Elin Käven verschafft Barriern Glücksgefühle

Musikalische Zauberer-Qualität

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Elin Käven

Syke - Von Dagmar Voß. In Klänge gehüllte nordische Märchen konnten die Besucher am Samstagnachmittag in der St.Bartholomäus-Kirche vernehmen. Das Elin Käven Folktrio entführte seine Zuhörer in die Sagenwelt der norwegischen Samen, in mystische Geschichten und fröhliche Tonerlebnisse.

Die verzaubernde Musikschamanin Käven füllte die Ohren und das Kirchenschiff mit ungewöhnlichen Liedern, wobei vor allem das „Joik“ eine Rolle spielte. Dachte vielleicht mancher anfangs noch, er höre ein etwas abgewandeltes Jodeln, so wurde er bald aufgeklärt über diese besondere samische Gesangsform. Der traditionell-gutturale Singsang in immer wiederkehrenden Strophen sei in Norwegen lange illegal gewesen, erzählte die junge Künstlerin. Er enthält keine erkennbaren Worte, vielmehr wechseln sich Vokale und Konsonanten ab und gleiten so durch einige Oktaven. Joik war lange Zeit die einzige traditionelle Musikform der Samen, ein Sologesang ohne instrumentale Begleitung.

„Joik hat keinen Anfang und kein Ende“, erklärte Kävin lächelnd. „Man kann jederzeit aufhören oder immer weitermachen.“ Und dann stimmte sie ihr Lieblings-Joik an über weibliche Power. „Es soll jedem das Gefühl geben, etwas zu erfahren, anstatt es zu erklären.“

Zu Welten jenseits des Alltäglichen verschmolzen an diesem Abend Geigensounds und geniale Gitarrenakkorde gemeinsam mit hervorragendem Gesang.

Außerdem erfuhren die Zuhörer einiges über das samische Leben; dass jeder Same zwei Namen hat, einen norwegischen, den er haben muss, und einen samischen. Dass dabei auch gleich immer die Familienhistorie mitgeliefert wird – bei ihr unter anderem, dass ein berühmter Schamane zu ihren Verwandten zähle. Daher also die musikalische Zauberer-Qualität, die Elin Kävens Gesang in andere Sphären bringt. Lieder über Gott und die Welt, über Liebe und Leid, Ängste und Glück. Ihr „Dream of fortune“ vermittelte sicherlich jede Menge Glücksgefühle.

Langanhaltender Applaus sprach dafür, dass die Initiatoren des Festivals JazzFolkBike mit der Einladung an dieses Trio genau den richtigen Riecher gehabt hatten.

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