Elektronik-Fachmarkt schließt kommende Woche / Konkurrenz sieht sich bestätigt

Telepoint macht dicht – nach nur 16 Monaten

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Für den Syker Telepoint-Markt an der Waldstraße ist in der kommenden Woche Schluss.

Von Frank Jaursch. Nur 16 Monate hat es gedauert von der Eröffnung bis zum letzten Öffnungstag: Die Syker Telepoint-Niederlassung hat am kommenden Dienstag ihren letzten Tag. Auf Info-Tafeln im Eingangsbereich kündigt der Elektronik-Markt die Schließung zum 29. Juli an.

Auf Nachfrage der Kreiszeitung begründete Pressesprecherin Helen Drieling am Donnerstag den Rückzug aus Syke mit dem „herausfordernden Veränderungsprozess, in dem wir unser eigener schärfster Kritiker sind“. Die wirtschaftliche und geografische Lage des Syker Marktes decke sich nicht mit den Anforderungen und Plänen „für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Marke Telepoint“.

Den Mitarbeitern seien Stellen im Markt in Wildeshausen oder in der Verwaltung in Oldenburg angeboten worden; die Mehrheit habe dieses Angebot angenommen.

Mit dem Aus für den zur Bünting-Gruppe (Famila, Combi) gehörenden Markt endet eine Zeit, in der die Syker buchstäblich die Qual der Wahl hatten: Nur ein paar Steinwürfe von dem Telepoint-Markt an der Waldstraße entfernt, buhlte mit dem Euronics-XXL-Markt ein Konkurrent mit nahezu identischem Produktangebot um Kunden.

Der Euronics-Marktleiter Meinhardt Hoefert zeigte sich nicht besonders überrascht von der Schließung. Er habe bereits gesehen, dass sich meist nur wenige Fahrzeuge auf dem Telepoint-Parkplatz befunden hätten. Die eigenen Umsätze seien mit dem Einstieg des Konkurrenten in Syke zwar merklich zurückgegangen, aber „doch weniger als erwartet“. Hoefert sieht im Telepoint-Aus eine „Bestätigung dafür, dass wir keinen so schlechten Job machen“.

Die Schließung bestätigt die Vorbehalte, die viele Skeptiker vor zwei Jahren geäußert hatten. Zwei Märkte dieser Größe und Konzeption in Syke? „Man hätte mal auf die Leute hören sollen, die schon ein bisschen länger im Geschäft sind“, sagt etwa Stephan Nienaber, Geschäftsführer des Konkurrenzbetriebs EP-Nienaber in Barrien. Syker Branchenvertreter hatten vor zwei Jahren mit Unverständnis auf die Telepoint-Pläne reagiert und auch die Bedarfanalyse der Stadt bezweifelt. Nienaber hofft, dass sich die Situation im Bereich Elektro „jetzt mal ein bisschen beruhigt“.

„Das Ende ist für mich absehbar gewesen“, findet auch Horst Köhler, Inhaber des Audio-Video-Service und damit lokaler Konkurrent der beiden großen Elektronikmärkte. „Der Markt reguliert manche Dinge von alleine“, sagt Köhler lapidar. In seinem eigenen Geschäft habe sich der Einstieg von Telepoint kaum bemerkbar gemacht.

Genau das hält Sykes Ortsbürgermeisterin Gabriele Beständig für eine gute Nachricht. Sie gehörte vor zwei Jahren in den politischen Gremien zu den Kritikern des Marktes und sorgte sich um die Zukunft der lokalen Elektromärkte. So ganz konnte sie sich mit dem neuen Markt nie anfreunden: „Ich bin da nie drin gewesen.“ Für die Stadt geht nun die Suche nach einem Nachnutzer los. „Ich bin gespannt, was da jetzt reinkommt“, so Beständig, „vielleicht kann man das ja für Syke sinnvoll nutzen.“

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