Fabrizio Consoli und Gigi Rivetti begeistern ihr Publikum in der Wassermühle

Einfach umwerfend, diese beiden Italiener

Fabrizio Consoli (links) und Gigi Rivetti spielten in der Wassermühle ein geniales Konzert. - Foto: Heinfried Husmann

Barrien - Von Dagmar Voss. Mit geradezu unwiderstehlichem Charisma weckten Fabrizio Consoli und sein Mitspieler Gigi Rivetti am Montag Abend all die Fantasien, die gemeinhin über Italien im Umlauf sind: Bei ihrem Konzert in der Barrier Wassermühle ging sicherlich so manchem Zuhörer das eine oder andere Klischee von Amore und toskanischen Wein bei romantischen Sonnenuntergängen durch Kopf und Herz.

Dazu haben auch schon Adriano Celentano oder Paolo Conte beigetragen – aber es muss gesagt werden, der aus der Lombardei stammende Liedermacher konnte diese Impressionen und Reminiszenzen fantastisch vertiefen. Das gelang ihm mit seiner rauhen, weichen Stimme, seinem virtuosen Gitarrenspiel und der gelungenen Unterstützung seines Kollegen Rivetti mit den flinken Fingern am Piano.

Mit einem hervorragenden Crossover zwischen Melancholie und lebendigen Grooves, zwischen freiem Jazz, fetzigem Flamenco und guten alten Popsong-Perlen hüllte das Duo die Zuhörer in beste Wohlfühlatmosphäre. Schultern und Hände konnten da unmöglich ruhig bleiben. Auch wenn es niemanden zum Tanzen auf die Füße holte bei dem leidenschaftlichen „Musica per ballare“.

Vergnügliche Anmerkungen des charmanten Consoli zu seinen Stücken und eine gute Portion Selbstironie verbreiteten gute Laune und sorgten zwischen manch sanft-depressivem Lied wieder für freies Auflachen. Dazu gab es einige bittersüße und auch poetische Texte für diejenigen, die des Italienischen mächtig waren. Für alle anderen reichten aber schon die temperamentvollen Klangfarben, um die Herzen zu öffnen. Mit ein paar Brocken Deutsch und Englisch gab der 52-Jährige einige Erklärungen zu seinen Stücken. Viel mitreißender aber waren die genialen Improvisationen der eigenen Stücke.

Tatsächlich handelten die meisten Songs von der Liebe – aber laut Consoli ist das ja ohnehin das alles entscheidende Thema, sicherlich nicht nur in Italien. Einfach herrlich, wie sie amüsante Leichtigkeit und melancholische Tiefe mit manch einem dramatischen Akkord auf die Bühne brachten. Diese Art einzigartigen italienischen Lebensgefühls könnte man ruhig öfter in unserem kühlen Norden haben.

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