Der Erlös aus dem Verkauf der Lions-Adventskalender wird an gemeinnützige Vereinen im Landkreis Diepholz verteilt

Menschen unterstützen, die anderen helfen

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Die Mitglieder der Lions Clubs und die Vertreter der bedachten Vereine.

Syke - Sie haben in der Adventszeit auf Weihnachtsmärkten in der Kälte gestanden, zwischen Glühweinständen und Pommesbuden, und haben die Lions-Adventskalender verkauft. Nicht immer waren die Reaktionen darauf positiv. „Manche sagen: ,Wir haben auch ein krankes Kind zu Hause‘ und noch schlimmere Sachen“, erzählt Dr. Sigrun Riemer vom Lions Club Syke Hunte-Weser. „Da muss man schon tapfer bleiben.“

Und das hat sich ausgezahlt. Denn nun können der Lions Club Syke Hunte-Weser, der Lions Club Syke und der Lionsclub Bassum Klosterbach-Delme den Erlös aus dem Verkauf unter zehn gemeinnützigen Vereinen und Organisationen verteilen. Statt harter Sprüche gibt es nun gerührte Gesichter und dankbare Worte. Den Vertretern der Institutionen ist die Freude anzumerken. Die Geschichten, die sie erzählen, lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass das Geld bei ihnen gut angelegt ist. Denn jeder von ihnen kümmert sich auf seine Art und Weise darum, dass es benachteiligten Menschen gutgeht.

Dazu gehört auch das Hospiz Stuhr: „Wir begleiten vor allem auch die Angehörigen“, berichtet eine Vertreterin. „Die Sterbenden haben mit ihre Situation oft schon abgeschlossen – die Familie noch nicht.“ Die Mitarbeiter schenken Zeit und beraten. Künftig würden sie gern auch Trauerarbeit anbieten, ein Trauercafé und eine -gruppe organisieren.

Auch der „Westflügel“, ein Wohnheim für psychisch erkrankte Menschen, freut sich über den finanziellen Zuschuss. Die Schwertraumatisierten haben, bevor sie in die Einrichtung kamen, kaum einmal ein richtiges Zuhause besessen, seien immer nur von einer Einrichtung in die nächste geschoben worden. Der „Westflügel“ ist stark gebeutelt worden, da erst die Werkstatt abgebrannt war und nun auch noch sämtliche Dächer marode sind.

Wilma Pannen vom Verein „Hand zu Hand“ zeigte sich gerührt über die Spende. Sie bietet mit ihren Mitstreitern Therapie und Beratung für Gehörlose an. „Menschen, die gehörlos sind, erleben dieselben Situationen und Krisen wie Menschen mit Hörvermögen. Sie können unter dem Verlust eines Angehörigen leiden, sexuell missbraucht worden oder depressiv sein. Für solche Lebenslagen gibt es Angebote, nur können Gehörlose sie nicht nutzen. Sie bleiben außen vor und das wird oft vergessen.“

Es herrsche der weit verbreitet Irrlgaube, dass diese Leute von den Lippen lesen könnten, doch das sei falsch, so Pannen. „Sie können gerademal 30 Prozent unseres Gespräches verfolgen. Gehörlose in einer Krise sind verloren.“ Der Verein Hand zu Hand finanziere sich zu 100 Prozent aus Spenden und ist froh, von den Lions bedacht worden zu sein.

juk

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