Fußballmoderator Tom Bartels gibt auf Volksbank-Versammlung spannende Einblicke

„Elf Freunde“ – das war einmal

Teambuilding mit ARD-Kommentator Tom Bartels (Mitte): die vier neuen Azubis der Volksbank, die am 1. August ihren Job antreten werden, zusammen mit ihren beiden zukünftigen Chefs. - Foto: Kaack

Syke - Von Ulf Kaack. Bekanntermaßen ist die pflichtgemäße Präsentation von Bilanzen und Geschäftszahlen eine unaufgeregt, bisweilen dröge Sache. Deshalb ist es eine gute Tradition bei der Volksbank Syke, im Anschluss an ihre Vertreterversammlung einen Referenten zu einem spannenden Thema abseits der Finanzmärkte einzuladen. Mit dem TV-Sportmoderator Tom Bartels als Gast bewiesen die Banker ein gutes Händchen.

Lässig, locker und sympathisch trat er vor sein Publikum. Tom Bartels fühlte sich sichtlich wohl in den Kreisen der Volksbänker, hatte er doch selbst einst Bankkaufmann gelernt. Doch nach einem Sportstudium verschlug es ihn in die Medienbranche. Er arbeitete als Kommentator und Reporter für verschiedene TV-Sender, zählt heute zu den Top-Kommentatoren und arbeitet für die ARD. In zehn Tagen startet seine Maschine nach Russland, von wo aus er live von den Spielen der Fußball-WM berichten wird.

Dem 52-Jährigen aus dem niedersächsischen Melle gehört die Ehre eines besonderen Rekords unter Sportberichterstattern: 35,6 Millionen Zuhörer klebten an seinen Lippen, als er 2014 das WM-Finale zwischen Deutschland und Argentinien kommentierte. Diese Marke kann er bei der aktuellen WM nicht toppen, wie er lächelnd sagt: „Das Endspiel überträgt das ZDF, ich sitze während des Halbfinales vor dem Mikrofon.“

Zum Vergleich präsentierte er auf der Großbildleinwand die Siegtore der vier von Deutschland gewonnen Weltmeisterschaften: „Da gab es durchaus Veränderungen über die Jahrzehnte.“ Dem legendären Herbert Zimmermann, der seinerzeit Radiosprecher war, wurde 1954 zu viel Leidenschaft für die Herberger-Truppe und sprachliche Nähe zur NS-Wochenschau vorgeworfen.

Mehr Emotionen und mehr Wortwitz

Daraufhin verordneten die Sender ihren Sprechern absolute Neutralität und weitgehende Emotionslosigkeit, was wirklich langweilig war. „Heute gehen wir da wieder viel lebendiger und mit Wortwitz ran“, so Bartels. „Da ist es natürlich hilfreich, dass wir heutzutage durch Videoanalyse sowie digital sofort abrufbare Statistiken und Profile einen umfangreichen Wissensbackground weitergeben können.“

Auf charmante Art gab Tom Bartels tiefe Einblicke in den modernen Fußballbetrieb. Er hat beste Kontakte zur deutschen Nationalmannschaft, den Bundesligaclubs und den internationalen Sportbetrieb. Zu den Spielern, vor allem aber direkt zu den Trainern und ins Management. Wie dort die Uhren ticken, wie Entscheidungen gefällt werden und letztendlich die Kapitalströme fließen, erfuhren die gespannt lauschenden Zuhörer aus erster Hand.

So manchem mag es dabei gegruselt haben, angesichts der bei Spielertransfers fließenden Unsummen und der strategisch ausgerichteten Suche nach neuen Talenten. Längst folgt der internationale Profifußball den Gesetzen von Business und Management. „Wenn der FC Bayern jährlich 70 Millionen Euro in sein Nachwuchsleistungszentrum investiert und daraus alle fünf Jahre einen Spitzenspieler generiert, ist das wirtschaftlicher, als sich einen entsprechenden Leistungsträger auf dem Transfermarkt zu kaufen“, erklärte Bartels. Der häufig bemühte Spirit der „elf Freunde“ spiele hier schon längst keine Rolle mehr.

Als Teil dieser gehypten Maschinerie sah er viele Aspekte in der Branche durchaus kritisch, äußerte – bei aller gebotenen Neutralität – seine Sympathien für Werder Bremen: „Dort wird bodenständig gearbeitet, mit hanseatischer Gelassenheit und Verbindlichkeit“, sagte der Moderator und schlug eine Brücke zu seinem Gastgeber, als er sich mit den vier neuen Auszubildenden zum Erinnerungsfoto stellte: „Und dieses empathische Modell ist mit das liebste, zumal es – um den Kreis an dieser Stelle zu schließen – nicht nur im Fußball, sondern offensichtlich auch bei der Ausbildung des Volksbank-Nachwuchses erfolgreich zur Anwendung kommt.“

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