Elternrat: „Für viele nicht hinnehmbar“

Kita-Gebühren sollen deutlich steigen

Syke - Von Michael Walter. Angedeutet hat es sich schon lange – jetzt wird es ernst: Stadt und Politik stellen die Weichen für eine Erhöhung der Elternbeiträge für die Kinderbetreuung in Krippen, Kindergärten und Horten. Am Donnerstag diskutiert der Ausschuss für Familie und Soziales erstmals öffentlich über einen konkreten Vorschlag. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Ratssaal.

Seit den Kommunalwahlen 2006 war es erklärtes Ziel von Stadt und Politik, die Kita-Gebühren kontinuierlich zu senken. Insbesondere die SPD hatte sich damals dafür stark gemacht. Konnten zuletzt die Gebühren zumindest stabil gehalten werden, dreht sich das Rad jetzt zurück.

Grund dafür: Auf der einen Seite wird das Geld im städtischen Etat knapp, auf der anderen hat die Stadt die Kinderbetreuung in den vergangenen zehn Jahren erheblich ausgeweitet und muss sie in nächster Zukunft noch weiter ausbauen. Zum Beispiel in Form des neuen Kindergartens, der gerade provisorisch an der Ferdinand-Salfer-Straße eingerichtet wird. Dadurch steigen auch die jährlichen Personalkosten.

Infolgedessen schlägt die Verwaltung jetzt eine Anhebung der Elternbeiträge vor. Lagen die bisher bei einem Drittel der Gesamtkosten, sieht die überarbeitete Satzung jetzt eine Erhöhung auf 40 Prozent der Gesamtkosten vor.

Nun sind jedoch die Kosten für Hort, Kindergarten und Krippe unterschiedlich hoch. Dadurch würden die Elternbeiträge also auch unterschiedlich stark steigen.

Ein Beispiel: Im Kindergarten würde der Elternbeitrag von derzeit 1,40 Euro auf 1,82 Euro für die einzelne Betreuungsstunde steigen. Das entspricht einer Anhebung um 30 Prozent. Im Hort zahlen die Eltern für die einzelne Stunde derzeit 1,25 Euro. Nach der Erhöhung würden sie 1,95 Euro bezahlen, was einer Verteuerung von 52 Prozent entspricht.

Nicht nur deshalb empfindet der Stadtelternrat für Kindertagestätten die geplante Erhöhung als unverhältnismäßig. Der Vorsitzende Rene Fischer kritisiert darüber hinaus auch, dass die neue Satzung keine Sozialstaffelung der KitaGebühren für Familien mit geringeren Einkommen mehr vorsehe. Dies sei „für viele Eltern nicht hinnehmbar“.

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