AWG empfiehlt der Syker Politik Abwarten und Tee trinken

Der Klärschlamm von Syke ist gut

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Durchschnittlich 5270 Tonnen Klärschlamm fallen pro Jahr im Syker Klärwerk an. Archivbild: hu

Syke - Von Michael Walter. „Dat Wasser von Kölle es jot“ haben die Bläck Fööss 1984 mal gesungen. Na gut: Das war damals ironisch gemeint. Ganz ohne Ironie kann man aber sagen: Der Klärschlamm von Syke ist gut. Und weil das so ist, gibt es für die Kommunalpolitik keinen Grund, in Aktionismus zu verfallen.

Das ist das Ergebnis, das die Mitglieder des Bauausschusses am Donnerstag Abend aus ihrer jüngsten Sitzung mitgenommen haben. Dort hatte AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler auf Einladung des Ausschusses über die verschiedenen Möglichkeiten referiert, wie die Stadt in Zukunft mit ihrem Klärschlamm verfahren könnte.

5000 bis 5500 Tonnen fallen jedes Jahr davon im stadteigenen Klärwerk an. Bislang wird der Klärschlamm komplett auf landwirtschaftlichen Flächen als Dünger ausgebracht. Seit diesem Jahr gilt jedoch eine neue Düngemittelverordnung mit strengeren Grenzwerten für die zulässige Schadstoffbelastung des Klärschlamms. Und es gibt Aussagen der Bundesregierung, das Düngen mit Klärschlamm mittelfristig gänzlich zu verbieten. Deshalb hatte die Stadt bereits im Vorfeld der neuen Verordnung eine Machbarkeitsstudie bei der AWG in Auftrag gegeben, welche Alternativen der Stadt denn zur Verfügung stehen würden.

Was das Kurzfristige betrifft, konnte Nieweler beruhigen: Vom Schadstoffgehalt her ist der Syker Klärschlamm vollkommen unauffällig. „Es gibt nachweislich keine Probleme.“

Und was das Mittelfristige betrifft, sagte Niewehler: „Eine kurzfristige Untersagung des Ausbringens auf landwirtschaftliche Flächen ist nicht zu erwarten.“ Das politische Ziel sei zwar, die Rückgewinnung des im Klärschlamm enthaltenen Phosphors einzuführen. Das allerdings – nach derzeitigem Stand – erst 2025. Kurzfristig müssten Stadt und Politik daher jetzt nichts entscheiden.

Niewelers Empfehlung an den Ausschuss lautete ergo: Weitermachen wie bisher und die rechtliche Entwicklung abwarten.

Die Ausschussmitglieder dürften es erleichtert aufgenommen haben. Denn anderenfalls hätte die Stadt ein echtes Problem. Grund: Eine wirkliche Alternative zur Verwendung des Klärschlamms als Dünger gibt es bisher nicht. Alle denkbaren Möglichkeiten haben ihre Haken:

Auf die Mülldeponie darf er nicht, weil er dafür zu viel organisches Material enthält. Mitverbrennen in der Müllverbrennungsanlage wäre sehr aufwändig, weil der Klärschlamm dafür eigens vorbehandelt werden müsste. Außerdem ginge dann der enthaltene Phosphor verloren. Gleiches gilt für die Mitverbrennung im Zementwerk.

Das wäre bei der Verbrennung in einer reinen Klärschlamm-Verbrennungsanlage zwar nicht der Fall. Solche Anlagen gibt es in Norddeutschland aber gar nicht.

Nieweler glaubt allerdings, dass sich diese so genannte Mono-Verbrennung in den nächsten fünf bis zehn Jahren durchsetzen wird. „Das hieße dann aber, dass wir auch im Norden neue Verbrennungsanlagen bauen müssten.“

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