädchen Talente, von denen sie zuvor keine Ahnung hatten. So manche Jugendliche hat am Post-Stand ihre erste Begegnung mit einer Lüsterklemme. Und entdeckt vielleicht den Spaß am Ausbildungsberuf Mechatronikerin?

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