Re-Enacter spielen Entlassung der King's German Legion vor 200 Jahren nach

Als endlich wieder Frieden war

Uwe Heusmann (rechts) quittiert seine Entlassung als Colour-Sergeant des 5. Linienbataillons der King‘s German Legion. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Es war ein historischer Aufmarsch, zu dem Uwe Heusmann und das Kreismuseum am Wochenende eingeladen hatten. Auf historischem Boden trafen sich 38 Re-Enactment-Darsteller, die Veteranen aus den napoleonischen Befreiungskriegen verkörperten.

Darunter einige Mitglieder der „Schwarzen Schar“, die am 5. August 1809 unter dem Herzog von Braunschweig-Oels auf ihrer Flucht vor Napoleons Truppen im Syker Krendel übernachtet hatten, ehe sie sich in Elsfleth nach England einschiffen konnten.

1816 war Napoleon endgültig besiegt und nach St. Helena verbannt worden. Jetzt war es an der Zeit, abzurüsten. Das traf auch die „King‘s German Legion“. 13 Jahre lang war sie in Europa unterwegs, um gegen Napoleon zu kämpfen. Unter anderem in Spanien und bei der Schlacht von Waterloo. Jetzt wurden die Soldaten nicht mehr gebraucht und erhielten ihre Entlassungspapiere.

In Bücken hatte man das erste, in Bruchhausen das zweite, in Harpstedt das dritte, in Barnstorf das vierte, in Sudweyhe das achte und in Syke das fünfte Bataillon aufgelöst. Dieses Ereignis spielten jetzt – 200 Jahre später – die Re-Enacter nach.

Etwa 400 bis 600 Soldaten gehörten so einem Bataillon an. Vor ihnen lag jetzt eine ungewisse Zukunft.

Wie könnte diese Situation geschichtlich besser verständlich gemacht werden, als durch eine möglichst authentische Darstellung? „Wir versuchen, die Geschichte darzustellen und auch selbst nachzufühlen, wie sich die Soldaten damals gefühlt haben mögen“, erklärt Uwe Heusmann. 

Das setzt eine fundierte Kenntnis voraus: Über die historischen HIntergründe, die die soziale und wirtschaftliche Lage damals, über Kleidung und Ausrüstung und sogar über die Sprechweise. Über diese Dinge gibt es unter den Hobby-Historikern regelmäßige Diskussionen. Es gibt Experten, deren Meinung beim Kauf einer Uniform oder bei der Wahl der Waffen und Abzeichen vorher eingeholt wird.

Die Darstellung am Museum beruhte also auf geschichtlicher Realität, wurde aber fantasievoll für die Zuschauer nachvollziehbar gemacht.

„Das habt ihr einmalig gut gemacht“, lobte Arno Müller die Gruppe. Er hatte in seinem Familienarchiv einige Unterlagen zu dieser Episode gefunden und Rainer Kasties überreicht. Der Mediziner ist als Hobby-Historiker mit den Ereignissen vertraut und freut sich über jedes kleine Puzzle-Teil, das Hinweise über die soziale und politische Lage jener Tage gibt.

Mehr zum Thema:

Bayern nach Leipzig-Patzer wieder vorn

Bayern nach Leipzig-Patzer wieder vorn

Riesenjubel in Grün-Weiß

Riesenjubel in Grün-Weiß

DHB-Frauen starten mit Sieg in EM-Hauptrunde

DHB-Frauen starten mit Sieg in EM-Hauptrunde

Weihnachtsmarkt in Sankt Hülfe/Heede

Weihnachtsmarkt in Sankt Hülfe/Heede

Meistgelesene Artikel

Auch Sitzen kann eine körperliche Belastung sein

Auch Sitzen kann eine körperliche Belastung sein

Betrunken in den Vorgarten

Betrunken in den Vorgarten

Sirenenalarm in Kirchweyhe - Mülleimer fängt Feuer

Sirenenalarm in Kirchweyhe - Mülleimer fängt Feuer

„Ein Grottenolm ist klüger“

„Ein Grottenolm ist klüger“

Kommentare