Mitarbeiter der Tiefbaufirma WBW kontrollieren Gasleitungen in Syke

Empfindliche Spürnase

Gerrit Beeckmann ist mit dem Flammenionisationsdetektor unterwegs. - Foto: Filipiak

Syke - „Hallo, wir sind von der WBW und wollen gern die Gasleitungen überprüfen“ – diesen Satz bekommen in den nächsten Wochen viele Syker zu hören. Denn im Auftrag des Netzbetreibers EWE suchen Gerrit Beeckmann und Ingolf Timmen in der Hachestadt nach Lecks in den Erdgasrohren und -anschlüssen. Unsere Zeitung hat sie auf einer ihren Runden begleitet.

Die beiden Männer sind erfahrene Gasaufspürer – Beeckmann ist seit 22 Jahren dabei, Timmen seit sieben. Gemeinsam untersuchen sie in den kommenden zwölf Wochen das rund 406 Kilometer lange Netzwerk in Syke – zu Fuß. Mit dabei ist stets der Flammenionisationsdetektor. Das rund sechs Kilo schwere Gerät ist an eine Art Staubsauger angeschlossen. Damit fährt Beeckmann über den Boden, unter dem sich die Gasrohre befinden. „Der Detektor erkennt, wann er Luft einsaugt und wann Gas“, erklärt Beeckmann. Schon bei vier ppm (parts per million, zu deutsch: ein Millionstel) gibt der Apparat ein Warnsignal von sich. „Zum Vergleich: Wenn jemand mit einer empfindlichen Nase in einem Raum Gas riecht, sind das rund 200 ppm“, fügt Timmen hinzu.

Er ist für die Planung zuständig. Auf seinem großen Tablet sind die Leitungen eingetragen. Er zeigt Beeckmann genau, wo er mit dem Detektor lang fahren muss. „Drei Meter vor Kopf “ heißt es dann von Timmen. Vor Kopf? „Das soll geradeaus heißen“, lacht Timmen. „Wir haben uns schon intern Kommandos einfallen lassen.“

Wenn die beiden Männer unterwegs sind, werden sie zwar neugierig angeschaut, aber niemand hat ein Problem damit, wenn Timmen und Beeckmann auch mal in den Hintergarten oder auf die Terrasse müssen, um alles abzusuchen.

„Unseren Ausweis zur Identifizierung haben wir immer mit dabei“, sagt Timmen. Bei dem Abgehen der Leitungen müssen Timmen und sein Kollege immer wieder sportlichen Einsatz zeigen. Mal geht es querfeldein, dann müssen sich die Männer durch eine enge Lücke in einer Hecke quetschen oder über einen Zaun klettern. Die Beiden nehmen das locker, schließlich machen sie das fast jeden Tag in der Saison von März bis September. Außer bei Regen: „Das Wasser wirkt dann wie eine Bodenversiegelung“, erläutert Timmen. „Dadurch kann kein Gas ausströmen und der Detektor nichts aufspüren.“

An diesem Tag aber scheint die Sonne. Zügig gehen die zwei Gasspürer die Straßen ab. Bei den sogenannten Schiebern hält Beeckmann den Detektor ein wenig länger als sonst inne. Unter diesen kleinen Gullydeckeln befinden sich die Ventile um im Notfall das Gas abzustellen. „Alles was man bewegen kann, wird auch schneller undicht“, weiß Beeckmann aus Erfahrung.

An diesem Vormittag aber finden sie kein Leck in den Leitungen. „Bei der EWE gibt es eine geringe Quote an undichten Stellen“, so der Dienstältere.

Von Sophie Filipiak

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