Konzert im Kreismuseum

Ben Lorentzen: Ernst, politisch und stets melodisch

+
Mit seinem „Acoustic Pop Noir“ wusste Ben Lorentzen die Zuschauer im Kreismuseum zu begeistern.

Syke - Von Anika Bokelmann. Leidenschaft, Melancholie und Harmonie – dadurch zeichnet sich die Musik von Ben Lorentzen aus. Selbst beschreibt er seinen Stil als „Acoustic Pop Noir“, also schwarze Popmusik ohne elektrisch verstärkte Instrumente.

Am Samstagabend gab der gebürtige Norweger, der nun seit 18 Jahren in den Vereinigten Staaten lebt, einen Einblick in seine musikalische Welt und begeisterte die rund 30 Besucher, die für das Konzert ins Syker Kreismuseum gekommen waren.

Zwar hatte es vor dem Auftritt ein paar sprachliche Schwierigkeiten und Ungereimtheiten bezüglich der Bühnenausstattung gegeben, weil die Agentur keinen Dolmetscher zur Verfügung hatte, am Ende wurde es aber ein gelungenes und gefeiertes Konzert. Zu diesem hatte das Musik-Netzwerk „Songs & Whispers“ den sympathischen Künstler nach Syke geholt.

Fünf Wochen auf Tournee

Im Rahmen seiner fünfwöchigen Deutschland-Tournee mache er gerne Station in dem „idyllischen Ort“, sagte Lorentzen zur Begrüßung. In seinen Liedern beschäftigt er sich stets mit ernsten Themen, die er in kurzen Anekdoten darstellte. Als Grundlage für „The Ugliest Girl in the World“ habe der sogenannte „Doll Test“ gedient, berichtete der Sänger und erklärte, dass dabei Kinder zwischen einer weißen und einer schwarzen Puppe entscheiden sollten. Nahezu alle Kinder hätten sich für die weiße Puppe entschieden, weil das andere Spielzeug „böse und dreckig“ sei.

Mit Einflüssen aus der Blues-, Rock- und Jazzmusik sowie einem Hauch Gothic nahm Ben Lorentzen das Publikum mit auf einen Streifzug durch seine beiden Alben „America“ und „Pains and Pleasures of Intimacy“. Für Titel wie „Heaps of Ashes“, der laut Lorentzen auf eine wahre Geschichte zurückgehe, und „Wasteland“ als Protest gegen „idiotische Politiker“, so der Sänger, reichten seine Stimme sowie die Gitarre, um die Diele des Kreismuseums klanglich auszufüllen. Allein mit wenigen technischen Hilfsmitteln gelang es Lorentzen, eine harmonische Mehrstimmigkeit zu erreichen, indem er seine Beiträge live aufzeichnete und in verschiedenen Spuren übereinanderlegte.

Eigene Stücke und gekonnte Covers

Dabei wusste er gekonnt Akzente einzubinden und den Melodien die nötige Tiefe zu verleihen. Voller Leidenschaft und Gefühl trug der gebürtige Norweger neben seinen Eigenkompositionen auch Cover-Titel vor. Ob Bob Dylans „To Make You Feel My Love“ oder Leonhard Cohens „Hallelujah“ – dank seiner unverwechselbaren Stimme mit Reibeisen-Elementen verlieh er den Liedern eine individuelle Note.

Sein persönliches, weil mit einem Freund gemeinsam produzierte Lieblingslied „Bring home the Angels“ gehörte ebenso zum Repertoire wie „Soli Deo Gloria“, einer Vorstellung über ein Gespräch zwischen dem Künstler, Jesus und John Lennon. Auf Wunsch der Gäste stimmte Lorentzen als Zugabe „I  know how to protest war (but how to make peace)“ an. Den Abschluss des rund 90-minütigen Konzerts, bei dem die Gäste ihren individuellen Eintritt in einen Hut legten, bildete ein altes norwegisches Seemannslied, vorgetragen in Ben Lorentzens Muttersprache.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Dramatische Bilder: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

Dramatische Bilder: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

Verletzte bei mutmaßlichem Terroranschlag in London

Verletzte bei mutmaßlichem Terroranschlag in London

Bremen von A bis Z: O wie Oktoberfest

Bremen von A bis Z: O wie Oktoberfest

Urlaub in Venedig: Das sind die absoluten Highlights der Lagunenstadt

Urlaub in Venedig: Das sind die absoluten Highlights der Lagunenstadt

Meistgelesene Artikel

Großbrand auf Bauernhof in Sulingen: Eine 60-Jährige verletzt

Großbrand auf Bauernhof in Sulingen: Eine 60-Jährige verletzt

Highlands in Abbenhausen

Highlands in Abbenhausen

57-Jähriger stirbt bei Frontal-Crash auf Dreyer Südumgehung

57-Jähriger stirbt bei Frontal-Crash auf Dreyer Südumgehung

Gut bevölkert: Diepholzer Stadtfest erstmals auf dem Marktplatz

Gut bevölkert: Diepholzer Stadtfest erstmals auf dem Marktplatz

Kommentare