Ausschuss will Haushaltsmittel für Jugendhaus freigeben / Vereine müssen warten

Einmal Geld und zweimal keins

Das Jugend- und Kulturzentrum am Lindhof: Der Balkon der ehemaligen Wohnung im Obergeschoss kann als Fluchtweg dienen. Der Bau einer zusätzlichen Treppe ist für die Brandschutzertüchtigung nicht erforderlich.
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Das Jugend- und Kulturzentrum am Lindhof: Der Balkon der ehemaligen Wohnung im Obergeschoss kann als Fluchtweg dienen. Der Bau einer zusätzlichen Treppe ist für die Brandschutzertüchtigung nicht erforderlich.

Syke – Für das eine gibt’s Geld, für das andere nicht. Das ist die wesentliche Botschaft aus dem Ausschuss für Generationen, der am Mittwochabend getagt hat. In Präsenzsitzung und mit einem gemeinsamen Besichtigungstermin im Vorfeld.

Um das Jugend- und Kulturzentrum am Lindhof ging es. Und um die Erweiterung der Vereinsheime des TSV Barrien und des FC Gessel-Leerßen. Beides keine neuen Themen auf der politischen Agenda. Aber auch beides kostspielige Sachen, und deswegen längst noch nicht abschließend beraten.

Für das Jugendhaus am Lindhof gibt es indes schon einen gültigen Ratsbeschluss: 100 000 Euro stehen im Haushalt für die Brandschutzertüchtigung des Obergeschosses bereit. Allerdings mit einem Sperrvermerk versehen. Der „wird erst aufgehoben, wenn eine politische Entscheidung darüber getroffen wurde, ob gegebenenfalls eine weitergehende Sanierung des Obergeschosses oder eine Gesamtsanierung des Jugendhauses durchgeführt werden soll“, heißt es darin.

Um genau diese Frage ging es jetzt: Gibt die Politik das Geld für die Sanierung des Obergeschosses frei oder nicht? Entscheidungshilfe sollte die Besichtigung vor Ort liefern. Christian Gill, der beim Bauamt der Stadt für den Unterhalt öffentlicher Gebäude zuständig ist, zeigte und erklärte an Ort und Stelle, was gemacht werden soll. 1981 hatte die Stadt das Gebäude gekauft. Damals hatten im Obergeschoss noch Leute gewohnt. Später hat das Jugendhaus diese Räume mit übernommen. Baulich ist es aber immer noch auf dem Stand von damals. „Es gibt überhaupt keinen Brandschutz“, so Gill. Eine vernetzte Brandmeldeanlage, eine Notbeleuchtung und eine Überprüfung der Elektrik seien das Minimum, was erforderlich wäre, damit der Landkreis die Nutzung für kleine Gruppen bis zu zwölf Personen genehmigen könnte. Weitere Auflagen würden erst dann ins Gewicht fallen, wenn es um eine Grundsanierung des gesamten Gebäudes geht. Deshalb lautete die Empfehlung der Verwaltung immer schon, den Aufwand möglichst klein zu halten, um das Obergeschoss wieder für das Jugendhaus in Betrieb nehmen zu können. Danach könne das Gebäude mit normalen Unterhaltsmaßnahmen noch einige Jahre weiterbetrieben werden.

„Wir machen das, was der Brandschützer will. Und wir machen das schön, damit man sich oben wohlfühlen kann“, brachte Fachbereichsleiterin Claudia Prößler das bei der Fortsetzung der Sitzung im DGH Heiligenfelde noch einmal auf den Punkt.

Von CDU, SPD und Grünen gab es dafür breite Zustimmung. Lediglich Gabriele Beständig von der FWG war aufgefallen: Die Voraussetzung zum Aufheben des Sperrvermerks war damit noch nicht mal angesprochen worden. „Es hat sich nichts geändert. Was eine große Sanierung kosten würde, ist noch immer nicht mit Zahlen hinterlegt.“ Die konnte Fachbereichsleiterin Claudia Prößler auch trotz dieser Nachfrage nicht liefern. Weshalb die FWG als einzige gegen die Aufhebung des Sperrvermerks stimmte.

Das Sport- und Bewegungszentrum des TSV Barrien (links) und das Vereinsheim des FC Gessel-Leerßen sollen erweitert werden. Die Stadt hat allerdings kein Geld für Zuschüsse. Und die Vereine haben daher ein Problem.
...und das Vereinsheim des FC Gessel-Leerßen sollen erweitert werden. Die Stadt hat allerdings kein Geld für Zuschüsse. Und die Vereine haben daher ein Problem.

Einig waren sich alle hingegen: Für die Erweiterung der Vereinsheime des TSV Barrien und des FC Gessel-Leerßen um jeweils einen Bewegungsraum hat die Stadt in diesem Jahr aller Voraussicht nach kein Geld. Entsprechende Anträge auf Zuschüsse – jeweils zusätzlich zu dem Geld, was ohnehin bereits in der Sportstättenförderung über den Stadtsportring vorgesehen ist – wurden daher nicht genehmigt.

Einstimmig empfahl der Ausschuss eine Beschlussvorlage der Verwaltung. Laut der soll die Erweiterung in Gessel gegenüber Barrien Vorrang haben. Zuschüsse gibt es grundsätzlich nur, wenn es die Finanzlage der Stadt erlaubt. Und beide Vereine sollen prüfen, ob sie nicht mit einem gemeinsamen Bau ihr Problem lösen können. Beide Vereinsheime liegen gerade mal 1500 Meter auseinander. Mit Mehrheit empfahl der Ausschuss die Bildung eines Arbeitskreises, der diese Frage gemeinsam mit den beiden Vereinen klären soll.

Die Entscheidung trifft der Rat.

Von Michael Walter

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