Diamantene Hochzeit

Erika und Hans-Joachim Danzig: „Nicht eine Sekunde bereut, nach Syke gekommen zu sein“

Erika und Hans-Joachim Danzig.
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Erika und Hans-Joachim Danzig aus der Hohen Straße in Syke blicken auf 60 Ehejahre zurück.

An diesem Donnerstag blicken Erika und Hans-Joachim Danzig aus der Hohen Straße in Syke auf 60 Ehejahre zurück. „Gute Jahre, aber auch persönliche Rückschläge“ blieben dabei nach eigenen Worten nicht aus.

Syke - Erika erblickte im Mai 1940 das Licht der Welt in Gräfendorf bei Herzberg (Elster) in Brandenburg. Sie wuchs in Falkenberg im Spreewald auf. Später zog ihre Familie nach Vetschau. Auf einer Geburtstagsfeier ihrer Schwester kreuzte dann ihr späterer Ehemann ihren Lebensweg. Hans-Joachim Danzig, im Juli 1941 in Sorau in der Niederlausitz geboren und nach 1945 mit den Eltern im brandenburgischen Vetschau gelandet.

Nach übereinstimmender Aussage war es die sprichwörtliche „Liebe auf den ersten Blick“. Am 23. September 1961 gaben sich die Kinderkrankenschwester und der spätere Leiter der Instandhaltung bei der Konsum-Genossenschaft im Standesamt Vetschau das Ja-Wort.

Kurz darauf bezog das junge Ehepaar die erste gemeinsame Wohnung. In den ersten Ehejahren arbeitete Erika Danzig noch im erlernten Beruf in Cottbus. 1963 wurde der erste Sohn Torsten geboren. 1970 vervollständigte Sohn Mirko die Familie. Beide sind mittlerweile verheiratet und erweiterten die Familie um drei Enkelkinder. „Wir sind immer schon gerne gereist und haben viel von der Welt gesehen“, berichtet Erika Danzig im Gespräch mit dieser Zeitung. „Beim Geburtstagsbesuch eines Freundes in Kassel lernten wir Annemarie Münchmeyer aus Syke kennen. Sie wurde uns eine gute Freundin, die wir dann auch einmal in Syke besuchten“, ergänzt sie.

„Damals gefiel uns Syke sehr gut. Nach dem Niedergang der Braunkohleförderung hatte sich unsere Welt total verändert. Ringsherum nur Gruben und Kraftwerke, die geschlossen wurden. Die Geschäfte ebenso, die Wirtschaft lag am Boden. Das Mehrfamilienhaus, in dem wir wohnten, verwahrloste zunehmend. Da kam das Angebot, hier nach Syke zu ziehen, gerade recht“, schildert der Ehemann. Seine Frau ergänzt: „Wir hatten dort zwar auch alles, aber wir wollten noch leben.“

Nachdem auch von den Kindern keine Einwände kamen, war die Entscheidung gefallen. Am 11. September 2001, dem Tag des Terroranschlags in New York, bezogen sie die Wohnung an der Hohen Straße. „Das Datum können wir nie wieder vergessen“, sagt die Ehefrau.

Es folgten Reisen in die Türkei, nach Mallorca, Lanzarote und Teneriffa. 2015 schlug das Schicksal dann erstmals zu. Der älteste Sohn verstarb mit gerade einmal 52 Jahren. 2016 erkrankte Erika Danzig. „Seitdem ist nichts mehr wie zuvor“ sagt Hans-Joachim Danzig. Seine Frau verbringt seitdem monatlich einige Tage im Krankenhaus. Fliegen geht nicht mehr, selbst Auto- oder Fahrradfahren sind passé. „Wir hatten eine sehr schöne Zeit, und davon zehren wir heute“, stellt Erika Danzig fest.

„Wir haben nicht eine Sekunde bereut, nach Syke gekommen zu sein. Von wegen schweigsame Nordlichter. Wir haben hier so viele neue Freunde gewonnen. Das Verhältnis zu den Nachbarn ist besser, als wir es in Vetschau jemals hatten“, sind sich beide einig. Am Ehrentag soll nun mit Familie und einigen Freunden im Steimker Hof gefeiert werden, wenn es die Corona-Lage dann zulässt. Danach freuen sich beide schon auf die „Hochzeitsreise“ im Oktober mit dem Bus an den Gardasee.

Von Horst Meyer

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