Erneut keine Mehrheit für Co-Finanzierung

Gängeviertel: War‘s das jetzt schon?

Syke - Von Michael Walter. Die Entwicklung des Gängeviertels könnte sich letzten Donnerstagabend bereits erledigt haben: Der Bauausschuss hat auch den zweiten Anlauf abgelehnt, den Kostenanteil für die Stadt in die Haushaltsplanung aufzunehmen.

Obwohl eine neue Kostenberechnungen den städtischen Anteil deutlich unterhalb der Summe ansiedelt, die bei den Haushaltsberatungen Ende 2015 zur Debatte gestanden hatte, fand sich im Ausschuss keine Mehrheit dafür. Folgt der Rat am 28. Januar der Empfehlung seines Fachausschusses – und davon kann man angesichts der Mehrheitsverhältnisse ausgehen – hängt das Projekt bis aus Weiteres in der Luft.

Worum geht es? Die Verwaltung schlägt vor, die Entwicklung des Quartiers anzuschieben, indem die Stadt die Aufnahme in ein Förderprogramm beantragt. Der Haken: Syke müsste die förderfähigen Baumaßnahmen nicht nur anteilmäßig gegenfinanzieren, sondern über mehrere Jahre hinaus auch in Vorleistung treten. Unterm Strich müsste die Stadt etwa 1,5 Millionen Euro aufbringen, verteilt auf die Jahre zwischen 2017 und 2024. Die Finanzierung würde über Kredite erfolgen.

Während die Verwaltung, SPD und Grüne sich davon einen dringend benötigten Entwicklungsschub für die Stadt versprechen, überwiegt bei CDU, BSF, SykePlus und FDP jedoch die Skepsis. Auf den Punkt brachte das CDU-Fraktions-Chef Wilken Hartje: „Wir trauen uns nicht!“

Wenn man das Geld übrig hätte, könne man solche Leuchtturmprojekte guten Gewissens einleiten. In Syke sei das aber nicht der Fall, führte Hartje aus und verwies auf dden chronisch unterfinanzierten Straßenunterhalt und die Millionen, die in den nächsten Jahren bereits für Umbau der Grundschulen zu Ganztagsschulen gebunden sind.

Fachbereichsleiter Timo Fleckenstein warnte: „Das Gängeviertel kann für Syke überlebenswichtig sein, wenn wir den Anschluss an die Entwicklung anderer Städte nicht verlieren wollen.“ Anzeichen für eine Abwärtsentwicklung der Innenstadt seien bereits vorhanden. „Wenn wir jetzt nicht handeln, kann es sein, dass wir in ein paar Jahren noch viel mehr Geld in die Hand nehmen müssen, um diese Entwicklung zurückzudrehen.“

So sah das auch Onno Buurman (SPD): „Das Problem wird nicht besser, wenn wir es vor uns herschieben. Wenn wir jetzt nein sagen, wird in der Innenstadt lange Zeit gar nichts passieren.“

Stadtplaner Wolfram Schneider ergänzte: „Viele Eigentümer wollen nicht verkaufen, sondern selber entwickeln, können es aber nicht ohne Förderung.“

Das Gängeviertel sei kein Allheilmittel, so Wilken Hartje. „Vilsen war immer Vorbild für die Entwicklung im Ortskern. Aber trotz aller Schnuckeligkeit hat‘s nicht funktioniert. Kein Leben trotz viel Atmosphäre.“

Dem hielt Jutta Fillikowski (Grüne) entgegen: „Da hat‘s seit den 70er Jahren ja auch keine größeren Baumaßnahmen mehr gegeben.“

Rubriklistenbild: © dpa

Mehr zum Thema:

London: Fast alle Festgenommenen wieder frei

London: Fast alle Festgenommenen wieder frei

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

Meistgelesene Artikel

Sattelzug blockiert Lange Straße

Sattelzug blockiert Lange Straße

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Kommentare