Autowerkstatt Hartmut Schröder und KÜS gehen nach 14 Jahren getrennte Wege

Ende einer guten Zusammenarbeit

Der Betrieb bei Hartmut Schröder geht weiter, aber die KÜS-Abnahmestation zieht an die Waldstraße um. KÜS-Mitarbeiter Heino Haake (4.v.l.) bedankte sich bei (v.l.) Claudia, Hartmut und Angelika Schröder sowie bei deren Mitarbeiter Hans Liss für die langjährige Zusammenarbeit. - Foto: Heiner Büntemeyer

Barrien - Von Heiner Büntemeyer. Nach 14 Jahren endet in der Kfz-Werkstatt Hartmut Schröder eine langjährige Kooperation. An jedem Freitag bot die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher KFZ-Sachverständiger (KÜS) dort eine HU-Abnahme an. Damit ist jetzt Schluss. Nachdem die letzten HU-Plaketten auf die Kennzeichen geklebt waren, bedankte sich KÜS-Mitarbeiter Heino Haake bei Angelika und Hartmut Schröder für die gute Zusammenarbeit.

Die KFZ-Reparaturwerkstatt Hartmut Schröder am Barrier Bahnhof ist einer der ältesten Syker Betriebe. 1898, also vor mehr als 100 Jahren, gründete der Maschinenbauer Hermann Schröder am jetzigen Fuchsweg in Barrien einen Landmaschinenbetrieb und stellte Spitzdreschmaschinen, Staubmühlen, Göpel, Rübenschneider und Flachsaufbereitungsmaschinen her. 1928 pachteten der Unternehmer und seine Söhne Heinrich und Hermann Schröder gegenüber dem jetzigen Gasthaus Sirtaki eine Holzhalle in der Nähe des Barrier Bahnhofes an der Bremen-Nienburger-Chaussee, der jetzigen Bundesstraße 6.

Sie hatten den Strukturwandel erkannt und legten fortan den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf Auto- und Fahrradhandel, richteten dort eine Tankstelle ein und gründeten einen Mietwagenverleih.

Hermann Schröder besaß in Barrien das erste Auto, einen „Dixi“. Später gehörten auch noch ein „Studebaker“ und ein „Wanderer“ zum Fuhrpark.

Nach dem Tode des Firmengründers im Jahre 1934 übernahm Hermann Schröder den Betrieb und musste nach Kriegsende völlig von vorn beginnen. Seine Tätigkeiten beschränkten sich auf die Reparatur von Fahrrädern und Motorrädern, aber er lötete auch Töpfe und Wasserkessel. Außerdem besaß er eine Bördelmaschine, die in dieser Zeit, als die Hausfrauen noch einkochten, äußerst nützlich war. Mit diesem Gerät konnte er gebrauchte Konservendosen abschneiden. Wenn die Hausfrauen diese Dosen wieder gefüllt hatten, fuhren sie damit in seine Werkstatt, er legte einen Deckel darauf und bördelte die Konservendose luftdicht zu.

1951 erwarb er ein Grundstück auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnstrecke und richtete dort 1954 eine neue Tankstelle ein. Der ständig stärker werdende Straßenverkehr trug dazu bei, dass sich der Betrieb rasch entwickelte. Damals sorgten die häufig geschlossenen Bahnschranken dafür, dass sich beiderseits der Bahn die Autos zeitweise in langen Schlangen stauten. Viele Autofahrer nutzten die Wartezeit, um ihren Wagen noch rasch vollzutanken.

Der Betrieb wurde um eine Werkstatthalle erweitert. 1971 wurde Hartmut Schröder, der Enkel des Firmengründers, Mitinhaber und legte 1975 seine Meisterprüfung ab.

1976 wurde die Umgehungsstraße der B6 eröffnet. Schon lange vorher hatten sich die beiden Inhaber Gedanken über die Zukunft ihres Betriebes gemacht – und sie blieben ganz gelassen, weil sie wussten, dass die Stammkunden ihr Hauptgeschäft ausmachten. Schon drei Jahre später war der Rückgang im Tankgeschäft wieder ausgeglichen und auch die Energiekrise überwunden.

Vor gut zehn Jahren war abzusehen, dass Tankstellen nur wirtschaftlich überleben konnten, wenn sie Treibstoff in großen Mengen absetzten. Dazu war der Standort am Ende einer Sackgasse nicht mehr günstig genug. Hartmut Schröder hängte den Zapfhahn endgültig in die Zapfsäule, richtete eine Auto-Waschanlage ein, beschränkte sich auf die Reparatur und begann die Zusammenarbeit mit der KÜS, die am Freitag endete.

Während Hartmut Schröder weiterhin Autos repariert und für eine Hauptuntersuchung vorbereitet, verlegt die KÜS ihre HU-Abnahmen in die „Profi-Car-Service-Werkstatt“ an der Waldstraße.

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