Bewährungsstrafe für 24-jährigen Syker

Erhebliches Gewaltpotenzial

Syke - Von Dieter Niederheide. Zu zehn Monaten Gefängnis auf Bewährung und einer Arbeitsauflage von 80 Stunden verurteilte das Syker Amtsgericht jetzt einen 24-jährigen Syker, der unter anderem wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, Bedrohung, mehrfacher Körperverletzungen, mehrfacher Beleidigung und Sachbeschädigungen vor dem Strafrichter stand. Der hielt dem Angeklagten darüber hinaus auch eine geharnischte Standpauke.

Mit dem Urteil ging das Gericht deutlich über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die lediglich auf eine Geldstrafe plädiert hatte. Der Angeklagte akzeptierte das Urteil.

„Unglaubliches“ Verhalten

Der Richter attestierte dem Syker ein erhebliches Gewaltpotenzial, und dieses habe sich auf die Straffindung ausgewirkt. Die Freiheitsstrafe sei notwendig, um auf den Mann einzuwirken. Nicht zuletzt hätten bei dem Urteil auch die erheblichen Vorstrafen eine Rolle gespielt.

Für den Richter war es „unglaublich“, was sich der Mann bei zwei Polizeieinsätzen im Juli und Dezember vorigen Jahres in Barrien geleistet habe.

Im Fall Nummer eins war es zu einem Streit mit seiner Ex-Frau gekommen. Die Polizei musste einschreiten. Die Beamten belegten den Syker mit einem Platzverweis, dem er aber nicht Folge leistete. Er wehrte sich heftig gegen seine Festnahme, belegte die Polizisten mit Schimpfworten, bedrohte sie, schlug und trat zu.

Im Fall Nummer zwei war der Angeklagte bei einem Bekannten zu eingeladen. Auch seine Ehemalige war da, und es kam erneut zum Streit, weil der Syker der Meinung war, dass seine Ex und sein Bekannter etwas miteinander hätten. Es kam erst zur Rangelei und Schubserei zwischen den beiden Männern. Dann würgte der Angeklagte den Barrier und schlug ihn mit der Faust von hinten ins Genick. Wenig später schlug er vor dem Haus die Heckscheibe des Autos seines Bekannten ein und beschädigte darüber hinaus einen Rollladen und einen Zaun. Wieder war die Polizei gefordert, wieder erteilte die ihm einen Platzverweis, wieder kam er dem nicht nach, und wieder leistete der Mann den Beamten enormen Widerstand. Ein Polizist als Zeuge: „Er war nicht zu beruhigen.“

Bei beiden Zusammenstößen mit der Polizei spielte der Alkohol eine große Rolle.

„Was machen Sie eigentlich den ganzen Tag?“, fragte der Strafrichter den Angeklagten, der seit Jahren keiner Arbeit nachgeht, nach eigenen Angaben seit dem 14. Lebensjahr zum Alkohol greift und auch Drogen konsumiert.

Der Angeklagte selber gestand die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und gab an, sich nicht mehr richtig erinnern zu können. Vage blieb sein Versuch, sich bei den Polizisten zu entschuldigen.

Der Richter stellte in seiner Urteilsbegründung fest, einzig und allein der Angeklagte sei für die Eskalation in beiden Fällen verantwortlich gewesen. Das Ganze sei nicht von Seiten der Polizei ausgegangen. Die Beleidigungen, die der Angeklagte zum Beispiel zwei jungen Polizistinnen gegenüber geäußert hatte, seien tiefstes Niveau und das Vorgehen gegen die eingesetzten Polizisten von purer Aggressivität geprägt gewesen.

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