„Das ist echte Ingenieursleistung!“

Wesemann Laboreinrichtungen: Einzigartiges aus dem Baukasten

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Diese begehbaren Abzüge hat Wesemann für die Max-Planck-Gesellschaft gebaut. 

Syke - Von Ulf Buschmann. Es gibt Firmen, deren Produkte hat man schon tausendmal in der Hand gehabt, ohne es zu wissen. Und es gibt Firmen, die in ihrer Branche eine führende Rolle spielen, ohne dass es bekannt wäre. Syke hat von beiden eine ganze Menge. Ein paar dieser „Hidden Champions“ möchte die Kreiszeitung nun vorstellen. Heute dreht sich alles um Wesemann, eine Firma, die Laborgeräte herstellt.

Wenn es um Einrichtungen für Labore aller Art geht, führt der Weg vieler Verantwortlicher rund um den Globus nach Syke. Ihr Ziel ist die Max-Planck-Straße. Dort hat ein Mittelständler seinen Sitz, der außerhalb der Branche so gut wie unbekannt ist: Wesemann Laboreinrichtungen. Die Mitarbeiter tüfteln im Auftrag von Forschungseinrichtungen, Schulen, Universitäten und der Industrie Ideen und Lösungen aus.

Harald Wienberg kann sein jeweiliges Gegenüber schnell in Erstaunen versetzen. „Erinnern sie sich noch an Ihren naturwissenschaftlichen Unterricht?“, fragt der Chef der Organisationsentwicklung von Wesemann Laboreinrichtungen. Tatsächlich, die Bilder sind noch recht präsent: Alle sitzen in einer Reihe um die speziellen Möbel im Chemie,- Physik- oder Biologie-Fachraum. Am Kopf des Tisches gibt es einen Abfluss und einen Wasserzulauf, auch Strom und Gasanschlüsse sind vorhanden.

Die moderne Form präsentiert Wienberg auf Knopfdruck: Mit einem leisen Surren fährt eine komplette Medieneinheit von der Decke herab: Strom, Gas- und Luftanschlüsse, Netzwerkanbindung: Es ist alles vorhanden, was Schüler für zeitgemäßen naturwissenschaftlichen Unterricht benötigen. Darunter können sich die Mädchen und Jungen gruppieren. Es gibt nämlich die üblichen Tische. Wienberg freut sich über das erstaunte Gesicht seines Gegenübers.

„Nach Wesemann sucht im Internet keiner“

Schulen wie das Gymnasium Syke, kommunale Kläranlagen, Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer Institut und die Max-Planck-Gesellschaft sowie große Universitäten stehen in der Kundendatei der Wesemann-Gruppe. Sie werden aus Syke beziehungsweise den anderen Standorten mit all dem beliefert, was in einem Labor notwendig ist. Über das Tochterunternehmen Abarcon in Rastede bei Oldenburg können die Syker selbst so ungewöhnliche Teile wie den Leichenteile-Paternoster für die Universität Münster liefern. Bei aller Vielfalt sind die Laboreinrichter außerhalb der Branche kaum bekannt. „Nach Wesemann sucht im Internet keiner“, bekennt Wienberg.

Einst waren es Maßanfertigungen. Aber Mitte der 1990er-Jahre hat Wesemann mit seinem System Delta 30 den Umschwung hin zur Großserienproduktion vorgenommen. Dazu gehören Medien-, Tisch-, Abzug- und Schranksysteme. Hinzu kommen Zubehör und ein Farbkonzept, aus dem die Kunden wählen können.

Einzigartiges aus genormten Teilen

Wienberg nennt diese Arbeitsweise „modulares Baukastensystem“: Aus genormten Teilen entsteht je nach Kundenwunsch immer wieder Neues und Einzigartiges. Als Beispiel zeigt Wesemann auf ein Foto: Aus den standardisierten Abzügen hat das Unternehmen für die Max-Planck-Gesellschaft begehbare Einheiten gebaut. Jeweils zwei mal vier dieser Abzüge stehen neben einander – und das über zwei Etagen. „Das ist kein Handwerk mehr, das ist echte Ingenieursleistung“, erklärt der Chef der Organisationsentwicklung.

Über mangelnde Arbeit braucht sich das Wesemann nicht beklagen. Wie alle Hightech-Firmen sind Fachleute händeringend gesucht. Aber das, weiß Wienberg, sei schwierig: „Die Anforderungen unserer Kunden sind hoch.“ Dazu gehört zum Beispiel die Zertifizierung nach EMAS. Es steht für „Eco-Management and Audit Scheme“. Bekannter ist es als EU-Öko-Audit. So müssen die Syker eine Umwelterklärung in Sachen Green Building abgeben. Die Environmental Product Declaration (EPD) werde regelmäßig veröffentlicht.

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