Endlose Weite in Dauerschleife

LandÜber gibt Konzert im DGH Wachendorf

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LandÜber bei ihrem Auftritt in Wachendorf.

Wachendorf - Hannover – Wachendorf – Weimar. So lauteten die letzten drei Stationen auf der Deutschland-Tournee der Gruppe LandÜber. Thomas Ritter, dem Geschäftsführer des Wachendorfer Rosarium-Projekts, war mit der Verpflichtung dieser Gruppe ein erstaunlich guter Griff gelungen.

Leider wurde diese Mühe nicht honoriert: Keine zehn zahlenden Zuhörer waren erschienen. Vielleicht wäre die Resonanz größer gewesen, wenn das Konzert, wie ursprünglich sogar geplant, im neuen Gewächshaus des Rosariums hätte gespielt werden können. Aber dessen Fertigstellung hat sich verzögert, daher war das DGH der Konzertsaal.

Das Duo Benni „Cellini“ Gerlach (Cello) und Karl Helbig (Saxofon, Querflöte) hatte sich mit der Sängerin Katharina Johannsson verstärkt, die aus Niedersachsen stammt und in Schweden lebt. Es wurde ein fast intimes Konzert, bei dem die Musiker sich als einfühlsame Interpreten ihrer sphärischen Melodien erwiesen: das Rauschen des Windes, die endlose Weite Nordschwedens, flackerndes Polarlicht, ein Sonnenaufgang über dem Rheintal.

Johannsson fügte sich meist verhalten mit ihrer klaren Stimme in die Melodien ein, wobei sie wunderbar mit dem Saxofonsound von Karl Helbig harmonierte.

Beide Musiker stammen aus Sachsen und studierten in Dresden Musik. Sie lieben diese Stadt, doch sie haben „durch die Montagsspaziergänger“ Angst um Dresden bekommen und deshalb ein sehr melancholisches Liebeslied an die Stadt geschrieben.

Ganz eigenwillig interpretierten sie „Sacrifice“ von Elton John und das schwedische „Santa Lucia“, das besonders Eva Malmquist berührte. Sie stammt aus Schweden, wohnt aber in Wachendorf und war von dieser Form des Liedes „total begeistert“.

Warum diese Spitzenmusiker nach Wachendorf gekommen waren, erfuhren die Zuhörer erst von Benni Cellini: Die Texte zu den Liedern „Frühlingslied“ und „Aufgewacht“ stammen von Thomas Ritter, der seine Gedichte im Internet veröffentlicht hatte. Benni Cellini hat sie entdeckt und vertont.

Die Musiker bedienten sich der Technik, um ihren Liedern Tiefe zu geben. So spielte Benni Cellini auf einem fünfsaitigen offenen Cello, mit dem es ihm gelang, einen eingeklopften Rhythmus wie ein Uhrwerk durch das Lied zu ziehen und sich durch einen Schleifen-Effekt im Duett selbst zu begleiten. „Unsere Technik bietet uns die Möglichkeit zu wilder Spielerei“, erklärte Cellini. Diese Spielerei nutzten sie, um ihre minimalistischen Töne zu unterstützen und hörbar zu machen. bt

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