Bürgermeisterin möchte Hauptgebäude für die Stadtverwaltung

Enge im Rathaus: Laue wirft ein Auge auf die Alte Posthalterei

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Das denkmalgeschützte Gebäude-Ensemble der Alten Posthalterei. Eigentümer ist die Stadt. Im Hauptgebäude ist derzeit noch die Volkshochschule.

Syke - Von Michael Walter. Was passiert mit der historischen Alten Posthalterei, wenn die Volkshochschule dort auszieht? – Über diese Frage macht sich die Stadtverwaltung bereits intensive Gedanken. Bürgermeisterin Suse Laue möchte die frei werdenden Räume am liebsten für ihre Mitarbeiter nutzen, denn das Rathaus platzt aus allen Nähten.

Mehrere Gebäude zählen zum Ensemble der Alten Posthalterei. Eigentümer ist die Stadt. Das Hauptgebäude mit der Postadresse Nienburger Straße 5 und das Nebengebäude Waldstraße 1 sind Anfang der 2000er-Jahre grundsaniert worden. Mieter und alleiniger Nutzer war anfangs die VHS. Das Seminarhaus Waldstraße 1 nutzt die Stadt inzwischen selbst.

Im deutlich später sanierten Nebengebäude Waldstraße 3 betreibt der Verein Rund ums Syker Rathaus ein Café. Das Hauptgebäude ist nach wie vor Sitz der VHS, die dort nicht nur Seminare veranstaltet, sondern auch ihre Büros untergebracht hat.

Aktuell plant die VHS den Umzug ihrer kompletten Verwaltung nach Bassum (wir berichteten). Der Mietvertrag läuft noch bis 2023. Die VHS möchte laut Laue aber bereits 2021 ausziehen.

Und dann? „Dann nutzt die Stadt die Räume selbst“, schwebt Laue vor. „Das würde die Platzprobleme im Rathaus erheblich entspannen.“ Das Rathaus ist mittlerweile 35 Jahre alt und zu einer Zeit gebaut worden, als die Stadtverwaltung noch erheblich weniger Aufgaben hatte als heute – und damit auch deutlich weniger Personal.

Platz für Flüchtlingssozialarbeit oder pädagogische Fachberatung

An der Nienburger Straße 5 hätte die Stadt zehn Räume im Erdgeschoss und weitere neun im Obergeschoss zur Verfügung. Darunter allerdings auch „Durchgangszimmer“ und Räume, die wegen ihrer ausgeprägten Dachschrägen nur eingeschränkt nutzbar wären. Aber auch einige Seminarräume, die zukünftig als Sitzungsräume genutzt werden könnten. Beispielsweise für die Ratsfraktionen. „Da haben wir aktuell ja nur den Ratssaal und den Nebenraum 18“, sagt Laue.

„Im Erdgeschoss wäre zum Beispiel genügend Platz für die Flüchtlingssozialarbeit oder die pädagogische Fachberatung für die Kindergärten“, skizziert Laue. „Ins Obergeschoss könnten Abteilungen ohne direkten Publikumskontakt einziehen. Unter anderem unsere EDV.“

Klar ist: Will die Stadt das Gebäude selbst nutzen, muss sie nach dem Auszug der VHS Geld in die Hand nehmen. Denn ohne Umbau und Renovierung wäre das nicht zu machen. Erstens haben die Räume knapp 20 Jahre Nutzung auf dem Buckel. Zweitens sind sie auch nach dem Standard von vor 20 Jahren gebaut worden. „Es gibt zum Beispiel überhaupt keine Vortragstechnik dort“, sagt Laue.

Konflikt: Brandschutz gegen Denkmalschutz

Was ihr ein bisschen Sorgen macht: Das Haus steht unter Denkmalschutz, und dadurch könnte es zu Problemen mit dem Brandschutz kommen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Beide Treppen sind aus Holz. Das ist für ein Gebäude mit öffentlicher Nutzung heute eigentlich nicht mehr erlaubt. Es gibt zwar so etwas wie einen Bestandsschutz. Aber die Stadt müsste eigentlich in mindestens eines der beiden Treppenhäuser auch noch einen Fahrstuhl einbauen. Das würde bedeuten: Veränderung des Bestands – und damit strengere Auflagen. Und unter Umständen müsste die Holztreppe dann weg.

Was das alles kosten würde, ist derzeit noch völlig unklar. Genaueres lasse sich erst sagen, wenn die VHS ausgezogen ist und die Stadt das Gebäude intensiver unter die Lupe nehmen kann. „Das Einzige, was ich jetzt schon weiß: Ein Fahrstuhl kostet 100.000 Euro“, so Laue.

Die fehlenden Mieteinnahmen, wenn die VHS ausgezogen ist, fallen laut Laue für den städtischen Haushalt nicht weiter ins Gewicht. „Die decken im Grunde die Kosten ab, die der Stadt damals bei der Sanierung entstanden sind.“ Deutlich ungünstiger wäre: „Wenn ich für uns anderswo Fremdräume anmieten müsste.“

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