Windeln wechseln und Flasche geben

Realschüler üben Elternsein mit Baby-Simulatoren

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Die teilnehmenden Realschüler mit ihren Babys auf Zeit. 

Syke - Die erste Nacht als frisch gewordener Papa hat er hinter sich. Drei Tage darf Maurice sein Baby noch sehen, bis er den kleinen Tom an der Realschule Syke abgeben muss. Maurice ist nicht der richtige Vater. Die Eltern von dem kleinen Tom sind eine Fabrik in Amerika, die Baby-Simulatoren herstellt.

Seit Donnerstag üben zehn Schüler der Realschule Syke, welche Verantwortung es ist, ein kleines Baby versorgen zu müssen. Maurice ist einer von zwei Jungen, die an dem Projekt des Landkreises Diepholz teilnehmen. Die erste Nacht hätten die beiden ganz gut über die Runden gebracht. „Papa werden will ich aber frühestens mit 23“, sagt Maurice mit breitem Grinsen. Auch Kristina will sich darauf vorbereiten, wie es mal sein kann als Mutter: „Aber in echt erst nach der Ausbildung.“

„Zu den Aufgaben gehört alles, womit Mütter und Väter von Babys konfrontiert sind“, sagt die Sozialpädagogin Brunhilde Maskos. Sie betreut zusammen mit der Lehrerin Julia Fitzner das Babyprojekt. Es sei das siebte an der Realschule Syke und werde dort immer für Neuntklässler angeboten. Dieses Mal hätten sich 27 Kinder für die freiwillige Teilnahme am Projekt mit den zehn Baby-Simulatoren beworben. Die zehn Auserwählten machten nach der ersten Nacht alle einen fröhlichen Eindruck. In den sechs Jahren davor hätten nur zwei Kinder das Projekt abgebrochen, so Maskos.

Es gehe darum, die Kinder zu sensibilisieren, damit sie nachdenken, bevor sie Kinder in die Welt setzen. Mit Erfolg. Joshua (15) wolle erst nach der Ausbildung an die Familienplanung denken und sich bei dem Projekt lediglich darauf vorbereiten, wie es ist Vater eines kleinen Babys zu sein. „Frühestens mit 30, aber nicht früher“, will die 16-jährige Kristina Mutter werden. Sie will ebenfalls erst mal eine Ausbildung beenden.

Die Babys sind mit Temperatur-Sensoren ausgestattet. Dementsprechend müssten die Schüler die Kleinen anziehen, wenn sie raus in die Kälte gehen, oder ausziehen, wenn sie wieder reingehen. Auch Fläschchen geben, bis die Babys Bäuerchen machen, gehöre zu ihren Aufgaben.

Außerdem müssten sie den Kleinen Windeln wechseln - zum Glück jedoch noch ohne Inhalt .  

pkö

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