Einspruch des Personalrats: Abgeordnete Pädagogen vorerst wieder im Gymnasium

Anruf aus Hannover stoppt „neue“ GTS-Lehrer

Syke - Von Frank Jaursch. Fehlstart auf dem Rücken der Kinder: Eigentlich sollten drei Lehrkräfte des Gymnasiums Syke ab Mittwoch bei der Ganztagsschule (GTS) 2001 aushelfen – auf Anordnung der Landesschulbehörde. Doch als sie vorgestern wie besprochen zum Dienst bei der GTS erschienen, machte ein Anruf aus Hannover den Pädagogen einen Strich durch die Rechnung.

Die Botschaft vom Schulbezirkspersonalrat war unmissverständlich: Erst mal geht es für die drei Lehrer zurück an das Gymnasium.

Die Aktion traf die Schulleitung ebenso unvorbereitet wie die Lehrer selbst – und die Schüler auch.

„Einige Kinder waren schon im Hallenbad und warteten, die mussten sich dann wieder umziehen und zurück“, berichtet Ralf Betcher. Er ist Vorsitzender des Stadtelternrates und Elternratsvertreter bei der GTS. Betcher kritisiert, dass dieser Konflikt vor allem zu Lasten der Schüler ausgetragen wird.

Den Grund für das kurzfristige Unterrichtsverbot liefert Karin Böhm, Pressesprecherin der Landesschulbehörde in Lüneburg. Der Personalrat des Gymnasiums habe Einspruch gegen die Abordnung der Lehrkräfte eingelegt. Solange über diesen nicht entschieden ist, sei die Anordnung nicht wirksam. Folge: Die Lehrkräfte können nicht eingesetzt werden.

Ein Teil des Problems: Die GTS gehört zu einem anderen Dezernat der Landesschulbehörde (Dezernat 2) als das Gymnasium (Dezernat 3). Die Absprache zwischen beiden Dezernaten scheint zeitraubend zu sein – und das hat offenbar dazu geführt, dass die Entscheidung sehr kurzfristig in Syke ankam.

Derzeit laufen Bemühungen, das Problem zu beseitigen. Die Dezernenten stünden in engem Kontakt, betonte Böhm, und würden gemeinsam mit den beteiligten Schulleitungen nach Lösungen suchen.

Die Lehrer kehrten vorerst unverrichteter Dinge an ihre alte Wirkungsstätte zurück und würden bis auf Weiteres am Gymnasium eingesetzt, erklärte die Pressesprecherin. Sowohl an der GTS als auch am Gymnasium sei der Pflichtunterricht sichergestellt.

Auf die Frage, in welche Richtung der Widerspruch des Personalrats geht und wie eine mögliche Lösung aussehen könnte, gab es gestern keine Antworten. Weder Mario Hippenstiel, als Dezernent der Landesschulbehörde für die GTS zuständig, noch die GTS-Schulleitung wollten sich zu dem Vorgang äußern. Möglicherweise geht es beim Konflikt um die Dauer der Befristung.

Elternvertreter Ralf Betcher zeigt sich nicht überzeugt, dass die befristete Abordnung inhaltlich einen Sinn ergeben wird. „Bis die sich eingearbeitet haben, sind Ferien“, spielt er auf die unterschiedliche Konzeption der Schulen an.

Geht es nach der Syker Außenstelle der Landesschulbehörde, sollen die drei Lehrkräfte in der kommenden Woche ihren Dienst an der GTS aufnehmen. „Das Problem können wir nur gemeinsam lösen“, sagt Betcher. Und aus der Pressestelle der Landesschulbehörde kommt die Versicherung, dass alle Beteiligten „fieberheiß an einer Lösung arbeiten“.

Fortsetzung folgt.

Rubriklistenbild: © dpa

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